MÄRKTE ASIEN/US-Inflationsdaten und KI-Sorgen belasten Börsen - Tech-Werte knicken ein
15.10.2026 / 09:43 Uhr
DOW JONES--Mit kräftigen Verlusten haben die ostasiatischen Börsen am Donnerstag den Handel beendet. Überraschend hohe US-Inflationsdaten schürten die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen durch die US-Notenbank. Dies drückte vor allem die zinssensiblen Technologiewerte ins Minus. Dazu kamen die Sorgen in Bezug auf die Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) und vor einem schärferen Wettbewerb bei Speicherchips mit China, nachdem der chinesische Hableiter-Hersteller CXMT zuletzt Fortschritte bei einer effizienteren DRAM-Architektur vermeldet hatte. Dies weckte Sorgen, vor einer geringeren Nachfrage nach Speicherchips von Herstellern wie Samsung Electronics und SK Hynix. Die besser als erwartet ausgefallenen Zahlen für das dritte Quartal von Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) konnten das Sentiment nicht stützen.
Besonders heftig waren die Verluste des technologielastigen Kospi in Seoul, der um 7,6 Prozent einbrach und damit den größten Tagesverlust seit Ende Juli markierte. Zwischenzeitlich hatte der Index gut 9 Prozent im Minus gelegen. Für die beiden Index-Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix ging es 9,5 bzw. 11,1 Prozent nach unten. In Tokio belasteten ebenfalls Verluste im Technologie-Sektor - der Nikkei-225 schloss 4,9 Prozent tiefer und markierte den größten Tagesverlust seit März. Der breiter gefasste Topix verlor 2,4 Prozent. Advantest fielen um 15 Prozent, Lasertec um 13,6 Prozent und Kokusai Electric büßten 13,5 Prozent ein. In China fielen die Abgaben nicht ganz so hoch aus. Der Shanghai-Composite schloss 1,6 Prozent niedriger und der Hang-Seng-Index fiel im späten Handel um 1,3 Prozent.
De US-Inflationsdaten haben "die Erwartungen einer weiteren Zinserhöhung durch die Fed wiederbelebt", so Antonio Di Giacomo von XS.com. "Höherer Preisdruck, gestiegene Renditen und Sorgen in Bezug auf Technologieunternehmen haben die Risikobereitschaft verringert", fügte der Senior-Marktanalyst hinzu. Die US-Verbraucherpreise waren im September um 3,7 Prozent gestiegen, Ökonomen hatten mit einem Anstieg auf 3,6 Prozent von 3,4 Prozent im Vormonat gerechnet. Die Energiekosten trieben dabei die Inflation an. Ohne die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise übertraf aber auch die Kerninflation mit einem Anstieg von 2,6 Prozent die Prognosen der Ökonomen.
"Die Märkte preisen nun eine Wahrscheinlichkeit von 34 Prozent für eine Zinserhöhung im Oktober ein, verglichen mit 20 Prozent vor den Daten", so Ökonomin Samara Hammoud von der CBA. "Bedenken hinsichtlich der Finanzierung der KI-Expansion, Chinas wachsende Wettbewerbsposition und der tief verwurzelte Inflationsdruck kollidieren mit der größeren Frage, wie viel wirtschaftliche Schwäche eine Politik der längerfristig höheren Zinsen hervorrufen könnte", sagte Chris Weston von Pepperstone.
TSMC hat dank einer anhaltend robusten Nachfrage nach KI-Infrastruktur einen weiteren Rekordgewinn erzielt. Der weltweit größte Auftragschiphersteller teilte mit, dass der Nettogewinn um 69 Prozent auf 763,06 Milliarden Neue Taiwan-Dollar stieg, was 23,71 Milliarden US-Dollar entspricht. Damit wurden die Erwartungen der Analysten von 731,77 Milliarden Neue Taiwan-Dollar übertroffen. Der Umsatz lag bei 1,494 Billionen Neue Taiwan-Dollar, was einem unerwartet starken Anstieg von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Nach sechs aufeinander folgenden Quartalen mit Rekordgewinnen erscheine die zweimal angehobene Umsatzwachstumsprognose von TSMC für 2026 von "etwas über 40 Prozent" auf Dollar-Basis nun konservativ und dürfte erneut nach oben korrigiert werden, so Teilnehmer. Die TSMC-Aktie hielt sich mit einem Minus von 2,0 Prozent besser als die Technologie-Werte in der Region.
In Sydney ging es für den S&P ASX/200 um 0,1 Prozent nach unten. In Australien sind im September fast 40.000 Arbeitsplätze abgebaut worden. Dies nimmt der Reserve Bank of Australia (RBA) etwas den Druck, die Leitzinsen im November weiter anzuheben. Gleichwohl dürften die Akteure an den Geldmärkten weiterhin eine hohe Wahrscheinlichkeit einpreisen, dass die RBA ihre Geldpolitik im November weiter straffen wird. Dies liegt an den jüngsten Signalen der Notenbank, wonach sie bereit ist, gewisse Schmerzen auf dem Arbeitsmarkt in Kauf zu nehmen, um dem jüngsten Aufwärtstrend der Inflation entgegenzuwirken.
=== INDEX zuletzt +/- % % YTD Handelsschluss S&P/ASX 200 (Sydney) 8.719,70 -0,1 +0,1 7:00 Topix 500 (Tokio) 3.123,63 -2,4 +17,4 8:00 Kospi (Seoul) 5.554,22 -7,6 +31,8 8:30 Hang-Seng (Hongkong) 24.009,75 -1,3 -6,3 10:00 Shanghai-Composite 3.707,48 -1,6 -6,6 9:00 Straits-Times (Singapur) 5.395,37 -0,5 +16,1 11:00 IDX Comp. (Indonesien) 5.823,94 -2,0 -32,6 10:00 KLCI (Malaysia) 1.623,16 -0,3 -3,4 10:00 DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Mi, 9:25 Uhr % YTD EUR/USD 1,1210 +0,5 1,1156 1,1204 -4,6 EUR/JPY 177,05 +0,2 176,62 177,31 -3,8 EUR/GBP 0,8460 +0,1 0,8455 0,8447 -2,9 USD/JPY 157,95 -0,2 158,31 158,24 +0,8 USD/KRW 1.342,38 +0,3 1.338,17 1.335,42 -6,8 USD/CNY 6,6917 -0,0 6,6926 6,6929 -4,3 USD/CNH 6,6915 -0,1 6,6959 6,6925 -4,1 USD/HKD 7,8470 -0,0 7,8483 7,8480 +0,8 AUD/USD 0,6936 -0,5 0,6969 0,7007 +4,0 NZD/USD 0,5612 +0,4 0,5591 0,5623 -2,5 BTC/USD 81.052,47 -0,9 81.743,31 83.414,95 -7,6 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 93,91 -1,2 -1,18 95,09 Brent/ICE 104,33 -1,6 -1,73 106,06 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.142,33 +0,9 37,21 4.105,12 Silber 56,39 +1,4 0,75 55,64 Platin 1.605,80 -0,1 -0,95 1.606,75 (Angaben ohne Gewähr) ===
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