MÄRKTE USA/Ernüchterung über Trump/Xi-Treffen belastet Wall Street

15.05.2026 / 22:12 Uhr

DOW JONES--Schwächer hat sich die Wall Street zum Wochenausklang gezeigt und ihre jüngste Rekordserie erst einmal beendet. Für den Dow-Jones-Index ging es um 1,1 Prozent auf 49.526 Punkte nach unten. Der S&P-500 verlor 1,2 Prozent. Bei den Technologie-Werten fiel das Minus besonders kräftig aus. Die Nasdaq-Indizes büßten bis zu 1,5 Prozent ein. An der Nyse waren Kursgewinner mit 641 (Donnerstag: 1.647) Titeln klar in der Minderheit. Ihnen standen 2.127 (1.098) Verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 38 (93) Titel.

Das mit Spannung erwartete Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping hatte nicht den erhofften Durchbruch gebracht. Zu den Themen Iran-Krieg, technologische Vorherrschaft und der Taiwan-Frage habe es keine Fortschritte gegeben, so UBS-Volkswirt Paul Donovan. Auch zur Straße von Hormus zeichnet sich weiterhin keine Lösung ab. Die Ölpreise quittierten dies mit einem kräftigen Plus. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent stieg um 3,4 Prozent auf 109,31 US-Dollar.

Dazu kamen die kräftig steigenden Renditen an den Anleihemärkten. Auslöser waren die jüngsten Preisdaten, die eine noch höhere Inflation zeigten als ohnehin wegen des Energiepreisschocks infolge des Iran-Kriegs schon erwartet. In den USA waren zuletzt die Verbraucher-, Erzeuger- und Importpreise höher als prognostiziert ausgefallen. Dies schürte weitere Spekulationen um mögliche Zinserhöhungen. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen erhöhte sich um 14 Basispunkte auf 4,60 Prozent.

Der Dollar wertete auf - der Dollar-Index legte um 0,5 Prozent zu. Die andauernden Spannungen mit dem Iran und jüngste, unerwartet hohe Preisdaten schüren die Spekulation, dass die US-Notenbank zu Zinserhöhungen übergehen könnte. Der Markt preist eine Zinserhöhung bis März 2027 vollständig ein, wie Daten von LSEG zeigten.

Der Goldpreis gab deutlicher nach. Die Feinunze reduzierte sich um 2,3 Prozent auf 4.540 Dollar. Die Aussicht auf steigende Zinsen und der feste Dollar belasteten.

Die Geschäftsaktivität des verarbeitenden Gewerbes im Großraum New York ist im Mai wider Erwarten gestiegen. Der von der Federal Reserve Bank of New York ermittelte Index für die allgemeine Geschäftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe des Distrikts erhöhte sich auf plus 19,6. Das ist der höchste Stand seit über vier Jahren. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Rückgang auf plus 7,0 prognostiziert. Im Vormonat hatte der Index bei plus 11,0 gelegen. Auch die Industrieproduktion ist im April deutlicher gestiegen als prognostiziert.

Bei den Einzeltiteln zeigten sich vor allem die Werte aus dem Technologie-Sektor mit kräftigen Abgaben. Die hohen Erwartungen an das Trump/Xi-Treffen seien nicht erfüllt worden, hieß es. China hat nach Aussage von US-Präsident Trump trotz der Freigabe durch die USA keine H200-Chips von Nvidia gekauft. "Sie wollen versuchen, ihre eigenen zu entwickeln", so Trump. Die Erwartungen an einen Durchbruch waren gestiegen, nachdem sich Nvidia-Chef Jensen Huang einer Delegation hochkarätiger CEOs nach Peking angeschlossen hatte. Mit den Aktien von Nvidia ging es um 4,4 Prozent abwärts. Intel büßten 6,2 Prozent ein. Die Aktie des Börsenneulings und KI-Chipentwicklers Cerebras, die am Donnerstag bei ihrem Debüt um fast 70 Prozent nach oben geschossen war, fiel um gut 10 Prozent.

Applied Materials konnten sich der schlechten Stimmung nicht entziehen, obwohl das Unternehmen überraschend gute Zahlen für sein zweites Geschäftsquartal vorgelegt und einen optimistischen Ausblick gegeben hatte. Die Aktie sank um 0,9 Prozent.

Der US-Investor Bill Ackman hat über seinen Hedgefonds Pershing Square eine Beteiligung an Microsoft aufgebaut. Damit wettet Ackman darauf, dass die massiven Investitionen des Softwaregiganten in Künstliche Intelligenz im derzeit schwächelnden Aktienkurs noch nicht angemessen berücksichtigt sind. Die Microsoft-Aktie stieg um gut 3 Prozent.

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INDEX            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
DJIA           49.526,17   -1,1    -537,29       50.063,46 
S&P-500         7.408,50   -1,2     -92,74        7.501,24 
NASDAQ Comp    26.225,15   -1,5    -410,08       26.635,22 
NASDAQ 100     29.125,20   -1,5    -455,10       29.580,30 
 
US-Treasuries    Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre             4,08  +0,09       4,09            4,02 
5 Jahre             4,26  +0,14       4,27            4,16 
10 Jahre            4,60  +0,14       4,60            4,49 
 
DEVISEN          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mi, 17:05 
EUR/USD           1,1621   -0,4    -0,0047          1,1668     1,1709 
EUR/JPY           184,51   -0,2    -0,2900           184,8   184,8400 
EUR/CHF           0,9141   -0,0    -0,0003          0,9144     0,9161 
EUR/GBP           0,8725   +0,2     0,0018          0,8707     0,8662 
USD/JPY           158,77   +0,3     0,4200          158,35   157,8600 
GBP/USD           1,3314   -0,6    -0,0085          1,3399     1,3514 
USD/CNY           6,8092   +0,4     0,0241          6,7851     6,7908 
USD/CNH           6,8151   +0,4     0,0287          6,7864     6,7876 
AUS/USD           0,7147   -1,0    -0,0073           0,722     0,7256 
Bitcoin/USD    79.093,75   -2,8  -2.286,07       81.379,82  79.780,76 
 
ROHOEL           zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex         105,92   +4,7       4,75          101,17 
Brent/ICE         109,31   +3,4       3,59          105,72 
 
Metalle          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold            4.536,64   -2,4    -112,84        4.649,48 
Silber             75,87   -9,1      -7,61           83,48 
Platin          1.967,03   -4,3     -88,65        2.055,68 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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May 15, 2026 16:11 ET (20:11 GMT)

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