PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
16.10.2026 / 07:03 Uhr
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
AUTOMOBILPOLITIK - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben sich auf eine weitreichende Reform der europäischen Automobilpolitik verständigt. Das geht aus einem gemeinsamen Positionspapier der deutschen und französischen Regierung hervor, das dem Handelsblatt vorliegt. Auf Drängen von Merz soll das sogenannte Verbrenner-Aus ab 2035 stärker aufgeweicht werden, als die EU-Kommission bisher geplant hatte. Das CO2?Reduktionsziel von 90 Prozent gegenüber 2021 soll ohne zusätzliche Kompensation gesenkt werden. Zudem sollen die Mitgliedstaaten nicht mehr verpflichtet werden, die Elektrifizierung großer Dienstwagenflotten über verbindliche Quoten voranzutreiben. (Handelsblatt)
EZB/WEF - Das Weltwirtschaftsforum (WEF) könnte EZB-Chefin Christine Lagarde bereits im kommenden Monat zu seiner neuen Vorsitzenden ernennen. Das berichtet Reuters unter Berufung auf Kreise. Das Kuratorium des WEF, dem auch Lagarde selbst angehört, wird demnach am 2. November zusammentreten und könnte die Französin zur nächsten Vorsitzenden wählen. Die Wahl Lagardes sei zwar noch nicht gesichert, hieß es. Doch genieße die 70-Jährige breite Unterstützung innerhalb des Kuratoriums. Das Gremium könne die Sitzung auch dazu nutzen, einen Termin für eine Abstimmung festzulegen. Dies würde es Lagarde ermöglichen, beim Jahrestreffen des WEF im Januar in Davos als designierte Vorsitzende aufzutreten. Ein Wechsel zum WEF würde bedeuten, dass Lagarde ihr Amt als Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) vorzeitig niederlegt. Dies dürfte wiederum eine umfassendere personelle Neuaufstellung an der Spitze der EZB nach sich ziehen. Die EZB lehnte eine Stellungnahme ab. Das WEF erklärte, das Forum könne keinen Termin für die nächste Sitzung des gesamten Kuratoriums bestätigen. Man strebe jedoch an, diese noch vor Jahresende abzuhalten. (Reuters)
NVIDIA-PARTNERSCHAFT - Die Bundesregierung will eine Partnerschaft mit Nvidia schließen und eine dreistellige Millionensumme investieren, um Künstlicher Intelligenz (KI) in der Industrie zum Durchbruch zu verhelfen. Das erfuhr das Handelsblatt aus Regierungs- und aus Branchenkreisen. Demnach wollen Bundeskanzler Friedrich Merz und Nvidia-Chef Jensen Huang die Kooperation am kommenden Montag verkünden. Jensen ist einer der Stargäste, die Merz für den Investitionsgipfel "Invest in Germany" nach Berlin geladen hat. Mit der neuen KI-Initiative will die Bundesregierung das Fundament für den Einsatz von physischer KI legen, die etwa zum Training von Robotern und autonomen Fahrzeugen benötigt wird. Nvidia ist mit seinen leistungsfähigen KI-Chips und der darauf abgestimmten Software zum wichtigsten Anbieter für das Training moderner KI-Modelle geworden. (Handelsblatt)
KI - Der Präsident von Microsoft, Brad Smith, warnt nach den zahlreichen KI-Pannen im Sommer vor einem schweren Sicherheitsschaden durch unkontrollierte Künstliche Intelligenz (KI). "Wachen wir auf, bevor etwas Schlimmes passiert - oder braucht es dafür erst einen schweren Unfall? 2027 wird vermutlich das Jahr, in dem wir die Antwort erfahren", sagte der Manager im Gespräch mit dem Handelsblatt. Smith drängt angesichts der gestiegenen Sicherheitsrisiken auf ein Eingreifen des Staates: "Regierungen müssen handeln können, wenn ihre Prüfer unsichere Produkte entdecken." Es gehöre außerdem zu den Aufgaben von Regierungen, die wirtschaftlichen Anreize so zu verändern, dass Unternehmen weiterdenken und die öffentliche Sicherheit geschützt werde. (Handelsblatt)
INSOLVENZGELD - Die Insolvenz der Warenhauskette Galeria ist nur der jüngste Fall: Die Bundesagentur für Arbeit (BA) wird in diesem Jahr deutlich mehr Insolvenzgeld auszahlen als geplant. Für 2026 waren 1,5 Milliarden Euro veranschlagt. Nun gehe die BA von einer "Überschreitung des Ansatzes" aus, teilte ein Sprecher der Wirtschaftswoche mit. Allein bis Ende September 2026 wurden demnach bereits 1,4 Milliarden Euro ausgezahlt. Für das kommende Jahr erwarte die BA "eine leichte konjunkturelle Erholung" und damit auch "leicht sinkende Ausgaben für das Insolvenzgeld". (Wirtschaftswoche)
TECH-STARTUPS - Europa will bis zu 80 Milliarden Euro für Technologie-Startups auf dem Kontinent mobilisieren. Das Fundraising für den zweiten, deutlich größeren Fonds der European Tech Champions Initiative (ETCI) befinde sich bereits in der heißen Phase, sagte eine Sprecherin der federführenden Europäischen Investitionsbank (EIB) dem Handelsblatt. Das First Closing, also der erste formelle Abschluss, des Fonds werde noch in diesem Jahr erfolgen. Am ersten Fonds, ETCI 1 genannt für die erste European Tech Champions Initiative, beteiligte sich Deutschland mit rund 1 Milliarde Euro. (Handelsblatt)
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October 16, 2026 01:02 ET (05:02 GMT)
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