Bund startet milliardenschweren Verkauf des Energieriesen Uniper - Zeitung

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19.05.2026 / 00:02 Uhr

DOW JONES--Gut dreieinhalb Jahre nach der staatlichen Milliarden-Rettung des Düsseldorfer Energiekonzerns Uniper leitet die Bundesregierung an diesem Dienstag den weitgehenden Wiederverkauf des Unternehmens ein. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung (SZ) sieht das nun fertiggestellte Privatisierungskonzept des Finanzministeriums vor, dass der Bund seine Beteiligung an dem Gas- und Stromversorger vom Ende dieses Jahres an von heute 99,1 Prozent auf 25 Prozent plus eine Aktie reduziert. Dabei ist die Regierung außer für den Verkauf eines oder mehrerer Aktienpakete an langfristig orientierte Investoren auch für einen Börsengang sowie für eine Kombination aus beiden Optionen offen.

Der Börsenwert von Uniper liege derzeit bei rund 18 Milliarden Euro, schreibt die Zeitung. Allerdings sei die Summe angesichts der sehr geringen Zahl gehandelter Anteilsscheine mit Vorsicht zu genießen. So könne er in dem Moment, da der Bund größere Mengen zum Verkauf anbietet, durchaus deutlich sinken. Dennoch deuteten die derzeitigen Werte darauf hin, dass Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) im Zuge der Neuordnung mit mindestens hohen einstelligen Milliardeneinnahmen rechnen könnte.

Nach den SZ-Informationen können sich Firmen, die sich an Uniper beteiligen wollen, bis zum 12. Juni beim Finanzministerium melden. Gesucht würden Investoren, die den Konzern als Ganzes erhalten und langfristig an Bord bleiben wollten. Infrage kämen damit beispielsweise große Pensionsfonds oder Energieunternehmen wie die norwegische Equinor-Gruppe, die schon einmal Interesse bekundet haben soll. Außen vor wären hingegen reine Finanzinvestoren, die sich mit dem möglichen Ziel engagierten, Uniper nach kurzer Zeit aufzuspalten und in Einzelteilen gewinnbringend weiterzuverkaufen.

Um flexibel zu bleiben, bereite die Regierung parallel dazu aber auch eine Börsenplatzierung von Uniper-Aktien vor, die im Januar kommenden Jahres stattfinden würde. Dabei würden aber womöglich nicht alle verbliebenen Anteilsscheine auf einmal offeriert, vielmehr würde sich der Bund mutmaßlich bis Ende 2028 Zeit nehmen, um die Papiere preisschonend zu veräußern. Je nachdem, wie die Gespräche mit den strategischen Interessenten ausgingen, sei am Ende neben einer Platzierung der gesamten gut 74 Prozent am Aktienmarkt aber auch ein vollständiger Verzicht auf den Börsengang möglich. Am wahrscheinlichsten sei wohl, dass der Bund ein, zwei strategische Investoren ins Boot hole und einen kleineren Anteil, beispielsweise 25 Prozent, über die Börse verkaufe.

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DJG/gos

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May 18, 2026 18:02 ET (22:02 GMT)

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