MÄRKTE EUROPA/Uneinheitlich - Umschichtung von Rüstung in Defensive
11.05.2026 / 18:10 Uhr
DOW JONES--Mit einer uneinheitlichen Tendenz haben die europäischen Aktienmärkte am Montag den Handel beendet. Die Nachrichtenlage vom Iran-Krieg über die Ukraine sowie den am Dienstag anstehenden US-Inflationsdaten und dem Treffen zwischen Chinas Präsident Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump lud nicht zu Nettokäufen ein, stattdessen wurde verstärkt umgeschichtet. Rüstungsaktien setzten ihre Talfahrt mit gebremsten Tempo fort, gesucht waren hingegen Telekom- und Rohstoffwerte. Marktanalyst Andreas Lipkow von CMC Markets sprach von einer starken Rotation am Aktienmarkt. Anleger würden nun wieder defensive Titel bevorzugen. Der DAX zeigte sich wenig verändert bei 24.350 Punkten, der Euro-Stoxx-50 verlor dagegen 0,3 Prozent auf 5.895 Punkte.
Für Risikoscheu sorgten steigende Ölpreise, nachdem US-Präsident Trump die Antwort des Iran auf den US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges als "inakzeptabel" bezeichnet hatte. Brent-Öl verteuerte sich um 2,8 Prozent auf 104,08 Dollar.
Marktstrategen wiesen dazu auf die neuen US-Inflationsdaten als Risikofaktor hin: Frank Sohlleder von ActivTrades sieht sogar das Risiko, dass sie "die letzte Zinshoffnung zerstören" könnten. Das konnte die ohnehin tief gespaltene US-Notenbank zwingen, weitere Zinsschritte "rigoros vom Tisch zu nehmen".
Mit einem fortgesetzten Einbruch zeigten sich Rüstungsaktien. Analysten sahen den Druck im Zusammenhang mit den Friedensbemühungen in der Ukraine. Dazu setzte sich bei Analysten die Ansicht durch, dass das Sondervermögen der Bundesregierung nicht vollumfänglich für die Ausstattung der Bundeswehr ausgegeben wird. Dies war aber in den Umsatzerwartungen der Branchenaktien so eingepreist.
Für Rheinmetall ging es weitere um 2,7 Prozent abwärts nach fast 10 Prozent Minus am Freitag. Hensoldt (-3%) und Renk (-3,8%) verloren sogar noch deutlicher. Die Papiere des Marineschiffbauunternehmens TKMS brachen nach Zweitquartalszahlen um 6,6 Prozent ein, obwohl sie bei starkem Umsatzwachstum die Marge verbessern konnten. Im Ausblick sahen sie sich auf Kurs, die im Februar angehobene Jahresprognose zu erreichen.
Die Bewegung war aber europaweit: Leonardo in Mailand verloren 3,5 Prozent und Kongsberg in Oslo 4,1 Prozent. Händler sahen darin Indizien, dass es hier rein um Gewinnmitnahmen in europäischen Aktien ging, denn Rüstungsaktien aus den USA notierten im Plus.
Delivery Hero haussierten um 18,1 Prozent auf 23,60 Euro dank der Meldung, dass Prosus seine Beteiligung an dem Lieferdienst gesenkt und ein Paket von 5 Prozent an Aspex Management verkauft hat. Der Verkaufspreis betrug 22,00 Euro pro Aktie.
Bei BASF (+3,5%) verwiesen Händler auf Goldman Sachs und deren bestätigte Kauf-Empfehlung samt Kursziel-Erhöhung. Denn wegen der schlechten Stimmung im Sektor seien Fonds untergewichtet in der Aktie gewesen. Das Ifo-Geschäftsklima der Chemie war vergangene Woche auf ein Drei-Jahrestief gebrochen.
Hannover Rück (-2,6%) profitierte im ersten Quartal von einem geringen Aufkommen an Großschäden. Das Nettoergebnis legte nun knapp die Hälfte zu auf 711 Millionen Euro. Analysten hatten aber noch einen Tick mehr erwartet. Der Ausblick wurde aber bestätigt.
Beim Maschinen- und Anlagenbauer Gea (-4,9%) fielen die Zahlen zum ersten Quartal für die Analysten der DZ Bank beim Auftragseingang minimal besser aus als erwartet. Umsatz und operatives Ergebnis lagen im Rahmen der Konsensschätzungen. Der freie Cashflow konnte dagegen nicht überzeugen.
Die Aktien von Hochtief verloren nach Zahlen 1,4 Prozent. Um 0,9 Prozent nach unten ging es für Thyssenkrupp Nucera. Der Anbieter von Elektrolyse-Technologien für grünen Wasserstoff meldete durchwachsene Zahlen, hielt an der im März angepassten Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 aber fest.
=== Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 5.895 -0,3 2,07 Stoxx-50 5.075 0,1 3,10 Stoxx-600 613 0,1 3,37 DAX 24.350 0,0 -0,62 FTSE-100 London 10.233 0,4 3,04 CAC-40 Paris 8.113 -0,7 -0,45 AEX Amsterdam 1.018 -0,2 6,96 ATHEX-20 Athen 5.788 0,7 8,17 BEL-20 Brüssel 5.463 0,6 7,58 BUX Budapest 134.545 -0,2 21,18 OMXH-25 Helsinki 6.241 0,7 9,43 OMXC-20 Kopenhagen 1.516 1,6 -5,71 PSI 20 Lissabon 9.067 1,1 9,72 IBEX-35 Madrid 17.889 -0,2 3,36 FTSE-MIB Mailand 49.290 0,8 9,67 OBX Oslo 1.910 0,4 19,53 PX Prag 2.535 -0,3 -5,61 OMXS-30 Stockholm 3.074 0,2 6,62 WIG-20 Warschau 131.781 1,2 11,08 ATX Wien 5.884 0,9 10,46 SMI Zürich 13.101 0,0 -1,26 EUR/USD 1,1779 -0,0 -0,0005 1,1784 1,1775 EUR/JPY 184,99 +0,2 0,3600 184,63 184,4700 EUR/CHF 0,9156 +0,1 0,0006 0,9150 0,9150 EUR/GBP 0,863 -0,2 -0,0013 0,8643 0,8641 USD/JPY 157,04 +0,3 0,3900 156,65 156,6400 GBP/USD 1,3646 +0,1 0,0014 1,3632 1,3623 USD/CNY 6,7948 -0,1 -0,0057 6,8005 6,8011 USD/CNH 6,7915 -0,1 -0,0035 6,7950 6,7965 AUS/USD 0,7257 +0,2 0,0013 0,7244 0,7241 Bitcoin/USD 81.371,75 +0,9 692,44 80.679,31 79.944,80 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 97,94 +2,6 2,52 95,42 Brent/ICE 104,08 +2,8 2,79 101,29 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.731,11 +0,4 16,70 4.714,41 Silber 85,89 +6,9 5,57 80,32 Platin 2.121,82 +3,2 66,46 2.055,35 ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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