MÄRKTE EUROPA/Börsen bauen Gewinne leicht aus - Technologie-Aktien vorne
29.09.2026 / 13:03 Uhr
DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte bauen ihre Gewinne bis Dienstagmittag aus. Und das obgleich Brent bei rund 105 Dollar das Fass notiert und 10-jährige US-Staatsanleihen bei 5,23 Prozent rentieren. Im Fokus stehen weiterhin die festgefahrenen Waffenstillstandsverhandlungen zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump hatte bereits einen Verhandlungsvorschlag aus dem Iran abgelehnt. "Iran und die USA sind bei einer Waffenstillstandsvereinbarung und der Wiedereröffnung der Straße von Hormus weiterhin weit voneinander entfernt", so Sally Auld von der NAB. Presseberichten zufolge nehmen die Transporte durch die Straße von Hormus aber wieder zu. Die Exporte von Rohöl aus dem Nahen Osten sind in diesem Monat laut Öldaten-Trackern auf das höchste Niveau seit Beginn des Krieges im Februar gestiegen. Sorgen machen die US-Äußerungen über ein eventuelles Exportverbot von Diesel. Dies würde die Ölmärkte global völlig durcheinanderbringen.
Der DAX gewinnt 0,6 Prozent auf 25.527 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es sogar um 0,9 Prozent auf 6.355 Punkte nach oben. Während die hohen Renditen die Bewertung der Aktienmärkte prinzipiell unter Druck setzt, scheinen sich die Anleger vielmehr auf die zuletzt starken Wirtschaftsdaten zu fokussieren, was für weiter steigende Unternehmensgewinne spricht. Wichtige Konjunkturdaten stehen am Dienstag nicht an. Aus den USA kommen die Jolts-Daten zum Arbeitsmarkt und das Verbrauchervertrauen. Letzeres könnte am Nachmittag für Bewegung sorgen, falls sich die Zeichen für einen Einbruch des US-Konsums wegen steigender Benzinpreise mehren. Gold erholt sich nach dem Abverkauf vom Vortag und gewinnt 0,9 Prozent auf 4.152 Dollar die Feinunze.
Gesucht sind Technologiewerte. Bei Schneider Electric, ASML, Infineon und Siemens Energy geht es um bis zu 4 Prozent höher. Kurstreiber ist unter anderem die Rally von Nvidia am Vorabend. Dazu sorgt der Prospekt zum Börsengang von Anthropic für Zuversicht. "Das hebt die Vorsicht nach dem Zurückrudern von OpenAI wieder auf", sagt ein Händler. Laut den Strategen der Helaba treiben vor allem "exorbitante" Ausgabepläne von Anthropic für die KI-Infrastruktur von bis zu 518 Milliarden US-Dollar.
Trotz der angeblich zurückgewiesenen Offerte von BASF legen Evonik um 1,8 Prozent auf 20,20 Euro zu. Laut der "FT" soll Evonik das Angebot als zu niedrig eingestuft haben. Die Anleger glauben aber offenbar, dass das letzte Wort zu dem Thema noch nicht gesprochen ist. BASF soll angeblich 22,15 Euro je Evonik-Aktie geboten haben. Die DZ Bank weist indes darauf hin, dass bereits ein Preis von 22 Euro einer Übernahmeprämie von rund 46 Prozent entspräche und bereits über der üblichen Spanne von 30 bis 40 Prozent läge. Das Aufstockungspotenzial der Offerte scheint mithin begrenzt. Die BASF-Aktie gewinnt 0,7 Prozent.
Die Aktien von Julius Bär springen um 8,9 Prozent nach oben. Hier treibt zum einen die Erleichterung über das Ende der Untersuchungen der Finanzaufsicht gegen die Bank. "Dazu kommt aber, dass damit der Weg für einen neuen Aktienrückkauf frei ist und die Eigenkapitalanforderung sinkt", sagt ein Händler.
Kräftig abwärts um 8,7 Prozent geht es nach der zweiten Umsatzwarnung in einem Jahr bei Lindt & Sprüngli. Seit dem Absatzdebakel bei Osterhasen werden die Preispunkte von Lindt-Schokoladen als überteuert kritisiert, das Absatzvolumen sinkt daher. Lindt erwartet nun nur noch einen Umsatzanstieg von 0 bis 2 Prozent nach zuvor plus 4 bis 6 Prozent. Auch Barry Callebaut in der Schweiz fallen um 2,5 Prozent.
Hapag-Lloyd legen um 4,0 Prozent zu. Der Reedereikonzern hat wie erhofft erneut die Prognose für 2026 erhöht. Hornbach Holding steigen um 1,1 Prozent. Hornbach zeigt sich laut Metzler in einem schwierigen Branchenumfeld - das zuletzt durch die Insolvenz des Konkurrenten Hellweg unterstrichen wurde - weiterhin widerstandsfähig. Laut GfK-Marktdaten habe die Baumarktkette ihre Marktanteile in den ersten sieben Monaten 2026 in wichtigen Kernmärkten wie Deutschland, den Niederlanden und Österreich erfolgreich ausgebaut, was die Analysten vor allem auf das attraktive Preis-Leistungs-Angebot zurückführen.
=== Index zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.354,72 +0,9 53,44 6.301,28 9,7 Stoxx-50 5.396,48 +0,7 38,57 5.357,91 9,7 DAX 25.527,21 +0,6 152,79 25.374,42 4,2 MDAX 31.030,94 +0,4 135,35 27.039,42 1,3 TecDAX 4.012,86 +1,1 43,71 3.091,28 10,8 SDAX 18.416,09 +0,9 167,57 13.062,07 7,2 FTSE 10.722,36 +0,4 37,48 10.684,88 8,0 CAC 8.095,28 +0,2 16,80 8.078,48 -0,7 SMI 14.017,62 +0,5 74,71 13.942,91 5,7 ATX 6.985,96 -0,4 -26,17 7.012,13 31,2 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:04 Uhr EUR/USD 1,1347 -0,2 -0,0023 1,1370 1,1361 EUR/JPY 178,45 -0,3 -0,4800 178,93 179,0200 EUR/CHF 0,9457 -0,0 -0,0002 0,9459 0,9454 EUR/GBP 0,8571 -0,1 -0,0005 0,8576 0,8574 USD/JPY 157,25 -0,1 -0,1000 157,35 157,5600 GBP/USD 1,3236 -0,1 -0,0016 1,3252 1,3245 USD/CNY 6,703 -0,1 -0,0073 6,7103 6,7103 USD/CNH 6,7048 -0,1 -0,0078 6,7126 6,7135 AUS/USD 0,6996 -0,3 -0,0018 0,7014 0,7017 Bitcoin/USD 84.058,91 +0,7 549,71 83.509,20 83.056,63 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 92,00 -0,7 -0,60 92,6 Brent/ICE 105,08 -0,2 -0,20 105,28 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.151,65 +0,9 37,38 4.114,27 Silber 60,82 -0,2 -0,15 60,97 Platin 1.696,18 -1,2 -20,85 1.717,03 (Angaben ohne Gewähr) ===
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