IWH-Chef Gropp: Angleichung Ost- und Westdeutschland sinnlos
14.01.2026 / 08:48 Uhr
DOW JONES--Der Präsident des Leibnitz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Reint Gropp, hat einen radikalen Kurswechsel in der deutschen Wirtschaftspolitik gefordert. Das Ziel, die Wirtschaftsleistung Ostdeutschlands an die Westdeutschlands anzugleichen, solle aufgegeben werden. "Ich glaube, es ergibt keinen Sinn mehr, Ost und West angleichen zu wollen", sagte Gropp dem Spiegel.
Die Diskussion über die unterschiedliche Wirtschaftsleistung bedient Gropp zufolge eine überholte Erzählung. "Viele Ostdeutsche sehen sich als Opfer von Ungerechtigkeiten, die ausgeglichen werden müssen. Diese Erwartung wird permanent geschürt und immer wieder enttäuscht", sagte der Ökonom.
Statt Milliarden in einzelne Großprojekte wie gescheiterte Chipfabriken zu stecken, sollte die Politik besser massiv in Forschung und in Hochschulen im Osten investieren. Die bis zu 10 Milliarden Euro, die für die Intel-Ansiedlung in Magdeburg vorgesehen waren, wären seiner Einschätzung nach deutlich besser in ostdeutschen Universitäten und in der Förderung von Start-ups angelegt, um einen nachhaltigen Innovationsschub auszulösen.
Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com
DJG/hab/sha
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January 14, 2026 02:47 ET (07:47 GMT)
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