MÄRKTE ASIEN/Aktien drehen mit Trump gen Süden ab - Öl teurer

02.04.2026 / 09:21 Uhr

DOW JONES--US-Präsident Donald Trump hat weiter die Schlagzeilen und das Marktgeschehen an den asiatischen Börsen bestimmt. Denn die drehten am Donnerstag nach anfänglichen Aufschlägen zum Teil deutlich ins Minus in Reaktion auf die Trump-Rede zum Iran-Krieg. Der US-Präsident machte Hoffnungen auf ein rasches Ende des Nahostkrieges zunichte. Trump wiederholte, dass der Krieg gegen Iran kurz vor dem Ende stehe und nannte erneut ein Zeitfenster von zwei bis drei Wochen.

Zugleich drohte er aber auch, er werde wenn nötig den Iran in die "Steinzeit" befördern. Marktakteure zeigten sich enttäuscht. Trump habe weitere Militärschläge gegen den Iran signalisiert und Händler warteten nicht, bis diese erfolgten, um sie einzupreisen, erläuterte SX-Analystin Rania Gule. Der Markt preise ein Teil der Vortageseuphorie wieder aus, hieß es. Während Aktien nachgaben, stiegen Notierungen für Erdöl und den Fluchthafen Dollar.

Jede Hoffnung auf klare Leitlinien für ein Ende des Konflikts im Iran sei nach der Rede von Trump zunichte gemacht worden, meinte ANZ-Rohstoffstratege Daniel Hynes. "Das hat der Risikobereitschaft einen Schlag versetzt", sagte er. Zur Ölpreisentwicklung sagte Trump, Länder, die Öl über die Seestraße von Hormus bezögen, müssten sich um die Passage selbst kümmern. "Sie müssen es in die Hand nehmen und es wertschätzen, sie können das leicht tun. Wir werden hilfreich sein, aber sie sollten die Führung beim Schutz des Öls übernehmen, von dem sie so dringend abhängig sind."

Damit dürfte die Meerenge bis auf Weiteres faktisch geschlossen bleiben, was die Ölpreise weiter nach oben hieven dürfte. Zuletzt verteuerte sich Rohöl der Sorte Brent um 6,5 Prozent auf 107,76 Dollar je Fass.

Laut Nomura-Stratege Chetan Seth bleiben die kurzfristigen Aussichten am asiatischen Aktienmarkt getrübt, da die Märkte weiterhin von Schlagzeilen bestimmt würden. Der Analyst rät aufgrund von Konjunktur- und Ertragsrisiken bei indischen und, in geringerem Maße, bei Aktien aus Indonesien und den Philippinen zur Vorsicht. Im Gegensatz dazu dürften die Märkte in Malaysia, Hongkong und China relativ widerstandsfähig bleiben.

Der japanische Nikkei-225 gab seine anfänglichen Gewinne ab und drehte 2,4 Prozent auf 52.463 Punkte ins Minus - belastet von Aktien aus dem Elektroniksektor. Noch deutlicher vollzog sich der Dreh ins Minus in Südkorea. Der Kospi gab nach Aufschlägen von 1,3 Prozent zur Eröffnung 4,5 Prozent ab - gedrückt von Titeln aus den Sektoren Automobilbau und Bauwesen. Der südkoreanische Leitindex hatte am Vortag mit einem Aufschlag von 8,4 Prozent besonders euphorisch auf Hoffnungen auf ein Kriegsende reagiert. Folglich galt es nun einiges auszupreisen, hieß es im Handel. Die Inflation in Südkorea könnte sich in den kommenden Monaten trotz staatlicher Preisdeckel für Kraftstoffe aufgrund höherer Energiekosten beschleunigen, urteilte ING-Analystin Min Joo Kang.

Die Börsen in China zeigten sich wie von Nomura dargelegt widerstandsfähiger: Der HSI in Hongkong verlor im späten Handel 1,2 Prozent und der Shanghai-Composite schloss 0,7 Prozent tiefer. Auch der australische S&P/ASX-200 gab seine frühen Gewinne wieder ab und büßte 1,1 Prozent ein. Von den elf Sektoren des ASX schlossen nur die relativ defensiven Sektoren für Basiskonsumgüter und Versorger im Plus. Der schwergewichtige Rohstoffsektor war mit einem Verlust von 2,8 Prozent der größte Belastungsfaktor, da die Aktien von Eisenerz-, Lithium- und Goldminenbetreibern allesamt nachgaben. BHP fallen um 2,5 Prozent und Rio Tinto um 3,3 Prozent.

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INDEX                       zuletzt  +/- %      % YTD  Handelsschluss 
S&P/ASX 200 (Sydney)       8.579,50   -1,1       -1,5           07:00 
Nikkei-225                52.463,27   -2,4         -            08:00 
Topix 500 (Tokio)          2.816,46   -1,6       +5,9           08:00 
Kospi (Seoul)              5.234,05   -4,5      +24,2           08:30 
Hang-Seng (Hongkong)      24.987,92   -1,2       -2,5           10:00 
Shanghai-Composite         3.919,29   -0,7       -1,2           09:00 
Straits-Times (Singapur)   4.937,05   -0,8       +6,2           11:00 
IDX Comp. (Indonesien)     7.065,88   -1,7      -18,3           10:00 
KLCI (Malaysia)            1.691,19   -1,0       +0,7           10:00 
 
DEVISEN                     zuletzt  +/- %      00:00       Mi, 09:21  % YTD 
EUR/USD                      1,1529   -0,5     1,1588          1,1591   -1,8 
EUR/JPY                      183,90   -0,0     183,95          183,56   -0,1 
EUR/GBP                      0,8723   +0,2     0,8708          0,8722   +0,1 
USD/JPY                      159,54   +0,5     158,78          158,40   +1,8 
USD/KRW                    1.517,08   +0,3   1.512,55        1.498,90   +5,3 
USD/CNY                      6,8886   +0,2     6,8720          6,8714   -1,5 
USD/CNH                      6,8916   +0,2     6,8757          6,8725   -1,2 
USD/HKD                      7,8365   -0,0     7,8376          7,8364   +0,7 
AUD/USD                      0,6873   -0,8     0,6926          0,6939   +3,0 
NZD/USD                      0,5708   -0,8     0,5752          0,5764   -0,8 
BTC/USD                   66.594,72   -2,3  68.178,72       68.885,11  -24,1 
 
ROHÖL                       zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                    106,15   +6,0       6,03          100,12 
Brent/ICE                    107,76   +6,5       6,60          101,16 
 
Metalle                     zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                       4.609,71   -3,1    -147,59        4.757,30 
Silber                        70,73   -5,8      -4,39           75,12 
Platin                     1.898,30   -3,3     -65,36        1.963,66 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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