XETRA-SCHLUSS/Sehr schwach - Inflations- und Konjunktursorgen belasten
20.03.2026 / 17:51 Uhr
DOW JONES--Mit erneut deutlichen Verlusten hat sich der deutsche Aktienmarkt am Freitag aus dem Handel verabschiedet. Der andauernde Krieg in Nahost und die dadurch bedingt hohen Ölpreise veranlassten Anleger zum Rückzug. Der DAX verlor 2 Prozent auf 22.380 Punkte. Mit Blick auf die Ölpreise hieß es von CMC Markets, mit jeder weiteren Woche auf diesen Preisniveaus erhöhe sich der Druck auf die Inflationsdynamik und die Dämpfung der europäischen Konjunktur. Allein die Auswirkungen bei den Flugkerosinpreisen dürften nicht folgenlos bleiben. Derweil stelle sich heraus, dass die bereits zerstörte Infrastruktur im Nahen Osten die Lieferketten für Öl, Gas und viele andere Rohstoffe für mehrere Monate stören werde.
Der Große Verfalltermin am Freitag verlief derweil weitgehend geräuschlos. Allerdings dürften viele Anleger bereits in den vergangenen Tagen Positionen glatt gestellt haben. Im Handel hieß es dazu, dass das recht hohe Absicherungsniveau seit Ausbruch des Irankriegs eine Stütze für die Börsen dargestellt habe. Nun würden die Karten neu gemischt.
Die beiden Versorger im DAX, Eon und RWE, wurden von gestiegenen Marktzinsen belastet. Sie verloren 4,2 bzw. 2,7 Prozent. Versorger gelten als stabile Dividendenzahler und ihre Aktien als "anleiheähnlich". In Zeiten steigender Zinsen werden indessen Anleihen attraktiver.
Gegen die negative Tendenz verbesserten sich Elmos Semiconductor um 8,6 Prozent. Das Unternehmen könnte nach Informationen von Reuters verkauft werden. Die Gründer prüften einen Ausstieg aus dem Unternehmen und hätten Morgan Stanley als Berater für den Verkaufsprozess engagiert, schrieb die Nachrichtenagentur und berief sich auf mehrere namentlich nicht genannte Quellen. Der deutsche Chipzulieferer für die Autoindustrie hat laut Reuters erste Gespräche mit potenziellen Käufern aufgenommen, darunter ein großer Halbleiterkonzern. Logische Kandidaten wären Infineon aus Deutschland und das US-Unternehmen Qualcomm. Infineon erhöhten sich um 1,5 Prozent, allerdings stützte hier vor allem eine Hochstufung auf "Overweight" durch JP Morgan.
Dank überzeugender Geschäftszahlen und eines ermutigenden Ausblicks des US-Wettbewerbers Fedex hielten sich die Aktien der Deutschen Post besser als der Markt. Sie schlossen 0,1 Prozent höher. Die Fuchs-Aktie gab nach Viertquartalszahlen um 2,6 Prozent nach. Die Zahlen waren sowohl auf der Umsatz- wie auch der Ergebnisseite besser als erwartet ausgefallen. Der Dividendenvorschlag lag mit 1,23 Euro je Anteilsschein über der Erwartung von 1,20 Euro. Der Ausblick war dagegen durchwachsen.
PNE (+3%) kalkuliert in ihrer Planung für das laufende Jahr mit einem um Sondereffekte bereinigten Konzern-EBITDA zwischen 110 und 140 Millionen Euro. Die Prognose liege oberhalb des Marktkonsenses, teilte das Unternehmen mit. Die Aktien der Rüstungsfirma Vincorion feierten ein erfolgreiches Börsendebüt. Der erste Kurs lag bei 19,30 Euro nach einem Ausgabepreis von 17 Euro. Zum Handelsende notierte die Aktie bei 18,70 Euro. Im Rahmen der Platzierung wurden insgesamt rund 20,3 Millionen Aktien aus dem Bestand des bisherigen Hauptaktionärs Star Capital zu einem Preis von 17,00 Euro pro Aktie bei Investoren untergebracht, teilte der Konzern mit und bezifferte das gesamte Platzierungsvolumen, inklusive der Greenshoe-Option, auf circa 345 Millionen Euro. Das entspricht einer Marktkapitalisierung von 850 Millionen Euro zum Zeitpunkt des Börsengangs.
=== Index zuletzt +/- % +/- % YTD DAX 22.380 -2,0 -8,5 DAX-Future 22.543 -2,0 -6,6 XDAX 22.345 -2,9 -9,1 MDAX 27.796 -2,2 -9,0 TecDAX 3.420 -1,5 -5,6 SDAX 16.198 -1,1 -5,4 zuletzt +/- Ticks Bund-Future 125,11 -86 ===
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