Siemens Healthineers will in Diagnostik-Sparte 400 Mio Euro sparen

05.11.2026 / 12:19 Uhr

Von Olaf Ridder

DOW JONES--Siemens Healthineers will in der vor der Abspaltung stehenden Diagnostik-Sparte auch ein Sparprogramm auflegen. "Wir beabsichtigen, zusätzliche 400 Millionen Euro an Einsparungen zu generieren", sagte Finanzchef Jochen Schmitz in einer Analystenkonferenz. Nur so seien Margen im mittleren Zehnerprozentbereich erreichbar, wie sie das Unternehmen anstrebt.

Das Diagnostik-Geschäft leidet unter den Folgen des Umbaus im chinesischen Gesundheitswesen, durch den sich der Markt fast halbiert hat. Hinzu kommt der gewollte Rückzug aus alten Laboranalyseplattformen, der das Ergebnis ebenfalls noch belastet. Die bereinigte EBIT-Marge der Sparte belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr nurmehr auf 3,2 Prozent. Das Einsparvolumen von 400 Millionen Euro entspreche etwa 10 Prozent des Umsatzvolumens von Diagnostics, sagte Schmitz

Ein Sparprogramm wird überdies auf Konzernebene vorbereitet, wie Healthineers am Morgen mitteilte. Mit ihm sollen Kosten aufgefangen werden, die aus der Abspaltung der Diagnostik-Sparte, der Trennung vom bisherigen Mutterkonzern Siemens und aus der Verkleinerung des bisherigen Ultraschall-Geschäfts resultieren. Insgesamt mehr als 300 Millionen Euro will Healthineers dabei in den Jahren ab 2028 kompensieren.

Die genauen Maßnahmen des Produktivitätsprogramms "Transform for Future" müssen noch erarbeitet werden. Stellenabbau ist dabei nach den Worten von Finanzchef Schmitz durchaus wahrscheinlich, etwa dort, wo sich Tätigkeiten automatisieren ließen.

Siemens Healthineers hat bereits ein Sparprogramm laufen, mit denen die US-Zölle teilweise aufgefangen werden sollen. Es hat ein Sparvolumen von 200 Millionen Euro.

Das DAX-Unternehmen will sich zudem künftig auf sein Geschäft mit der Bildgebung sowie der Präzisionstherapie konzentrieren. Die bereits angekündigte Trennung vom Diagnostik-Geschäft, das keine Synergien mit dem Rest des Geschäfts hat, brachte der Vorstand jetzt auf den Weg. Der dazu nötige Carve-out der Sparte, die künftig als Olyrian Diagnostics firmieren soll, will der Vorstand bis zur Jahresmitte 2028 über die Bühne bringen.

"Das ist sozusagen der früheste Zeitpunkt für eine echte Trennung", sagte Schmitz in der Analystenkonferenz. Wann sie dann aber tatsächlich stattfindet, dazu wollte sich der Manager, der künftig im Konzernvorstand auch die Verantwortung für den Bereich übernimmt, nicht äußern. "Wir werden hoffentlich einen guten Weg finden, diese Gratwanderung zwischen Geschwindigkeit und Bewertung zu meistern", sagte Schmitz.

Kontakt zum Autor: olaf.ridder@wsj.com

DJG/rio/cln

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November 05, 2026 06:18 ET (11:18 GMT)

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