MÄRKTE USA/Nahost-Verunsicherung beschert Börse Gewinnmitnahmen
07.05.2026 / 22:14 Uhr
DOW JONES--Nach den Allzeithochs der vergangenen Tage haben Anleger an der Wall Street am Donnerstag Gewinne mitgenommen. Denn positive Schlagzeilen zu den Friedenverhandlungen im Nahen Osten blieben aus. Vielleicht sei man am Vortag zu optimistisch hinsichtlich des möglichen Endes des Iran-Krieges gewesen, hieß es. Der Iran hat laut einem Sprecher noch keine Entscheidung über Verhandlungen mit den USA getroffen. Für sinkende Aktienkurse und steigende Ölpreise sorgte ein Bericht des Wall Street Journal, wonach die USA erwägen, die Operation zur Begleitung von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus wieder aufzunehmen. Präsident Donald Trump hatte die Operation am Vortag ausgesetzt. Die Marineeskorten ("Project Freedom") hatten erst am Montag begonnen. Im Handel interpretierte man die Schlagzeilen als Abkehr einer diplomatischen Lösung zur Öffnung der Straße von Hormus.
Julius Bär warnte, dass die globale Erholungsrally am Vortag einen verfrühten Optimismus im Hinblick auf den Iran-Krieg widerspiegele und nicht mit einer Lösung verwechselt werden dürfe. Die Märkte preisten Wahrscheinlichkeiten und nicht Ergebnisse ein. In diesem Umfeld verlor der Dow-Jones-Index 0,6 Prozent auf 49.597 Punkte - nach einem Tageshoch über der Marke von 50.000 Zählern. S&P-500 und Nasdaq-Composite gaben 0,4 bzw. 0,1 Prozent ab. Nach ersten Angaben gab es an der Nyse 1.012 (Mittwoch: 1.913) Kursgewinner und 1.733 (857) -verlierer. Unverändert schlossen 70 (49) Titel.
Die Ölpreise gaben zunächst deutlich nach, erholten sich aber mit den Schagzeilen zum Iran-Krieg deutlich. Brent-Öl verteuerte sich um 0,7 Prozent und kostete wieder über 100 Dollar je Fass. Mit dem Ölpreisanstieg drehten die US-Renditen ins Plus. Das Anspringen der Ölpreise ließ Inflationssorgen wieder etwas hochkochen. Die Zehnjahresrendite stieg daher um 3 Basispunkte auf 4,39 Prozent. Die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten fielen zudem einen Tick besser als befürchtet aus. Die Daten zeigten, dass der US-Arbeitsmarkt weiterhin robust ist, was Zinssenkungen durch die Fed unwahrscheinlicher machen könnte. Der Dollar-Index gewann mit gestiegenen Marktzinsen 0,1 Prozent. Der Goldpreis (+0,4%) verteuerte sich leicht, gab höhere Aufschläge mit dem Dreh der Anleiherenditen aber wieder ab.
Im Technologiesektor wartete Arm einerseits mit guten Quartalszahlen auf, andererseits aber auch mit der Nachricht, dass die Nachfrage derart steige, dass man Schwierigkeiten habe, ihr nachzukommen. Zudem warnte der Konzern vor einer Flaute in der Mobiltelefonbranche - eine wichtige Erlösquelle des Halbleiteranbieters. Für die Aktien ging es darauf um 10,1 Prozent nach unten. Die am Vortag sehr festen AMD und Intel gaben um rund 3 Prozent nach. Apple stiegen auf Allzeithoch, schlossen dann aber knapp im Minus.
McDonald's drehten mit dem Gesamtmarkt 0,2 Prozent ins Minus - trotz übertroffenen Umsatz- und Gewinnerwartungen im ersten Quartal. Whirlpool knickten um 11,9 Prozent ein. Der Hersteller von Kühlschränken und Waschmaschinen hatte seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr etwa halbiert und angekündigt, die Dividende auszusetzen, um sich auf den Schuldenabbau zu konzentrieren.
Tesla zogen nach starkem China-Absatz um 3,3 Prozent an. Snap und Perplexity hatten eine Vereinbarung zur direkten Integration der KI-basierten Antwortmaschine des Startups Perplexity in die Social-Media-Plattform aufgehoben. Damit entwich bei Snap die Fantasie einer verbesserten Rentabilität. Der Kurs sank 1,9 Prozent.
Doordash kletterten nach Geschäftsausweis um 2,1 Prozent. Das Lieferunternehmen gewann im Quartal mehr Kunden für seine US-Angebote im Bereich Lebensmittel und Einzelhandel. Fortinet schossen um 20 Prozent nach oben. Der Anbieter von Cybersicherheit hatte die Gewinnerwartungen übertroffen und einen starken Ausblick abgegeben.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 49.596,97 -0,6 -313,62 49.910,59 S&P-500 7.337,11 -0,4 -28,01 7.365,12 NASDAQ Comp 25.806,20 -0,1 -32,75 25.838,94 NASDAQ 100 28.563,95 -0,1 -35,22 28.599,17 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 3,91 +0,04 3,93 3,82 5 Jahre 4,04 +0,04 4,05 3,95 10 Jahre 4,39 +0,03 4,40 4,31 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 13:50 EUR/USD 1,1744 -0,0 -0,0003 1,1747 1,1695 EUR/JPY 184,12 +0,2 0,4400 183,68 183,8300 EUR/CHF 0,915 +0,0 0,0001 0,9149 0,9174 EUR/GBP 0,8651 +0,1 0,0010 0,8641 0,8636 USD/JPY 156,76 +0,2 0,3700 156,39 157,1400 GBP/USD 1,3574 -0,1 -0,0017 1,3591 1,3540 USD/CNY 6,8014 -0,1 -0,0096 6,8110 6,8300 USD/CNH 6,8055 -0,1 -0,0079 6,8134 6,8278 AUS/USD 0,7225 -0,2 -0,0011 0,7236 0,7176 Bitcoin/USD 80.118,99 -1,6 -1.294,07 81.413,06 78.806,24 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 96,32 +1,3 1,24 95,08 Brent/ICE 101,96 +0,7 0,69 101,27 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.709,19 +0,4 20,14 4.689,05 Silber 79,30 +2,5 1,97 77,33 Platin 2.034,38 -1,3 -26,45 2.060,83 ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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May 07, 2026 16:13 ET (20:13 GMT)
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