XETRA-SCHLUSS/Leichter - Starke US-Konjunktur und Preise belasten
01.10.2026 / 17:54 Uhr
DOW JONES--Mit einem kräftigen Minus ist der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag aus dem Handel gegangen. Wie bereits an den Vortagen belasteten Inflationssorgen, steigende Anleiherenditen und die Ölpreise. Vor allem die Renditen langfristiger US-Anleihen standen im Blick: Mit 5,34 Prozent erreichte die 10-jährige US-Staatsanleihe im Verlauf neue Dekadenhochs. Treiber bleibt der Mix aus Inflationsdruck, Staatsverschuldung und hoher Kapitalnachfrage für KI-Investitionen. Dazu gesellten sich nun noch starke US-Wirtschaftsdaten, die eine brummende US-Konjunktur mit steigenden Preisen zeigten. Weitere Zinserhöhungen wären also notwendig. Der DAX verlor 1,0 Prozent auf 24.939 Punkte.
Für negative Stimmung sorgte eine Reihe von starken US-Konjunkturdaten: Sie weckten Sorgen, dass auch der monatliche US- Arbeitsmarktbericht am Freitag deutlich stärker als erwartet ausfällt. Denn bereits der ADP-Report hatte gezeigt, dass US-Gehälter bei einem Jobwechsel um 7,3 Prozent gestiegen sind. Dazu zeigte nun der Challenger-Report einen Rückgang der Entlassungen in den USA um 39 Prozent gegenüber Vorjahr. Und der ISM-Index der Industrie wies neben einer starken Job-Komponente auch noch einen gewaltigen Preisanstieg auf 77,9 nach 71,1 Indexpunkten gegenüber dem Vormonat auf.
"Beschäftigung, Neue Aufträge und vor allem der Preisanstieg nehmen zu - und dass noch stärker als erwartet", sagte ein Händler. Die US-Notenbank müsse nun dringend die Leitzinsen erhöhen. Der Anleihemarkt laufe der Notenbank voraus und preise bis zu vier weiter Zinsschritte ein.
Auch der Brent-Ölpreis weckte Inflationssorgen mit fast 3,8 Prozent Anstieg auf 101,61 Dollar. Durch den Kontraktwechsel auf den Liefertermin Dezember wirkten die Preisnotierungen nur optisch günstiger, eine Entspannung der Lage signalisierten sie nicht.
Gute Zahlen und Aussagen vom US-Chipkonzern Micron sorgten auch in Europa für stabile Technologie-Werte. Wichtig für die Märkte ist vor allem, dass der KI-Investitionsboom weiter intakt ist. In Deutschland stemmten sich Infineon daher mit minus 0,1 Prozent gegen den schwachen Gesamtmarkt.
Die Aktien des Autozulieferers Continental gewannen 0,4 Prozent. Das Analystentreffen vom Vorabend kam gut an, die Marge im Reifen-Geschäft wird von Berenberg und Citigroup um 14,5 Prozent erwartet.
Adidas verloren 1,8 Prozent. Hier wurde mit Spannung auf die Zahlen von US-Konkurrent Nike nach US-Börsenschluss geblickt, vor allem deren Absatzentwicklung in Asien.
Kräftige Gewinnmitnahmen gab es bei den Online-Apotheken. Zum Wochenbeginn hatte es einen kräftigen Kurssprung dank der erhöhten Prognose von Redcare gegeben. Nun ging es bei Redcare und Mitbewerber Docmorris um bis zu 6,3 Prozent nach unten.
Uneinheitliche Vorzeichen zeigten die Rüstungs- und Luftfahrt-Aktien in ganz Europa. Während Renk um 2,7 Prozent nachgaben, stiegen Hensoldt um 0,9 Prozent. Für die Bewegungen war eine Analyse der Bank of America verantwortlich. Unter dem Strich sieht sie Hersteller von Elektronik als Gewinner, während das Thema Wiederauffüllung von Lagern und Munitionsbeständen eingepreist sein dürfte.
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Index zuletzt* +/- % +/- % YTD
DAX 24.939 -1,0 2,0
DAX-Future 25.084 -0,6 2,8
XDAX 24.935 -0,8 1,4
MDAX 30.251 -1,9 -1,1
TecDAX 3.979 -0,5 9,9
SDAX 18.184 -1,3 5,9
zuletzt +/- Ticks
Bund-Future 120,49 +56,0
*gerundet
=== DJG/mod/ros
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October 01, 2026 11:53 ET (15:53 GMT)
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