Telekom-CEO rechnet künftig mit vier Mobilfunkanbieter in den USA
05.11.2026 / 12:26 Uhr
Von Britta Becks
DOW JONES--Der Konzernchef der Deutschen Telekom, Tim Höttges, stellt sich mit Blick auf das Engagement von Elon Musk und SpaceX darauf ein, dass es künftig vier Mobilfunkanbieter in den USA geben wird. Die Telekom nehme diesen zusätzlichen Wettbewerb sehr ernst, sagte Höttges während der Telefonkonferenz mit Journalisten zu den Drittquartalsergebnissen. Gegenwärtig sei es nur "ein Trampelpfad, den er bisher anbieten kann im Vergleich zu den Autobahnen, die wir heute haben", so Höttges. Da Musk aber Frequenzen kaufe und sich darum bemühe, Antennen anzumieten, zeiche sich mittelfristig eine zunehmende Wettbewerbsintensität ab.
Höttges verwies darauf, dass dies hohe Investitionen für SpaceX bedeuten würde - grob geschätzt um die 200 Milliarden US-Dollar. "Das ist kein Geschäft, was man einfach mal so dann hinsetzt", so Höttges. Satellitenfunk alleine reiche nicht für einen Mobilfunkbetreiber, es brauche auch eine terrestrische Versorgung, etwa für städtische Kapazitäten. Daher sei Musk nun auch so bemüht, ein eigenes Mobilfunknetz zu bekommen.
"Jetzt ist natürlich die Frage, bekommt er das billiger, wenn er das selber baut oder günstiger, oder wenn er eine Firma kauft und, ich sag mal, es gibt eben zwei oder drei börsennotierte Gesellschaften, und da muss er sich dann entscheiden, was er tut. Das war reine Spekulation, und es ist auch nicht jetzt in irgendeiner Weise bei uns auf dem Radarschirm, dass wir jetzt weder Interesse daran haben, unsere T-Mobile zu verkaufen, noch im Endeffekt hier irgendein Angebot auf dem Tisch liegen haben. Es war nur einfach eine theoretische Betrachtung dieser Situation, make or buy", fügte Höttges hinzu.
Abgesehen davon, dass er nun diesen neuen Wettbewerber im Markt sehe, sei er durchaus überrascht angesichts der Komplexität des Geschäftsmodells, sagte der Telekom-Chef. SpaceX werde kein klassischer Mobilfunkanbieter sein. Musk baue Chipsätze, habe Rechenzentren, eigene Satelliten und eine Social-Media-Plattform. In Anbetracht dieser hohen vertikalen Integration müsse sich ein klassischer Mobilfunkanbieter perspektivisch auch die Frage stellen, wie er sein eigenes Konnektivitäts- und Kommunikationsgeschäft aufstellen will.
Nach Höttges Worten ist SpaceX als Mobilfunkanbieter auch kein auf die USA beschränktes Phänomen, sondern aufgrund der überall verfügbaren Satelliten eine globale Erscheinung. Im Vergleich dazu würden die fragmentierten Anbieter in Europa alt aussehen. Sie seien nicht nur klein und hätten weniger Economies of Scale, sondern es fehle ihnen oftmals auch noch der Satelliten-Services. Von daher sei das für Europa durchaus eine Herausforderung. Der Telekom-Chef nannte das Ermöglichen von Größe, um im internationalen Wettbewerb, gerade auch mit den US-Tech-Konzernen, standhalten zu können, als eine wichtige Fragestellung für die Überlebensfähigkeit der digitalen Infrastruktur in Europa.
Auf die Frage, was die Deutsche Telekom konkret tue, antwortete er: "Ja, also wir bei der Telekom machen uns natürlich immer wieder Gedanken darüber. Wir haben eine starke Position in der westlichen Welt zwischen USA und Europa und wir arbeiten hier sehr eng zusammen, dass wir irgendwo die Synergien in dieser Gruppe auch maximal realisieren. Aber zu zukünftigen Strukturen möchte ich jetzt hier nicht spekulieren."
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