MÄRKTE ASIEN/Seoul tiefrot - Aktien von Apple-Zulieferern werden verkauft

03.11.2026 / 08:12 Uhr

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Die ostasiatischen Aktienmärkte haben am Dienstag nach einer schwachen Vorgabe der Wall Street uneinheitlich tendiert. Hauptthemen waren die Quartalszahlen, vor allem aber der Ausblick von Apple, und die Zwischenwahlen in den USA. Letztere könnten das Machtgefüge im Kongress verändern und Präsident Donald Trump das Regieren schwerer machen. Derweil erhöhte die Reserve Bank of Australia wie mehrheitlich schon erwartet die Zinsen und zwar bereits das fünfte Mal in diesem Jahr, um die anhaltende Inflation einzudämmen.

Zunächst lediglich zur Kenntnis genommen wurde, dass es im Iran-Krieg wieder Angriffe gab, obwohl Präsident Trump diesen vor den Zwischenwahlen eine Absage erteilt hatte. Zudem hatten am Vortag noch Meldungen über neue diplomatische Versuche für Zuversicht und sehr stark fallende Ölpreise gesorgt. Die zeigen sich auf dem gedrückten Niveau wenig verändert. Brent-Öl kostete zuletzt in Asien rund 106 Dollar, etwa 1,2 Prozent mehr als am Vortag.

Im koreanischen Seoul setzte sich das Hin und Her des sehr volatilen technologielastigen Kospi fort. Nach dem deutlichen Plus am Vortag sackte der Index nun wieder um 3,6 Prozent ab, wofür Teilnehmer den Ausblick von Apple zumindest mitverantwortlich machten. Der iPhone-Hersteller hat zwar über den Erwartungen liegende Quartalszahlen berichtet, prognostiziert aber für das wichtige Weihnachtsquartal niedrigere Bruttomargen angesichts steigender Kosten für Speicherchips. Der Ausblick verstärke die Bedenken hinsichtlich der Kosten und Rentabilität von Technologieinvestitionen, unter anderem in Künstliche Intelligenz, hieß es im Handel.

In Shanghai gab der Composite-Index um 0,8 Prozent nach. Besser hielt sich der HSI in Hongkong, er lag im Späthandel 0,4 Prozent höher als am Vortag. In Sydney, wo es am Montag im Vorfeld des Zinsbeschlusses etwas deutlicher nach unten gegangen war, erholte sich der S&P/ASX-200 um 0,3 Prozent. Dazu könnte etwas beitragen haben, dass die Entscheidung die Zinsen zu erhöhen, gespalten ausfiel: drei der neun beschließenden Notenbanker hatten für unveränderte Zinsen plädiert.

Die Kommentare der Notenbank hätten einen taubenhaften Unterton gehabt, sagte Dwyfor Evans von State Street Markets. Die Bank scheine sich stärker auf die Verlangsamung des Produktionswachstums zu konzentrieren, was ein potenzieller Auslöser für eine Desinflation sein könnte. UBS-Ökonom George Tharenou sagte, die RBA scheine ihre Straffungstendenz aufzugeben, was eine weitere Zinserhöhung im Dezember ausschließe. Dazu passend gab der Australische Dollar trotz der Zinserhöhung etwas nach.

In Japan pausierte das Geschäft an den Finanzmärkten wegen eines Feiertags.

Unter den Einzelwerten ging es in der gesamten Region nach dem Rücksetzer bei den Ölpreisen mit den Kursen der stark kerosinpreisabhängigen Fluggesellschaften nach oben. In Hongkong hoben Cathay Pacific um 3,2 Prozent ab, in Sydney Qantas um 6,4 oder in Hongkong Air China um 2,9 und China Eastern um 1,9 Prozent.

Unter Druck standen Aktien von Apple-Zulieferern. Largan Precision fielen um 9,9 Prozent, TSMC um 1,5, Hon Hai (Foxconn) um 4,5 oder LG Innotek um 7,2 Prozent. Der Kurs des Apple-Konkurrenten Samsung Electronics rutschte um 4,2 Prozent ab.

INDEX                       zuletzt  +/- %          % YTD  Handelsschluss 
S&P/ASX 200 (Sydney)       8.886,80   +0,3           +2,0           06:00 
Topix 500 (Tokio)          Feiertag                 +15,5 
Kospi (Seoul)              5.648,79   -3,6          +34,0           07:30 
Hang-Seng (Hongkong)      23.453,57   +0,3           -8,5           09:00 
Shanghai-Composite         3.608,10   -0,8           -9,2           08:00 
Straits-Times (Singapur)   5.259,84   -0,8          +13,2           10:00 
IDX Comp. (Indonesien)     4.931,63   -3,2          -43,0           10:00 
KLCI (Malaysia)            1.620,36   +0,1           -3,6           10:00 
 
 
DEVISEN                     zuletzt  +/- %          00:00       Mo, 08:44  % YTD 
EUR/USD                      1,1192   +0,1         1,1185          1,1186   -4,7 
EUR/JPY                      176,62   -0,0         176,68          176,35   -4,0 
EUR/GBP                      0,8343   NULL         0,8343          0,8346   -4,3 
USD/JPY                      157,82   -0,1         157,94          157,62   +0,8 
USD/KRW                    1.341,01   -0,4       1.346,05        1.333,72   -6,9 
USD/CNY                      6,6738   +0,4         6,6480          6,6566   -4,6 
USD/CNH                      6,6734   +0,4         6,6461          6,6523   -4,3 
USD/HKD                      7,8462    0,0         7,8465          7,8450   +0,8 
AUD/USD                      0,6981   -0,2         0,6996          0,7031   +4,6 
NZD/USD                      0,5626   +0,2         0,5615          0,5635   -2,3 
BTC/USD                   76.421,75   -0,4      76.730,93       78.379,03  -12,9 
 
 
ROHOEL                      zuletzt  +/- %       +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                     98,45   +2,1           1,99           96,46 
Brent/ICE                    106,49   +1,6           1,72          104,77 
 
 
Metalle                     zuletzt  +/- %       +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                       3.910,96   -0,9         -36,46        3.947,42 
Silber                        49,01   -3,2          -1,62           50,63 
Platin                     1.430,80   -1,3         -18,45        1.449,25 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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