Bundesbank rechnet für 3Q mit leichtem BIP-Wachstum

21.09.2026 / 12:01 Uhr

Von Hans Bentzien

DOW JONES--Das Wirtschaftswachstum in Deutschland hat sich nach Einschätzung der Bundesbank im dritten Quartal abgeschwächt. Wie die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht schreibt, rechnet sie aufgrund vorübergehender Sonderfaktoren mit einem nur leichten Wachstum. Im zweiten Jahresviertel war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent gestiegen und im ersten Quartal um 0,4 Prozent. Die Bundesbank erwartet außerdem, dass die Inflation in Deutschland im ersten Halbjahr 2027 zusätzlichen Schub von Entwicklungen im Gesundheitssektor erhalten wird.

"Nach dem deutlichen Anstieg in den beiden Vorquartalen wird das reale BIP nur leicht expandieren", heißt es in dem Bericht. Die deutsche Wirtschaft werde damit allerdings den eingeschlagenen Erholungskurs grundsätzlich nicht verlassen, denn in großen Teilen spiegele die langsamere Gangart temporäre Belastungsfaktoren wider. "Im vierten Quartal sollte die deutsche Wirtschaft wieder stärker zulegen", prognostiziert die Bundesbank.

Insbesondere das Niedrigwasser am Rhein bremst nach Bundesbank-Angaben im laufenden Quartal die Aktivität, was sich im Juli bereits in einer schwachen Industrieproduktion gezeigt habe. Auch die Exporte hätten im dritten Quartal voraussichtlich weniger zum Wachstum beigetragen. "Zusätzlich dürfte der private Konsum verhalten bleiben. Der Wegfall des 'Tankrabatts' belastete den Einzelhandel zu Quartalsbeginn deutlich", erläutert die Bundesbank.

Gut läuft es dagegen in der Bauindustrie, wo die Produktion im Juli kräftig zulegte. Die Bundesbank rechnet hier mit einer fortgesetzten Erholung.

Die Inflation dürfte nach Angaben der Bundesbank vorerst erhöht bleiben, vor allem wegen der stark gestiegenen Energiepreise. Der zuletzt wieder eskalierte Konflikt im Nahen Osten lege signifikante Aufwärtsrisiken für die Preisentwicklung nahe. Zu Beginn des neuen Jahres dürfte außerdem die geplante Gesundheitsreform die Inflation für ein Jahr um rund 0,2 Prozentpunkte erhöhen. Zusammen mit den Auswirkungen der gesetzlichen Änderung bei der Apothekenversorgung vom Juli 2026 dürfte dies die Inflationsrate im ersten Halbjahr 2027 vorübergehend um knapp einen halben Prozentpunkt anheben.

Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/cbr

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September 21, 2026 06:00 ET (10:00 GMT)

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