MÄRKTE EUROPA/Kräftige Erholung - Fallende Renditen und Ölpreise stützen

21.09.2026 / 13:28 Uhr

DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte holen zu Wochenbeginn ihre deutlichen Verluste vom Freitag weitgehend wieder auf. Ein weiter fallender Ölpreis und nachgebende Renditen stützen dabei das Sentiment. Ein Barrel der Sorte Brent reduziert sich um 2,7 Prozent auf 101,06 Dollar, WTI geht sogar bei unter 98 Dollar um. Angeblich soll es neue diplomatische Bemühungen um eine Lösung des Konflikts im Nahen Osten geben. Von einer Entspannung für die Börsen kann allerdings weiterhin keine Rede sein. Auch hofft man im Handel auf einen positiven Verlauf des Gipfeltreffens zwischen Donald Trump und Xi Jinping in der laufenden Woche.

Der DAX verbessert sich um 1,1 Prozent auf 25.578 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 1,3 Prozent auf 6.316 Punkte nach oben. Die Rendite der 10-jährigen US-Anleihen reduziert sich zwar um 4 Basispunkte auf 4,96 Prozent, liegt damit allerdings weiter knapp unter dem psychologisch kritischen Niveau von 5 Prozent.

Die fallenden Renditen verhindern auch, dass die Herunterstufung der Länder-Bonität Frankreichs durch Scope auf "A+" von "AA-" belastet. Begründet wurde die Herabstufung mit der andauernden Verschlechterung der Haushaltsaussichten, gekennzeichnet durch eine steigende Staatsverschuldung, andauernd hohe Haushaltsdefizite und geringe Fortschritte bei Strukturreformen. Die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen verliert 12 Basispunkte auf 4,45 Prozent. Der CAC-40 gewinnt 0,9 Prozent.

Auch die politische Entwicklung in Deutschland ist ein Thema. Bei den Landtagswahlen in Berlin hat die Linke vor der CDU gewonnen. In Mecklenburg-Vorpommern hat die AfD vor der SPD gesiegt. Die CDU wird in dem neuen Landtag nicht mehr vertreten sein, was den Druck auf den Reformkurs von Kanzler Merz weiter erhöhen dürfte. Sollten die Ergebnisse der Landtagswahlen tatsächlich bundespolitische Folgen haben, wäre auch ein Einfluss auf Aktienkurse und Zinsen wahrscheinlich, heißt es bei QC Partners.

Der Sieg der Linken in Berlin und sein Einfluss auf den Immobiliensektor wird aber zumindest teilweise kompensiert durch übergeordnet kräftig fallende Renditen an den Anleihemärkten. ING sieht im Linken-Wahlsieg eine kurzfristige Belastung für das Sentiment rund um Vonovia, hält das tatsächliche Enteignungsrisiko jedoch weiterhin für begrenzt. Hinsichtlich der Enteignungsdiskussion verweisen die Analysten auf Aussagen des Managements, wonach eine solche Maßnahme offensichtlich verfassungswidrig wäre. Vonovia verlieren 1,4 Prozent und Aroundtown fallen um 0,5 Prozent. LEG Immobilien geben um 0,4 Prozent nach.

Nach der massiven Gewinnwarnung von VW am Freitag und dem daraus resultierenden starken Kursrückgang geben die Aktien erneut leicht nach und verlieren 0,3 Prozent. Die Gewinnwarnung ist nach Ansicht von Metzler nicht so schlimm, wie es auf den ersten Blick erscheint. Die Lage in China habe sich verschlechtert, der Großteil der Warnung sei auf Sondereffekte zurückzuführen und die Cashflow-Prognose bleibe unverändert.

Der Getränkehersteller Berentzen wird von dem US-Sprirituosenkonzern Sazerac übernommen. Wie das US-Unternehmen mitteilte, haben sich beide Parteien auf einen Zusammenschluss verständigt. Sazerac zahlt in einem freiwilligen Übernahmeangebot 5,55 Euro je Aktie in bar. Die Aktie war am Freitag mit 4,53 Euro aus dem Handel gegangen. Berentzen hatte vergangene Woche über die Verhandlungen informiert. Berentzen steigen um 21,9 Prozent auf 5,52 Euro.

Dank der angekündigten Kooperation mit Amazon gewinnen Kuehne + Nagel 5,6 Prozent. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt dabei auf der Zusammenarbeit mit Amazon Web Services (AWS). Nach Einschätzung von Vontobel unterstreicht eine langfristige strategische Kooperationsvereinbarung mit Amazon die starke und wachsende Position von Kuehne + Nagel im rentablen Bereich der Logistik für Rechenzentrumsinfrastruktur.

Die Aktien von AMS-Osram klettern um 18,2 Prozent nach oben. Das Unternehmen hat einen Durchbruch bei Dünnschicht-VCSELs für KI-Rechenzentren erreicht.

Der Kapitalmarkttag der Societe Generale kommt bei den Anlegern gut an. Wie RBC anmerkt, deuten die Ziele der Bank für 2029 auf eine Aufwärtsrevision der Marktschätzungen hin: SocGen setze sich ein ROTE-Ziel für 2029 von 13 bis 14 Prozent, während der Konsens bei 12,9 Prozent liege, basierend auf einer jährlichen Umsatzwachstumsrate von 3 Prozent ab 2026 sowie Kosten von 16,3 Milliarden Euro - hier liege die Erwartung bei 16,9 Milliarden. Die Aktie steigt um 2,8 Prozent.

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Index                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           6.316,40   +1,3      80,20        6.236,20        9,1 
Stoxx-50                5.367,48   +1,1      58,62        5.308,86        9,1 
DAX                    25.578,41   +1,1     274,35       25.304,06        4,4 
MDAX                   31.248,98   +0,5     165,01       27.039,42        2,1 
TecDAX                  4.008,35   +1,5      59,70        3.091,28       10,6 
SDAX                   18.206,85   +0,6     100,30       13.062,07        6,0 
FTSE                   10.761,56   +1,0     102,43       10.659,13        8,4 
CAC                     8.138,82   +0,9      73,80        8.065,02       -0,1 
SMI                    13.945,22   +1,2     158,50       13.786,72        5,1 
ATX                     6.886,53   +1,3      88,35        6.798,18       29,3 
 
DEVISEN                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Do, 18:04 
EUR/USD                   1,1479   -0,0    -0,0004          1,1483     1,1478 
EUR/JPY                   180,57   +0,2     0,4100          180,16   178,9100 
EUR/CHF                    0,944   +0,0     0,0001          0,9439     0,9461 
EUR/GBP                   0,8577   +0,1     0,0004          0,8573     0,8600 
USD/JPY                   157,27   +0,3     0,4100          156,86   155,8400 
GBP/USD                   1,3381   -0,1    -0,0012          1,3393     1,3343 
USD/CNY                   6,6953   -0,0    -0,0022          6,6975     6,7074 
USD/CNH                   6,6936   -0,0    -0,0008          6,6944     6,7029 
AUS/USD                   0,7128   +0,2     0,0011          0,7117     0,7112 
Bitcoin/USD            84.523,45   +4,3   3.445,94       81.077,51  76.744,31 
 
ROHÖL                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                  97,81   -2,5      -2,49           100,3 
Brent/ICE                 101,06   -2,7      -2,81          103,87 
 
Metalle                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    4.346,39   -0,7     -30,52        4.376,91 
Silber                     65,87   -0,5      -0,36           66,23 
Platin                  1.797,33   -0,2      -2,80        1.800,13 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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September 21, 2026 07:27 ET (11:27 GMT)

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