IRAN-BLOG/EU will bei baldiger Wiederöffnung der Straße von Hormus helfen
02.04.2026 / 11:54 Uhr
Nachrichten, Kommentare, Einschätzungen und Entwicklungen im Nahen Osten:
EU will bei baldiger Wiederöffnung der Straße von Hormus helfen
Ursula von der Leyen, die Präsidentin der EU-Kommission, hat zugesagt, gemeinsam mit Partnern an der Sicherstellung der Schifffahrtsfreiheit in der Straße von Hormus zu arbeiten, sobald dies möglich sei. "Irans Handeln gefährdet die globale wirtschaftliche Stabilität", schrieb von der Leyen auf X nach einem Telefonat mit dem britischen Premierminister Keir Starmer am Vortag. Starmer sprach am Mittwoch zudem mit Bundeskanzler Friedrich Merz und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, um über den Nahostkonflikt zu beraten. Großbritannien wird heute die Außenminister von 35 Nationen - darunter mehrere EU-Staaten, aber unter Ausschluss der USA - zusammenrufen, um über die Wiederöffnung der Meerenge zu diskutieren.
Amerikaner vor möglichen Angriffen in Bagdad gewarnt
Das US-Außenministeriums hat Amerikaner gewarnt, dass mit dem Iran verbündete irakische Terrormilizen in den nächsten 24 bis 48 Stunden Angriffe im Zentrum von Bagdad verüben könnten. Nach Angaben der US-Botschaft in Bagdad könnten zu den Zielen amerikanische Staatsbürger oder Unternehmen, Universitäten oder Einrichtungen gehören, die mutmaßlich mit den USA in Verbindung stehen. Der Irak befindet sich derzeit auf der höchsten Stufe der Reisewarnungen. Dies bedeutet, dass Amerikaner Reisen in das Land vermeiden oder es sofort verlassen sollten. "Die irakische Regierung war nicht in der Lage, Terroranschläge zu verhindern, die innerhalb ihres Territoriums stattfinden oder von dort ausgehen", heißt es in der US-Warnung.
Iran weist Behauptung militärischer Schwächung zurück
Das gemeinsame Oberkommando des iranischen Militärs hat die Darstellung zurückgewiesen, dass seine militärischen Fähigkeiten abgenommen hätten. Diese Äußerungen fielen wenige Stunden nach einer Fernsehansprache von US-Präsident Trump. In dieser hatte er "überwältigende Siege" gegen die Streitkräfte Teherans behauptet. Die Erklärung nannte Trump nicht namentlich. Solche Einschätzungen beruhten auf unvollständigen Informationen oder seien schlichtweg falsch, sagte ein Sprecher des zentralen Hauptquartiers Khatam al-Anbiya, der höchsten operativen Kommandozentrale des Iran. Wichtige Produktionsstätten befänden sich an geheimen, unerreichbaren Orten, sagte der Sprecher. In Zukunft seien weitere militärische Aktionen des Iran zu erwarten, fügte er hinzu.
Keine Passage von LNG-Schiffen durch Straße von Hormus im März
Nach Angaben von TankerTrackers.com, einer Website zur Schiffsverfolgung, sind im Monat März keine Tanker mit verflüssigtem Erdgas durch die Straße von Hormus gefahren. "Nach unserem besten Wissen ist im März 2026 kein einziger LNG-Tanker über die Straße von Hormus abgefahren", teilte sie am Montag mit. Normalerweise werden etwa 20 Prozent des weltweiten LNG-Angebots durch die Wasserstraße transportiert. Die Erdgaspreise in Europa und Asien sind infolge des Rückgangs der Brennstoffversorgung stark gestiegen.
Trump signalisierte Interesse an Waffenstillstand
Die USA haben Vermittlern mitgeteilt, dass sie für ein Waffenstillstandsabkommen mit dem Iran offen seien, solange bestimmte Bedingungen erfüllt würden. Dies sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die amerikanische Bedingung lautet, dass ein Abkommen die Straße von Hormus für die Schifffahrt offen und sicher halten müsse, sagten einige der Personen. Präsident Trump schrieb zuvor in den sozialen Medien, er werde einem Waffenstillstand nicht zustimmen, es sei denn, die Straße von Hormus sei offen, frei und sicher. Außenminister Marco Rubio sagte, es wäre inakzeptabel, wenn der Iran Mautgebühren für den Verkehr in der Meerenge erheben würde. Trump schrieb zudem in den sozialen Medien, der Iran habe um einen Waffenstillstand gebeten. Der Iran bestreitet dies.
Krieg blockiert Düngemittelexporte
Der Krieg hat die Rolle des Persischen Golfs als führender weltweiter Lieferant von Düngemitteln, die mit Schwefel, Harnstoff und Phosphaten hergestellt werden, untergraben. Das Schifffahrtsdatenunternehmen Kpler teilt mit, dass im ersten Monat des Krieges nur 1.495 metrische Tonnen Düngemittel auf Schiffe verladen worden seien. Im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 seien es noch 3.364 Tonnen gewesen. Die Region ist traditionell für die weltweite Versorgung mit Düngemitteln noch wichtiger als für Öl. Dort werden 45 Prozent des gehandelten Schwefels und 35 Prozent des Harnstoffs produziert. Beim Rohöl sind es im Vergleich dazu 20 Prozent. Nun lassen Diplomaten verschiedene Vorschläge zirkulieren. Diese zielen darauf ab, den Iran dazu zu bewegen, humanitäre Hilfe in Betracht zu ziehen und die Meerenge für den Export dieser Materialien zu öffnen.
Trump äußert sich weder zur Nato noch zu Bodentruppen
US-Präsident Donald Trump ist in seiner Rede an die Nation weder auf die mögliche Entsendung von Bodentruppen in den Iran noch auf einen möglichen Austritt der USA aus der Nato eingegangen, mit dem Trump am Vortag gedroht hatte. Stattdessen forderte Trump die Verbündeten auf, Öl aus den USA zu kaufen, und erklärte, Washington werde künftig kein Öl mehr über die Straße von Hormus importieren. "Die Vereinigten Staaten importieren fast kein Öl über die Straße von Hormus und werden es auch in Zukunft nicht tun", sagte Trump. Verbündete, die auf Öl aus dem Nahen Osten angewiesen sind, das durch die faktisch vom Iran blockierte Straße von Hormus transportiert wird, sollten "zur Straße gehen und es sich einfach nehmen, es schützen und für sich selbst nutzen". "Wir werden helfen, aber sie sollten die Führung übernehmen, wenn es darum geht, das Öl zu schützen, von dem sie so verzweifelt abhängig sind", so Trump.
Trump: Straße von Hormus wird sich "ganz natürlich öffnen"
Nach den Worten von US-Präsident Donald Trump wird sich die Straße von Hormus nach dem Iran-Krieg "ganz natürlich öffnen". Dann würden die Benzinpreise schnell wieder sinken und die Aktienkurse schnell wieder steigen. "Unsere Wirtschaft ist stark und verbessert sich Tag für Tag, und sie wird schon bald stärker zurückkommen als je zuvor", versicherte Trump. "Sie wird die Werte von vor einem Monat übertreffen." Er wies auch auf einige starke Tage an den US-Börsen hin. "Wir haben uns tatsächlich viel besser geschlagen, als ich dachte, aber wir mussten diesen kleinen Ausflug in den Iran machen, um diese schreckliche Bedrohung loszuwerden", fügte der US-Präsident hinzu.
Trump: USA haben "einfache und klare" Ziele im Iran
Nach den Worten von US-Präsident Donald Trump sind die Ziele der USA im Iran "sehr einfach und klar". "Wir demontieren systematisch die Fähigkeit des Regimes, Amerika zu bedrohen oder Macht außerhalb seiner Grenzen zu projizieren", sagte Trump in seiner Rede zum Iran-Krieg. Die Marine und Luftwaffe Teherans seien zerstört worden und deren Raketen seien "so gut wie aufgebraucht oder besiegt". Die USA hätten Teherans "Verteidigungsindustrie vernichtet". Anfang der Woche hätten die USA ein iranisches Munitionsdepot mit Bunkerbrecherbomben angegriffen. "Insgesamt werden diese Maßnahmen das iranische Militär lähmen, ihre Fähigkeit zur Unterstützung terroristischer Stellvertreter zerschlagen und ihnen die Möglichkeit nehmen, eine Atombombe zu bauen", so Trump.
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April 02, 2026 05:53 ET (09:53 GMT)
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