MÄRKTE EUROPA/Schwach - Gewinnmitnahmen und höhere Zinsen bremsen
15.05.2026 / 10:19 Uhr
DOW JONES--Nach der jüngsten Aufwärtsbewegung geht es an den europäischen Aktienmärkten am Freitag nach unten. Der DAX verliert 1,1 Prozent auf 24.195 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 1,3 Prozent nach unten. Einige Börsen wie die in der Schweiz, die an Christi Himmelfahrt geschlossen hatten, holen Kursgewinne vom Vortag nach. Zum Wochenausklang pausiert nur noch die Börse in Kopenhagen pausiert am Brückentag.
Unter Druck stehen Aktien aus dem Technologiesektor, insbesondere Halbleiterwerte, die bereits im asiatischen Handel sehr schwach im Markt lagen. Ihr Stoxx-Subindex verliert 1,4 Prozent. Noch schwächer zeigt sich der Index der Rohstoffaktien mit einem Minus von fast 2 Prozent. Am besten schlagen sich angesichts wieder steigender Ölpreise Aktien aus dem Energiesektor, der insgesamt knapp behauptet tendiert.
Neben Gewinnmitnahmen bremsen laut Marktbeobachtern die zuletzt gestiegenen und tendenziell weiter steigenden Zinsen. Hintergrund sind immer neue Preisdaten, die eine noch stärkere Inflation zeigen als ohnehin wegen des Energierpreisschocks in Folge des Iran-Kriegs erwartet. Zuletzt fielen in den USA Verbraucher-, Erzeuger- und Importpreise höher als geschätzt aus. Als Folge halten die Spekulationen über Zinsanhebungen der Notenbanken an. Und höhere Zinsen bedeuten geringere Gewinnmargen bei den Unternehmen. Die deutsche Zehnjahresrendite liegt aktuell bei 3,05 Prozent, im Bereich eines 15-Jahreshochs.
Zu hören ist im Handel aber auch von Enttäuschung über den US-chinesischen Gipfel in Peking angesichts fehlender konkreter Vereinbarungen. UBS-Volkswirt Paul Donovan spricht von teurer Symbolpolitik, während die grundlegenden Konflikte ungelöst blieben. Chinas Präsident Xi spreche von einer Einigung, die Handelsbeziehungen stabil zu halten. "Stabilität" sei jedoch kein Begriff, den man normalerweise mit der US-Handelspolitik der vergangenen 15 Monate in Verbindung bringe. Bei den Themen Taiwan, technologische Vorherrschaft oder dem Iran-Krieg habe es keine greifbaren Ergebnisse gegeben.
Aktien von Chipherstellern leiden wie schon in Asien unter Zweifeln, ob die USA weitere Chipverkäufe nach China zulassen werden und ob China überhaupt vermehrt Chips importieren will. Dazu werden Technologieaktien wegen ihrer oft hohen Bewertungen vor dem Hintergrund des Zinsanstiegs kritischer gesehen. Infineon notieren 6 Prozent im Minus, Aixtron 5,6, STMicro 4,5 oder ASML 4,3 Prozent,
Rohstoffaktien leiden unter nachgebenden Preisen für Gold und Silber. Fresnillo und Hochschild Mining büßen je fast 6 Prozent ein. Die Schwäche bei den Edelmetallen wird ebenfalls auch auf die hohen Zinsen zurückgeführt, weil das zinslose Gold als Anlage an Attraktivität beispielsweise zu Anleihen verliert. Die Aktie des breiter aufgestellten Bergbaukonzerns Anglo American gibt um 3,9 Prozent nach, Glencore verlieren 2,4 Prozent.
Fraport verlieren 0,8 Prozent. Die Streiks bei der Lufthansa haben wie erwartet das Passagieraufkommen am Frankfurter Flughafen im April erheblich geschmälert. Von den insgesamt sechs Streiktagen durch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit und die Flugbegleitergewerkschaft Ufo im April waren rund 500.000 Fluggäste betroffen.
Beim IT-Dienstleister Nagarro hat sich im ersten Quartal die Phase der Nachfrageschwäche aus dem Vorquartal fortgesetzt, die Aktie verliert 5 Prozent. Nagarro hat gleichwohl den Ausblick bestätigt. Freenet gewinnen 1,2 Prozent. Das Unternehmen hat nach einem negativen Ergebniseffekt bei dem übernommenen Unternehmen Mobilezone im ersten Quartal wie erwartet weniger verdient. Freenet will nun "gezielte operative und kommerzielle Maßnahmen" ergreifen, um den Effekt im Hinblick auf die finanziellen Ziele für 2028 auszugleichen.
In Paris geben LVMH um 0,8 Prozent nach. Der Luxusgüterhersteller verkauft die Marke Marc Jacobs für 850 Millionen Dollar, worüber laut Analysten zuvor bereits spekuliert wurde, wobei teils höhere Preiserwartungen kursierten.
Stellantis verlieren in Mailand 1,6 Prozent, nachdem der französisch-italienische Autobauer einen rund 1 Milliarde Euro schweren Vertrag mit dem chinesischen Partner Dongfeng unterzeichnet hat, um Fahrzeuge der Marken Peugeot und Jeep in China zu produzieren.
INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 5.858,95 -1,3 -76,01 5.934,96 1,2 Stoxx-50 5.082,92 -0,8 -42,60 5.125,52 3,4 DAX 24.195,38 -1,1 -260,88 24.456,26 -1,2 MDAX 31.460,29 -1,4 -433,59 27.039,42 2,8 TecDAX 3.795,59 -1,6 -61,37 3.091,28 4,8 SDAX 18.403,35 -1,1 -201,01 13.062,07 7,2 FTSE 10.288,33 -0,8 -84,60 10.372,93 3,6 CAC 8.007,88 -0,9 -74,39 8.082,27 -1,7 SMI 13.283,07 +0,5 70,11 13.212,96 0,1 ATX 5.895,91 -0,4 -25,89 5.921,80 10,7 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:05 EUR/USD 1,1637 -0,3 -0,0031 1,1668 1,1733 EUR/JPY 184,4 -0,2 -0,4000 184,8 184,9500 EUR/CHF 0,9134 -0,1 -0,0010 0,9144 0,9168 EUR/GBP 0,8708 +0,0 0,0001 0,8707 0,8676 USD/JPY 158,44 +0,1 0,0900 158,35 157,6200 GBP/USD 1,3363 -0,3 -0,0036 1,3399 1,3520 USD/CNY 6,8027 +0,3 0,0176 6,7851 6,7920 USD/CNH 6,8057 +0,3 0,0193 6,7864 6,7946 AUS/USD 0,7168 -0,7 -0,0052 0,722 0,7227 Bitcoin/USD 80.826,26 -0,7 -553,56 81.379,82 80.451,74 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 103,09 +1,9 1,92 101,17 Brent/ICE 107,32 +1,5 1,60 105,72 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.573,89 -1,6 -75,59 4.649,48 Silber 78,87 -5,5 -4,61 83,48 Platin 2.000,60 -2,7 -55,08 2.055,68
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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May 15, 2026 04:18 ET (08:18 GMT)
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