MÄRKTE EUROPA/Börsen setzen Erholung fort - Autosektor gesucht
12.10.2026 / 10:17 Uhr
DOW JONES--Die europäischen Börsen sind mit Aufschlägen in den Montag gestartet. US-Präsident Donald Trump hat am Wochenende mit sofortiger Wirkung eine "Energie-Waffenruhe" im ukrainisch-russischen Krieg erklärt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einer "guten Nachricht", nun müsse der Waffenstillstand nur noch umgesetzt werden. Derweil hat Russland die Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur allerdings fortgesetzt. Trump hatte zudem eine Vereinbarung zur Lieferung russischen Diesels in die USA und den Weltmarkt verkündet. Der US-Präsident steht kurz vor den Zwischenwahlen wegen der hohen Energiepreise in den USA innenpolitisch unter Druck. Brent gibt am Morgen leicht nach, die Nachrichtenlage wird an den Märkten also nicht überbewertet. Positiv ist allerdings, dass die Rendite der 10-jährigen US-Benchmarkanleihe mit 5,24 Prozent deutlicher unter den jüngsten 24-Jahreshochs verbleibt.
Der DAX gewinnt 0,5 Prozent auf 25.212 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,6 Prozent nach oben. Am Devisenmarkt tut sich wenig; der Euro geht mit 1,1201 Dollar wenig verändert in die Woche. Gold gibt leicht nach auf 4.180 Dollar die Feinunze.
Derweil dreht sich das KI-Übernahmekarussell weiter. Laut Medienberichten soll Amazon die Übernahme des KI-Startups Decart in Erwägung ziehen. In einem Deal könnte Decart mit rund 7 Milliarden US-Dollar bewertet werden. Daneben soll Nvidia Interesse an Reflection AI zeigen. Die Nachrichten unterstreichen, dass der milliardenschwere Investitionsboom in den Bereich Künstliche Intelligenz weiter intakt ist. Europäische Chipwerte können hiervon indes nicht profitieren, es belasten schwache Vorgaben aus dem technologielastigen Kospi-Index in Südkorea. Infineon verlieren 1,5 Prozent, Suss 0,4 Prozent, Aixtron 0,1 Prozent, BE Semiconductor 0,1 Prozent. ASML notieren dagegen im Plus mit Aufschlägen von 0,6 Prozent.
Ansonsten ist die Nachrichtenlage zu Wochenbeginn dünn - der Handel dürfte am Montag entsprechend ruhig verlaufen. Aufgrund des Feiertags Columbus Day bleiben die US-Anleihebörsen geschlossen, am japanischen Aktienmarkt wurde am Montag nicht gehandelt. Zunehmend dürfte die Berichtssaison Akzente setzen. Strategen setzen ähnlich wie bereits im zweiten Quartal auf ein gutes drittes, was zu einer wichtigen Stütze der Börsen werden könnte.
Autoaktien sind gefragt. Für etwas Unterstützung sorgt die Einigung zwischen Europa und China über Exportbeschränkungen für Hybridautos. "Damit scheint eine weitere Eskalation des Handelskonflikts vorerst abgewendet. Besonders die europäischen Automobilwerte könnten davon profitieren", glaubt CMC. Angeblich soll Peking zugestimmt haben, die Exporte von Hybridautos in die EU um mehr als die Hälfte zu reduzieren. Für VW geht es daraufhin um 1,5 Prozent nach oben - und das trotz schwacher Absatzzahlen. Allein in China sackte der Absatz im dritten Quartal um 38,5 Prozent auf 405.800 Fahrzeuge ab. BMW gewinnen 0,9 Prozent und Mercedes-Benz 0,8 Prozent.
Mit minus 1,1 Prozent sind Ahold Delhaize einer der größten Verlierer in Europa im frühen Geschäft. Der Einzelhändler hat bekannt gegeben, Opfer von einem Cybersicherheitsvorfall geworden zu sein und hat als Vorsichtsmaßnahme einige Systeme vom Netz genommen. Der Konzern sei von einem Sicherheitsproblem in seinem Netzwerk konfrontiert und habe daher vorbeugende Maßnahmen ergriffen. Man arbeite daran, das Problem einzudämmen, alle Filialen blieben geöffnet. Der Vorfall folgt auf jüngste Cyberangriffe auf ähnliche Unternehmen wie den Großhändler United Natural Foods und den britischen Einzelhändler Marks & Spencer.
Im Handel ist mit Blick auf Nordex von einem "sehr ordentlichen" Auftragseingang die Rede. Der Windenergieanlagenbauer hat nach eigenen Angaben im dritten Quartal den Auftragseingang um 29,5 Prozent gesteigert. Das Geschäftssegment Projekte (ohne Servicegeschäft) verzeichnete einen Auftragseingang von 2.810 Megawatt im Zeitraum Juli bis September. Laut Berenberg lag die Konsensprognose bei 2,5 GW. Die durchschnittlichen Verkaufspreise seien stabil geblieben, was belege, dass die Preisdisziplin intakt bleibe, heißt es. Nordex gewinnen 3,6 Prozent.
Nach einer Abstufung durch die Deutsche Bank verlieren Flatexdegiro 1,2 Prozent. Für Verbio geht es 4,5 Prozent nach unten - hier haben die Analysten das Kursziel gesenkt. Das EBITDA im ersten Quartal dürfte von einem schwachen Bioethanolpreis belastet worden sein.
=== Index zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.208,93 +0,6 35,56 6.173,37 7,2 Stoxx-50 5.335,00 +0,6 29,79 5.305,21 8,5 DAX 25.212,36 +0,5 125,09 25.087,27 3,0 MDAX 30.049,92 +0,2 60,02 27.039,42 -1,9 TecDAX 3.987,86 +0,2 9,45 3.091,28 10,1 SDAX 18.100,41 +0,0 2,21 13.062,07 5,4 FTSE 10.604,63 +0,5 52,58 10.552,05 6,8 CAC 7.826,31 +0,3 22,98 7.803,33 -4,0 SMI 13.831,86 +0,3 44,46 13.787,40 4,3 ATX 6.581,89 +0,6 38,44 6.543,45 23,6 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17.31 EUR/USD 1,1191 -0,1 -0,0010 1,1201 1,1193 EUR/JPY 177,33 +0,0 0,0200 177,31 177,2500 EUR/CHF 0,9313 +0,2 0,0015 0,9298 0,9300 EUR/GBP 0,8454 -0,1 -0,0008 0,8462 0,8460 USD/JPY 158,45 +0,1 0,1400 158,31 158,3500 GBP/USD 1,3235 +0,0 0,0004 1,3231 1,3228 USD/CNY 6,6932 +0,0 0,0012 6,6920 6,6920 USD/CNH 6,6943 +0,0 0,0016 6,6927 6,6935 AUS/USD 0,6971 -0,2 -0,0011 0,6982 0,6976 Bitcoin/USD 83.707,50 +0,1 92,95 83.614,55 82.949,37 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 91,68 -0,2 -0,17 91,85 Brent/ICE 104,15 -0,5 -0,57 104,72 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.176,69 -0,4 -17,14 4.193,83 Silber 60,73 -0,1 -0,07 60,81 Platin 1.685,21 -0,1 -2,00 1.687,21 (Angaben ohne Gewähr) ===
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DJG/mpt/flf
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October 12, 2026 04:16 ET (08:16 GMT)
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