MORNING BRIEFING - USA/Asien

14.01.2026 / 07:48 Uhr

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:

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+++++ TAGESTHEMA +++++

Chinas Handelsüberschuss hat im vergangenen Jahr mit 1,19 Billionen US-Dollar einen historischen Höchststand erreicht. Als US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr ins Weiße Haus zurückkehrte, hatten Ökonomen noch prognostiziert, dass neue Zölle die gewaltige Exportmaschinerie Chinas drosseln würden. Die Differenz zwischen den Ausfuhren und Einfuhren des Landes markiert damit einen Rekord. Wie die chinesische Zollbehörde am Mittwoch mitteilte, stiegen die Exporte im vergangenen Jahr auf Dollar-Basis um 5,5 Prozent gegenüber 2024. Im vorherigen Jahr hatte das Wachstum bei 5,9 Prozent gelegen. Zwar gingen die Lieferungen in die USA zurück, doch fanden chinesische Hersteller neue Abnehmer im Rest der Welt. Die durch Ausgaben für Künstliche Intelligenz angetriebene Weltwirtschaft setzte ihren Wachstumskurs fort, wodurch die Auslandsnachfrage stark blieb. Zudem machte ein weiteres Jahr mit fallenden Erzeugerpreisen chinesische Waren für Käufer in Übersee attraktiv. Dies half der chinesischen Wirtschaft dabei, im vergangenen Jahr stärker als erwartet zu wachsen, obwohl der Immobilienmarkt als auch die Stimmung der Verbraucher im Land weiter vor sich hin dümpelte. Die Exporte in die USA sanken im Jahr 2025 um 20 Prozent. Demgegenüber stiegen die Ausfuhren in südostasiatische Staaten um 13 Prozent. Die Lieferungen in die Europäische Union legten um 8,4 Prozent zu, während jene nach Lateinamerika um 7,4 Prozent und nach Afrika um 26 Prozent stiegen. Die gesamten Exporte für den Monat Dezember wuchsen im Jahresvergleich um 6,6 Prozent nach einem Plus von 5,9 Prozent im November. Die Importe stiegen um 5,7 Prozent.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN ++++++

12:45 US/Bank of America Corp, Ergebnis 4Q (14:30 Investorenkonferenz)

12:45 US/Wells Fargo & Co, Ergebnis 4Q

14:00 US/Citigroup Inc, Ergebnis 4Q

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

- US 
    14:30 Einzelhandelsumsatz November 
          PROGNOSE:  +0,4% gg Vm 
          zuvor:      0,0% gg Vm 
          Einzelhandelsumsatz ex Kfz 
          PROGNOSE:  +0,3% gg Vm 
          zuvor:     +0,4% gg Vm 
 
    14:30 Erzeugerpreise Oktober 
          PROGNOSE:  +0,1 gg Vm 
          zuvor:     +0,2% gg Vm. 
          Kernrate (ohne Nahrungsmittel und Energie) 
          PROGNOSE:  +0,2% gg Vm 
          zuvor:      k.A. 
 
    14:30 Erzeugerpreise November 
          PROGNOSE:  +0,3% gg Vm 
          zuvor:      k.A. 
          Kernrate (ohne Nahrungsmittel und Energie) 
          PROGNOSE:  +0,2% gg Vm 
          zuvor:      k.A. 
 
    14:30 Leistungsbilanz 3Q 
          PROGNOSE:   -232,5 Mrd USD 
          2. Quartal: -251,3 Mrd USD 
 
    16:00 Lagerbestände Oktober 
          PROGNOSE: +0,2% gg Vm 
          zuvor:    +0,2% gg Vm 
 
    16:00 NAR, Verkauf bestehender Häuser Dezember 
          PROGNOSE: +2,2% gg Vm 
          zuvor:    +0,5% gg Vm 
 
    16:30 Rohöllagerbestandsdaten (Woche) der staatlichen 
          Energy Information Administration (EIA) Vorwoche 
 
    20:00 Fed, Beige Book 
 

+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++

INDEX                       zuletzt  +/- % 
E-Mini-Future S&P-500      6.948,30  -0,2% 
E-Mini-Future Nasdaq-100  25.688,60  -0,2% 
S&P/ASX 200 (Sydney)       8.820,60  +0,1% 
Nikkei-225 (Tokio)        53.341,23  +1,5% 
Hang-Seng (Hongk.)        26.966,58  +0,4% 
Shanghai-Comp.             4.136,00  -0,1% 
Kospi (Seoul)              4.723,10  +0,6% 
 

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

OSTASIEN (VERLAUF)

Im asiatischen Handel steht am Mittwoch weiter die japanische Börse im Fokus. Der Nikkei-225 gewann 1,5 Prozent und sprang erstmals über die Marke von 54.000 Punkten. Getrieben wurde der japanische Leitindex weiter von der Hoffnung, dass mögliche vorgezogene Parlamentswahlen im nächsten Monat Position und Politik von Premierministerin Sanae Takaichi stärken werden. Beobachter gehen davon aus, dass Takaichi die Wahlen gewinnen würde. Ein Wahlsieg ermöglichte es Takaichi, eine aggressivere Fiskalpolitik, höhere Wachstumsinvestitionen sowie mutigere Sicherheitsmaßnahmen zu verfolgen. Daneben stehen Wirtschaftsdaten aus China im Blick. Der chinesische Handelsüberschuss hat im vergangenen Jahr mit 1,19 Billionen US-Dollar einen historischen Höchststand erreicht. In Shanghai gibt der Composite zwischenzeitliche Aufschläge wieder ab und stagniert nun auf Tagessicht. Peking hat eine Richtlinie angepasst, um den Kauf von Aktien auf Pump zu erschweren. In Hongkong liegt der Hang-Seng 0,4 Prozent im Plus. An den Rohstoffmärkten ziehen Gold, Silber und Kupfer kräftig an. Gold und Silber profitieren weiter von geopolitischen Unsicherheiten sowie der Sorge um die Unabhängigkeit der US-Notenbank. Die höheren Metallrohstoffpreise konnten jedoch die rohstofflastige Börse in Sydney (+0,1%) nicht stützen.

WALL STREET

INDEX                     zuletzt        +/- %    absolut  +/- % YTD 
DJIA                    49.191,99        -0,8%    -398,21      +3,2% 
S&P-500                  6.963,74        -0,2%     -13,53      +1,9% 
NASDAQ Comp             23.709,87        -0,1%     -24,03      +2,1% 
NASDAQ 100              25.741,95        -0,2%     -45,71      +2,1% 
 
                     Dienstag   Montag 
Umsatz NYSE (Aktien) 1,16 Mrd   1,16 Mrd 
Gewinner             1.477      1.580 
Verlierer            1.288      1.150 
Unverändert             73        103 
 

Knapp behauptet - Die auf den ersten Blick günstigen Inflationsdaten zeigten bei genauerem Hinsehen, dass die Belastung für die Verbraucher noch immer hoch ist. Die Daten untermauerten Erwartungen, dass die Federal Reserve bei ihrer Sitzung in diesem Monat keine Zinssenkung vornehmen wird. Daneben galt das Interesse der anlaufenden Bilanzsaison. JP Morgan gehörten mit einem Minus von 4,2 Prozent zu den größten Verlierern im Dow Jones. Die Bank hatte einen Gewinnrückgang gemeldet, der allerdings auf Sondereinflüsse zurückzuführen war. Bereinigt um Kosten für die Einführung der Apple-Kreditkarte übertraf der Gewinn die Konsensschätzung. Delta Air Lines (-2,4%) hatte zwar die Markterwartungen mit den Quartalszahlen geschlagen, der Ausblick enttäuschte aber. Bank of New York Mellon zogen nach gestiegenem Viertquartalsergebnis um 1,9 Prozent an. Moderna (+17%) kündigte an, im Lauf der kommenden beiden Jahre einen Kombi-Impfstoff gegen Covid und Grippe auf den Markt zu bringen. Softwareaktien wurden von den gesunkenen Zinssenkungshoffnungen belastet. Die Bewertungen der Anbieter von Software-as-a-Service basierten auf den Erwartungen an künftige Barmittelflüsse. Steigende Zinsen schmälerten den Wert der künftigen Gewinne, hieß es. Salesforce verbilligten sich um 7,1, Snowflake um 5 und Workday um 4 Prozent.

US-ANLEIHEN

Anleihen verzeichneten angesichts der Verluste an den Aktienmärkten etwas Zulauf. Die Zehnjahresrendite sank um einen Basispunkt auf 4,17 Prozent.

DEVISEN

DEVISEN      zuletzt       +/- %      00:00  Di, 09:07   % YTD 
EUR/USD       1,1647         0,0     1,1645     1,1663   -0,7% 
EUR/JPY       185,42         0,1     185,31     185,34   +0,1% 
EUR/GBP       0,8666        -0,1     0,8674     0,8659   -0,7% 
GBP/USD       1,3440         0,1     1,3423     1,3469   -0,0% 
USD/JPY       159,20         0,0     159,13     158,92   +0,8% 
USD/KRW     1.477,20         0,2   1.474,11   1.474,30   +1,8% 
USD/CNY       7,0102         0,0     7,0076     7,0088   -0,3% 
USD/CNH       6,9738        -0,0     6,9745     6,9735   -0,2% 
USD/HKD       7,7959        -0,1     7,8006     7,7997   +0,2% 
AUD/USD       0,6697         0,1     0,6689     0,6704   +0,5% 
NZD/USD       0,5746         0,1     0,5741     0,5771   +0,2% 
BTC/USD    94.862,95        -0,8  95.666,20  91.854,55   +3,0% 
YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags 
 

Der Dollarindex stieg um 0,3 Prozent, nachdem die US-Verbraucherpreisdaten eher gegen eine Zinssenkung noch im Januar gesprochen hatten.

++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

METALLE      zuletzt      Vortag      +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold        4.631,08    4.586,75      +1,0%     +44,33   +6,4% 
Silber         89,97      86,945      +3,5%      +3,03  +19,4% 
Platin      2.062,55    1.997,66      +3,2%     +64,89  +15,0% 
Kupfer          6,07        6,02      +0,9%      +0,05   +5,1% 
YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags 
 

Die geopolitischen Spannungen verhalfen dem Goldpreis zunächst zu einem weiteren Rekordhoch, ehe Gewinnmitnahmen einsetzten. Im späten Handel zeigte sich das Edelmetall wenig verändert bei 4.594 Dollar. Silber legte um 2,6 Prozent zu und erreichte im Verlauf ebenfalls ein neues Allzeithoch.

ÖL

ROHÖL        zuletzt  VT-Schluss      +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex      60,97       61,15      -0,3%      -0,18   +3,7% 
Brent/ICE      65,24       65,47      -0,4%      -0,23   +5,1% 
YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags 
 

Die Ölpreise zogen mit der Entwicklung im Iran kräftig an. Das Barrel US-Öl der Sorte WTI verteuerte sich um 2,8 Prozent auf 61,15 Dollar. Die USA werden einen Zoll von 25 Prozent für jedes Land erheben, das Geschäfte mit dem Iran tätigt. Hintergrund sind die Massenproteste gegen die Mullah-Regierung.

+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG, 20.00 UHR +++++

IRAN

Irans Gegner auf der anderen Seite des Persischen Golfs setzen sich nach inoffiziellen Angaben von Vertretern ihrer Regierungen bei der Trump-Regierung gegen einen Schlag gegen das Regime in Teheran ein, seit sie von den USA über entsprechende Vorbereitungen vorgewarnt wurden.

JD.COM

erwirbt für knapp 560 Millionen US-Dollar für die restlichen Anteile am chinesischen Kurierdienst Deppon Logistics und will das Unternehmen von der Börse nehmen. Der Schritt zielt darauf ab, die eigene Marktposition zu stärken und das eigene Wachstum voranzutreiben.

MICROSOFT

hat einen neuen Plan vorgestellt, mit dem Gemeinden an Standorten seiner riesigen Rechenzentren für das Training von KI-Modellen unterstützt werden sollen. Der Technologiesektor unternimmt damit einen erneuten Versuch, die öffentliche Zustimmung für Infrastrukturprojekte zu gewinnen. Viele Wähler befürchten, dass dadurch die Strompreise in die Höhe getrieben werden könnten. Der Konzern hat sich nun dazu verpflichtet, ausreichend hohe Stromtarife zu zahlen, um die Stromkosten der Rechenzentren vollständig zu decken. Damit soll verhindert werden, dass diese Kosten an die Verbraucher weitergegeben werden. Zudem sieht das Vorhaben vor, lokal mehr Wasser zurückzugeben als entnommen wird und den vollen Grundsteuersatz zu entrichten.

NETFLIX

bereitet sich darauf vor, sein Angebot für die Studios von Warner Bros. Discovery und das Streaming-Geschäft von HBO Max vollständig in bar zu unterbreiten, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten, während Paramount weiterhin sein konkurrierendes Angebot vorantreibt. Netflix hatte im Dezember einen 72 Milliarden Dollar schweren Deal in bar und Aktien mit Warner abgeschlossen. Eine vollständige Barzahlung würde den Deal für Netflix vereinfachen und könnte einige Aktionäre beeinflussen, die beide Angebote abwägen.

NVIDIA

muss bevor es seine H200-Chips nach China verkaufen kann, nach Forderung der US-Regierung neue Sicherheitsanforderungen erfüllen. Unter anderem muss Nvidia sicherstellen, dass der Bedarf dieser Chips in den USA gedeckt ist, wie das Bureau of Industry and Security des Handelsministeriums mitteilte. Auch soll Nvidia die Produkte von einem externen US-Labor testen lassen, um sicherzustellen, dass sie die Leistungsparameter erfüllen. Die Auflagen beinhalten auch Überprüfung der Kundenidentität und Schutzmaßnahmen seitens Nvidia gegen unbefugte Kunden, die Cloud-Computing nutzen, um aus der Ferne auf KI-Chips zuzugreifen.

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln/ros

(END) Dow Jones Newswires

January 14, 2026 01:48 ET (06:48 GMT)

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