MÄRKTE EUROPA/Kräftiges Plus - US-Arbeitsmarktdaten dämpfen Zinserhöhungserwartungen
02.10.2026 / 18:09 Uhr
DOW JONES--Mit deutlichen Gewinnen haben die europäischen Aktienmärkte den letzten Handelstag der Woche beendet. So sind die EU-Verbraucherpreise mit plus 2,5 Prozent in der Kernrate nicht noch stärker als erwartet gestiegen. "Vor allem die Angst vor Zweitrundeneffekten und einer Ausbreitung der Energiepreis-getriebenen Inflation wird dadurch eingedämmt", sagte ein Händler. Ein anderer Marktteilnehmer gab aber zu bedenken, dass die Gesamtrate der Inflation sich der 4-Prozent-Marke mit 3,8 Prozent annähert: "Das ist fast doppelt so hoch wie das EZB-Ziel". Der Markt verlasse sich momentan ausschließlich darauf, dass die Ölpreise wieder schnell fallen und damit der Haupttreiber der Inflation entfällt: "Die Rechnung kann auch schnell daneben gehen."
Am Nachmittag hatte ein überraschend schwacher US-Arbeitsmarktbericht für September eine Zinserhöhung der US-Notenbank noch im Oktober zunehmend unwahrscheinlicher gemacht. Es wurden lediglich 29.000 neue Stellen geschaffen, entgegen der Erwartung einer Zunahme um 84.000. Die Angaben für die beiden Vormonate wurden zudem um 60.000 Jobs nach unten revidiert. Die Arbeitslosenqoute lag unverändert bei 4,1 Prozent. Nach dem schwachen Arbeitsmarktbericht preisen Fed-Funds-Futures eine US-Zinserhöhung im Oktober zu 16 (zuvor: 22) Prozent ein.
Der DAX gewann 1,2 Prozent auf 25.231 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,0 Prozent auf 6.239 Punkte nach oben. Etwas Unterstützung für die Börsen kam vom leicht fallenden Ölpreis, der aber einen Großteil seiner Abgaben wieder aufholte. Brent büßte noch 0,9 Prozent ein auf 101,44 Dollar das Fass. An den den Anleihemärkten ging es mit den Renditen nach dem Arbeitsmarktbericht nur kurzzeitig nach unten, dann legten diese wieder deutlicher zu. Die Rendite der 10-jährigen US-Benchmarkanleihe stieg um 3 Basispunkte auf 5,27 Prozent.
Als Branche waren vor allem die Technologie-Aktien gesucht, deren Subindex um 2,6 Prozent zulegte. Hier trieb weiterhin die Zuversicht über andauernde Investitionen in KI-Infrastruktur. Bei Schneider Electric und ABB ging es bis zu 3,6 Prozent nach oben. Unter den Chip-Werten ragten Infineon mit 8,8 Prozent Plus hervor, STMicro und ASML kletterten um bis zu 6,5 Prozent.
Einzelaktien standen angesichts der Gemengelage um Inflation und Arbeitsmarkt im Hintergrund. Kräftig abwärts um 7,4 Prozent ging es mit Volvo Car. Die Schweden haben schwache Umsatzzahlen vorgelegt und zusätzlich die bisherige Jahresprognose einkassiert. Grund sind schwache Geschäfte in China und den USA.
Für die Novartis-Aktie ging es um 1,5 Prozent nach unten. Novartis hat sich über eine milliardenschwere Vereinbarung in China einen Medikamentenkandidaten für Autoimmunerkrankungen gesichert. Der Schweizer Pharmakonzern hat einen bis zu 7,8 Milliarden US-Dollar schweren Deal mit der chinesischen Abogen Biosciences geschlossen. Er kann damit das Medikament einlizenzieren und erhält auch Optionen auf künftige Therapien. Novartis zahlt vorab 575 Millionen US-Dollar. Bei Ausübung aller Optionen können bis zu 7,2 Milliarden Dollar zusätzlich fällig werden, wie Abogen mitteilte.
Adidas stiegen um 1,0 Prozent. Und das trotz eines schwachen Ausblicks des US-Konkurrenten Nike am Vorabend. Jefferies sprach bei Adidas nach den Aussagen im sogenannten Pre-Close Call von einer im zweiten Halbjahr stärker als vom Markt erwartet in das vierte Quartal verlagerten Gewinnentwicklung, auch wenn die eigenen Schätzungen dies bereits weitgehend berücksichtigt hätten. Das vierte Quartal stellt nach Einschätzung der Analysten einen wichtigen Gradmesser dar, wenn dann im ersten Halbjahr 2027 die Vergleichsbasis härter werde. Dabei sei Adidas zuversichtlich, die Effekte aus der Weltmeisterschaft aus dem ersten Quartal mit guter Dynamik kompensieren zu können.
Kion gaben um 7,7 Prozent nach. Im Handel wurde auf den Pre-Close-Call des Unternehmens zum dritten Quartal verwiesen. Dieser soll nicht überzeugt haben, der Auftragseingang bei IAS sei schwach und bei ITS soll die Marge nicht überzeugen, hieß es.
Bei Commerzbank ging es um 0,6 Prozent nach unten wegen der Abstufung auf "Sector Perform" durch die RBC.
=== Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 6.239 +1,0 +6,6 Stoxx-50 5.298 +0,7 +7,0 DAX 25.231 +1,2 +1,8 FTSE-100 London 10.462 +0,3 +5,0 CAC-40 Paris 7.897 +0,8 -3,9 AEX Amsterdam 1.117 +1,3 +15,9 BEL-20 Brüssel 5.505 -0,1 +8,5 IBEX-35 Madrid 19.085 +0,4 +9,8 SMI Zürich 13.661 +0,3 +2,7 * gerundet DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:07 Uhr EUR/USD 1,1256 +0,1 0,0015 1,1241 1,1255 EUR/JPY 177,65 -0,0 -0,0100 177,66 177,7000 EUR/CHF 0,9332 -0,1 -0,0008 0,9340 0,9356 EUR/GBP 0,8508 -0,1 -0,0010 0,8518 0,8523 USD/JPY 157,8 -0,2 -0,2700 158,07 157,8800 GBP/USD 1,3226 +0,2 0,0027 1,3199 1,3203 USD/CNY 6,7045 +0,0 0,0015 6,7045 6,7045 USD/CNH 6,7058 -0,1 -0,0074 6,7132 6,7179 AUS/USD 0,6953 +0,4 0,0024 0,6929 0,6923 Bitcoin/USD 85.466,55 +1,0 849,80 84.616,75 84.085,33 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 91,14 -1,9 -1,73 92,87 Brent/ICE 101,44 -0,9 -0,87 102,31 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.130,36 -1,1 -47,40 4.177,76 Silber 59,91 -1,5 -0,94 60,85 Platin 1.679,86 -2,6 -44,19 1.724,05 (Angaben ohne Gewähr) ===
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October 02, 2026 12:08 ET (16:08 GMT)
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