EU nimmt Temu-Plan zur Beilegung des Digital-Services-Act-Streits an
26.10.2026 / 14:16 Uhr
Von Edith Hancock
DOW JONES--Die Europäische Union hat einen Plan des Online-Händlers Temu zur Einhaltung des EU-Regelwerks für digitale Dienste akzeptiert. Zuvor hatte die EU gegen das Unternehmen wegen eines von den Regulierungsbehörden festgestellten Gesetzesverstoßes eine Geldstrafe von 200 Millionen Euro verhängt.
Die EU-Kommission teilte am Montag mit, Temu habe angeboten, die Moderation von Inhalten auf seiner Plattform zu überprüfen. Zudem wolle das Unternehmen untersuchen, inwiefern seine Empfehlungssoftware die Verbreitung illegaler Waren auf der eigenen Plattform begünstigen könne.
Das EU-Exekutivorgan hatte im Mai eine Geldstrafe gegen Temu - eine Tochtergesellschaft von PDD Holdings - verhängt. Zur Begründung hieß es, für europäische Verbraucher bestehe eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, auf der Plattform des E-Commerce-Konzerns auf illegale Waren zu stoßen.
Gemäß dem EU-Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) müssen Unternehmen, die als sehr große Online-Plattformen eingestuft sind, Risikobewertungen durchführen. Damit soll die Sicherheit ihrer Dienste gewährleistet werden. Die EU-Kommission leitete 2024 eine Untersuchung gegen das Unternehmen auf Grundlage des DSA ein. In ihrer Entscheidung vom Mai erklärte sie, die Risikobewertung von Temu habe 2024 den Standards des Regelwerks nicht entsprochen. Temu erklärte damals, die Untersuchung der Kommission beziehe sich auf eine zurückliegende Prüfung. Diese spiegele den aktuellen Zustand der Systeme nicht wider.
Die EU-Kommission hatte Temu eine Frist bis zum 28. August gesetzt, einen Aktionsplan zur Einhaltung der Vorschriften vorzulegen. Dieser Plan umfasst nach Angaben der Behörde auch die Zusage, eine plattformspezifische Risikoanalyse vorzunehmen. Darüber hinaus sollen verlässliche Kennzahlen genutzt werden, um zu messen, wie wirksam das Risiko der Verbreitung illegaler Inhalte im Internet gesenkt wird. Ferner soll der Einfluss von Verkäufern untersucht werden, die Funktionen von Temu ausnutzen, um potenziell illegale Verkaufsangebote zu verbreiten.
Nach Angaben der EU-Kommission hat das Unternehmen nun vier Monate Zeit, um eine neue vorläufige Risikobewertung durchzuführen. Diese soll einen Zeitraum von sechs Monaten abdecken.
Ein Temu-Sprecher sagte, man begrüße die Genehmigung durch die Kommission. Der Aktionsplan spiegele eine verbesserte Methodik zur Risikobewertung wider, "die sich seit dem Inkrafttreten der Verpflichtung für uns im Jahr 2024 erheblich weiterentwickelt hat".
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October 26, 2026 09:16 ET (13:16 GMT)
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