MARKT USA/Wall Street nach Trump-Aussagen zu Iran schwach erwartet
02.04.2026 / 11:56 Uhr
Mit deutlichen Abgaben dürfte die Wall Street am Donnerstag in den letzten Handelstag vor dem langen Osterwochenende starten. Erst am Montag wird an den US-Börsen wieder gehandelt. Erneute Sorgen vor einer Eskalation des Iran-Krieges drücken auf das Sentiment. US-Präsident Donald Trump machte die Hoffnungen auf ein rasches Ende des Nahostkrieges in seiner mit Spannung erwarteten Rede zunichte. Trump wiederholte, dass der Krieg gegen Iran kurz vor dem Ende stehe und nannte erneut eine Zeitspanne von zwei bis drei Wochen. Zugleich drohte er aber auch, er werde wenn nötig den Iran in die "Steinzeit" befördern. Der Future auf den S&P-500 reduziert sich um 1,2 Prozent.
"Die Marktstimmung hat sich über Nacht verschlechtert", sagt Peter Sidorov, Ökonom bei der Deutschen Bank. Trumps Rede "lieferte wenig bis gar nichts Neues zu potenziellen Zeitplänen oder Bedingungen für die Beendigung der Feindseligkeiten gegen den Iran (...). Es gab kein Signal, dass die USA einen unmittelbaren Ausweg aus dem Krieg suchen", fügt er hinzu.
Mit den Ölpreisen geht es kräftig nach oben. Die Trump-Aussagen schürten die Sorgen vor Versorgungsunterbrechungen, so Teilnehmer. Trump habe zwar im Allgemeinen seine Äußerungen wiederholt, dass der Krieg in einigen Wochen enden werde, aber der militärische Zeitplan sei nicht der wirtschaftliche, meint Chefökonom Ryan Sweet von Oxford Economics. Das Hauptrisiko sei die Straße von Hormus, und Trumps Rede habe jegliche Klarheit - oder einen Plan - zur Wiedereröffnung vermissen lassen. Das werde den Aufwärtsdruck auf den Ölpreis aufrechterhalten. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent steigt um 7,7 Prozent auf 108,94 Dollar.
Auf den wichtigsten Konjunkturtermin der Woche können die Märkte allerdings erst am Montag reagieren, denn der US-Arbeitsmarktbericht für März wird am Karfreitag veröffentlicht. "In einem Szenario, dass die Zahl der neu geschaffenen Stellen für März unter dem Konsens liegt und die Arbeitslosenquote auf 4,5 Prozent steigt, würden wir an diesem Tag eine reflexartige Dollar-Schwäche erwarten, da die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen der Fed im Jahr 2026 allmählich wieder eingepreist wird", so die die Strategen von TD Securities. Allerdings bleibe der Iran-Krieg ein Unsicherheitsfaktor und der Arbeitsmarktbericht allein werde die Aufmerksamkeit des Marktes vorerst wahrscheinlich nicht wieder auf die US-Wirtschaft lenken, so die Strategen.
Ob die am Berichtstag anstehenden US-Konjunkturdaten einen Impuls liefern werden, bleibt abzuwarten. So werden die wöchentlichen Erstanträge und die Handelsbilanz für Februar veröffentlicht.
Bei den Einzelwerten zeigen sich die Aktien von US-Fluggesellschaften mit Abgaben. Hier belasten die Sorgen vor einer weiteren Eskalation des Iran-Kriegs und die deutlich anziehenden Ölpreise. Delta Air Lines fallen um 3,0 Prozent und United Airlines büßen 3,6 Prozent ein. Dagegen legen die Aktien von Exxon Mobil und Occidental Petroleum mit den kräftig anziehenden Ölpreisen um 3,1 bzw. 3,3 Prozent zu.
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