Vonovia passt Ziele 2026-2028 an höhere Finanzierungskosten an
28.10.2026 / 22:53 Uhr
Von Ulrike Dauer
DOW JONES--Vonovia ist nach den ersten neun Monaten für das Gesamtjahr pessimistischer beim operativen Gewinn EBITDA und beim Vorsteuergewinn. Der Konzern kalkuliert nun mit etwas niedrigeren Mietsteigerungen und infolge kletternder Finanzierungskosten mit einem deutlich schwächeren Verkaufsgeschäft. Auch wird der für die Dividende wichtige Operating Free Cashflow (OFCF) nun unter Vorjahr erwartet. Infolgedessen plant der Bochumer Wohnimmobilienkonzern nun beim EBITDA 2026 eine Landung in der unteren Hälfte der Zielspanne 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro. Der bereinigte Vorsteuergewinn wird nun um das untere Ende der Zielspanne 1,9 bis 2,0 Milliarden Euro gesehen. Das bereinigte Periodenergebnis sieht der DAX-Konzern hingegen im Gesamtjahr in der oberen Hälfte des Zielkorridors von 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro.
Nach vorläufigen Ergebnissen stieg in den ersten neun Monaten das bereinigte EBITDA total leicht auf 2,19 Milliarden Euro von rund 2,12 Milliarden im Vorjahr. Der bereinigte Vorsteuergewinn sank auf 1,41 Milliarden Euro von 1,46 Milliarden. Das den Aktionären zuzurechnende bereinigte Periodenergebnis (adjusted shareholder earnings) sank auf 1,12 Milliarden Euro von 1,20 Milliarden. Laut Mitteilung wurde der Anstieg des bereinigten EBITDA total auf Ebene des bereinigten Vorsteuergewinns und des bereinigten Periodenergebnisses "vor allem durch höhere Finanzierungskosten neutralisiert".
Basierend auf den Neunmonatsergebnissen und den Erwartungen für das Schlussquartal rechnet der Konzern laut Mitteilung 2026 nun mit einer organischen Mietsteigerung von 3,8 Prozent anstatt rund 4 Prozent. Der Operating Free Cash Flow (OFCF) (vor Änderungen im Net Working Capital) soll nun moderat unter Vorjahr landen anstatt auf Vorjahresniveau.
Für 2027 rechnet Vonovia mit einem bereinigten EBITDA total leicht über 2026 und einem bereinigten Vorsteuergewinn etwa auf dem Niveau von 2026.
2028 soll das bereinigte EBITDA total nun am unteren Ende der Spanne 3,2 bis 3,5 Milliarden Euro landen und der bereinigte Vorsteuergewinn etwa auf dem Niveau von 2027.
Die Ziele für 2027 und 2028 spiegeln die vom Konzern erwarteten höheren Finanzierungskosten und ein schwächeres Transaktionsgeschäfts wider sowie einen langsameren Anstieg des Mietwachstums. Das höhere Zinsniveau werde das Finanzergebnis belasten. Der Konzern habe einen "fokussierten Maßnahmenplan" eingeleitet, im Zuge dessen die Development-Aktivitäten überprüft werden und weniger Investitionen in das Development-to-Hold-Geschäft (Entwicklung für den eigenen Bestand) fließen sollen. Dadurch werde das organische Mietwachstum 2028 voraussichtlich das bisherige Ziel von rund 5 Prozent nicht erreichen, teilte Vonovia mit. Außerdem soll die Kapitalallokation insgesamt strengeren Anforderungen folgen. Priorität haben Liquiditätsschutz und die Absicherung der Bilanzstärke. Die "Entschuldung bleibt oberste Priorität", so Vonovia.
Kontakt zur Autorin: ulrike.dauer@wsj.com; @UlrikeDauer_
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