MÄRKTE EUROPA/Börsen weiter im Bann des Renditeanstiegs
01.10.2026 / 13:35 Uhr
DOW JONES--Weiter im Minus, aber deutlich von den Tagestiefs erholt, zeigen sich Europas Börsen am Donnerstagmittag. Belastend wirkt weiter der ungebremste Anstieg der Renditen an den Anleihemärkten, vor allem in den USA. Vor allem in den längerfristigen Terminen geht es nach oben: Mit 5,34 Prozent erreichte die 10-jährige US-Staatsanleihe neue Dekadenhochs. Treiber ist weiter der negative Mix aus Inflationsdruck, Staatsverschuldung und zu hoher Kapitalnachfrage für KI-Investitionen.
Der DAX verliert 0,3 Prozent auf 25.135 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,6 Prozent nach auf 6.231 Punkte. Unter Druck stehen vor allem die zinsempfindlichen Sektoren, so Banken und andere Finanzwerte, vor allem weiter die Immobilienwerte. Unibail-Rodamco oder die deutsche Vonovia verlieren bis zu 1,3 Prozent. Die geringsten Kursverluste weisen Technologie- und Medienwerte aus.
Die Markterwartungen für eine Zinserhöhung der US-Notenbank liegen weiter nur bei 37 Prozent. Hier überwiegen mittlerweile aber politische Faktoren: "Mit der Fed-Sitzung nur eine Woche vor den US-Zwischenwahlen würde eine Zinserhöhung wie politische Einflussnahme aussehen", sagt ein Händler. Der Anleihemarkt laufe daher der Notenbank voraus und preise für die Zeit danach bis zu vier Zinsschritte ein.
Der Brent-Ölpreis steigt erneut um 2,5 Prozent auf 100,50 Dollar. Durch den Kontraktwechsel auf den Liefertermin Dezember haben sich die notierten Preise leicht geändert, eine Entspannung der Lage signalisiert dies nicht.
Der September hat seinen Ruf als schwacher Börsenmonat einmal mehr bestätigt. Mit einem Minus von gut 4 Prozent war der September laut QC Partners für den DAX der zweitschlechteste Monat in den vergangenen drei Jahren. Dagegen sei der nun beginnende Oktober im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre positiv verlaufen. 21 positiven Ergebnissen stehen hier nur neun negative gegenüber.
Der Terminkalender hat am Donnerstag wenig zu bieten. Im Fokus steht nur der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA am Nachmittag. Wichtiger sind am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht und vor allem die neuen Inflationsdaten aus der Eurozone.
Gute Vorlagen von Micron aus den USA und danach folgenden Gewinnen der Chip-Werte in Korea ziehen auch Europas Technologie-Werte nach oben. Wichtig für die Märkte ist vor allem, dass der KI-Investitionsboom weiter intakt ist. ABB und Schneider Electric legen daher um 0,5 Prozent zu. Chip-Aktien wie ASML und STMicro um bis zu 0,3 Prozent.
Bei Autozulieferer Continental geht es 0,1 Prozent höher. Der Pre-Close-Call zum dritten Quartal vom Vorabend ist bei Analysten gut angekommen. Die Marge im Reifen-Geschäft wird von Berenberg und Citigroup um 14,5 Prozent erwartet. Im Tagesverlauf stehen noch weitere Pre-Close-Calls an, unter anderem von Traton und Rational.
Adidas verlieren 1 Prozent. Hier wird mit Spannung auf die Zahlen von US-Konkurrent Nike nach US-Börsenschluss geblickt, vor allem deren Absatzentwicklung in Asien.
Kräftige Gewinnmitnahmen gibt es bei den Online-Apotheken. Zum Wochenbeginn hatte es einen kräftigen Kurssprung dank der erhöhten Prognose von Redcare gegeben. Nun geht es bei ihnen 4,8 Prozent abwärts, bei DocMorris um 3,6 Prozent.
Völlig uneinheitliche Vorzeichen zeigen die Rüstungs- und Luftfahrt-Aktien. Während Renk um 2,4 Prozent nachgeben, steigen Hensoldt um 1,9 Prozent und die schwedische Saab sogar um 2,6 Prozent.
Sanofi erhöhen sich um 2,1 Prozent. Hier kommt der erweiterte Deal mit Regeneron zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung von Immunologie-Medikamenten gut an. Sanofi werde Regeneron eine Vorauszahlung von 1 Milliarde US-Dollar und bis zu 7 Milliarden US-Dollar bei Erreichen bestimmter Meilensteine zahlen, um Zugang zu vier neuen Medikamenten zu erhalten, so JP Morgan.
=== Index zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.230,96 -0,6 -38,06 6.269,02 7,6 Stoxx-50 5.287,09 -0,7 -36,21 5.323,30 7,5 DAX 25.135,39 -0,3 -63,80 25.199,19 2,6 MDAX 30.582,00 -0,8 -260,53 27.039,42 -0,1 TecDAX 4.007,60 +0,2 6,28 3.091,28 10,6 SDAX 18.349,41 -0,4 -81,06 13.062,07 6,8 FTSE 10.474,81 -1,2 -131,19 10.606,00 5,5 CAC 7.897,68 -0,8 -66,83 7.964,51 -3,1 SMI 13.703,79 -0,9 -126,55 13.830,34 3,3 ATX 6.799,30 -0,8 -56,70 6.856,00 27,7 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:08 Uhr EUR/USD 1,1283 -0,4 -0,0045 1,1328 1,1352 EUR/JPY 178,53 +0,1 0,2100 178,32 178,4300 EUR/CHF 0,9428 -0,4 -0,0038 0,9466 0,9480 EUR/GBP 0,8537 -0,0 -0,0001 0,8538 0,8550 USD/JPY 158,23 +0,5 0,8400 157,39 157,1700 GBP/USD 1,3215 -0,4 -0,0050 1,3265 1,3275 USD/CNY 6,7045 +0,0 0,0015 6,7045 6,7045 USD/CNH 6,7191 +0,2 0,0105 6,7086 6,7087 AUS/USD 0,6941 -0,0 -0,0002 0,6943 0,6953 Bitcoin/USD 83.806,97 +0,2 180,07 83.626,90 83.843,64 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 92,23 +2,0 1,81 90,42 Brent/ICE 100,5 +2,5 2,47 98,03 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.167,70 +0,3 11,71 4.155,99 Silber 60,72 +0,5 0,31 60,41 Platin 1.711,10 +0,3 4,85 1.706,25 (Angaben ohne Gewähr) ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/mod/ros
(END) Dow Jones Newswires
October 01, 2026 07:34 ET (11:34 GMT)
Bitte beachten Sie das Regelwerk
DAX®, MDAX®, TecDAX® und SDAX® sind eingetragene Markenzeichen der ISS STOXX Index GmbH
EURO STOXX®-Werte bezeichnet Werte der Marke „EURO STOXX“ der STOXX Limited und/oder ihrer Lizenzgeber
TRADEGATE® ist eine eingetragene Marke der Tradegate AG
Kurse in EUR; Fremdwährungsanleihen in der jeweiligen Währung
Zeitangaben in CEST (UTC+2)
Top 5 Umsatz
Letzte Aktualisierung:
01.10.2026 @ 14:41:18


