MÄRKTE EUROPA/Börsen bauen Gewinne mit fallendem Ölpreis aus
11.09.2026 / 13:30 Uhr
DOW JONES--Die europäischen Börsen bauen die Gewinne bis Freitagmittag aus. Der Ölpreis und die Renditen kommen von den jüngsten Hochstständen etwas zurück, das Umfeld bleibt aber schwierig. Brent geht bei knapp unter 104 Dollar das Fass um und 10-jährige Treasurys kratzen mit 4,95 Prozent weiter an der 5-Prozenthürde. Mit der Einnahme der Stadt Mokka durch Huthi-Truppen droht der weltweiten Energieversorgung ein weiterer Schlag, besteht damit doch die Gefahr, dass die vom Iran unterstützten Rebellen schon bald die Kontrolle über Bab el-Mandeb übernehmen, die nach der Straße von Hormus zweite wichtige Meerenge für den internationalen Öltransport.
Für den DAX geht es um 0,6 Prozent auf 25.524 Punkte nach oben, was im Handel vor allem als technische Gegenreaktion beschrieben wird. Der Euro-Stoxx-50 gewinnt 0,7 Prozent auf 6.313 Punkte. Am Devisenmarkt kommt der Euro gegen den Dollar leicht auf 1,1592 zurück.
Die Schlagzeilen vom Persischen Golf treiben das Inflationsgespenst weiter an. Die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Vortag wird an den Märkten eher falkenhaft aufgenommen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprach erstmalig davon, dass die Inflation über einen "ausgedehnten Zeitraum" über dem Ziel von 2 Prozent liegen werde. Während die meisten Ökonomen davon ausgehen, dass die Währungshüter im Dezember die Leitzinsen erneut anheben werden, gibt es einzelne Stimmen, die sogar eine weitere Erhöhung im Oktober nicht ausschließen.
Begründet wird die Börsenresilienz primär durch hohe Unternehmensgewinne. Die Unternehmensergebnisse für das zweite Quartal liegen laut LFDE außerhalb der Energiebranche um 11 Prozent über dem Vorjahresniveau und damit deutlich über den Erwartungen. Auch unter den Analysten habe sich neuer Optimismus eingestellt, da die Unternehmensziele so stark angehoben worden seien wie seit Ende 2022 nicht mehr.
Den Höhepunkt des Tages liefert die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise am Nachmittag. Da es der letzte wichtige Datensatz vor der geldpolitischen Sitzung der US-Notenbank in der kommenden Woche ist und sich die Fed unter ihrem Chairman Kevin Warsh von der Forward Guidance verabschiedet hat, kommt der Entscheidung aus Marktsicht besondere Bedeutung zu. Derzeit wird mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 70 Prozent eine Zinserhöhung durch die Fed eingepreist. Mit Blick auf die nun anstehenden Preisdaten wird erwartet, dass diese im August um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen sind.
MWB bemerkt zu den umfassenden Transformationsprogrammen bei den United-Internet-Tochtergesellschaften 1&1 Versatel und Ionos, dass die Umstrukturierung darauf abziele, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und künftiges Wachstum zu finanzieren. Dies führe im Geschäftsjahr 2026 zum Abbau von rund 800 Arbeitsplätzen sowie zu einmaligen Aufwendungen in Höhe von 95 Millionen Euro. Nach vollständiger Umsetzung erwarte das Management jährliche Einsparungen von etwa 55 Millionen Euro. Weil der Großteil dieser Mittel jedoch in künstliche Intelligenz und die Netzmodernisierung reinvestiert werde, bleibe der kurzfristige Impuls auf die Profitabilität begrenzt. United Internet fallen um 1,8 Prozent.
Flatexdegiro verlieren 6 Prozent nach überraschenden Wechseln im Aufsichtsrat. Der Vorsitzende Hans-Hermann Lotter legte den Vorsitz des Kontrollgremiums am Donnerstag mit sofortiger Wirkung nieder. Bis spätestens 10. Oktober werden Lotter und mit ihm auch Martina Pfeifer aus dem Aufsichtsrat ausscheiden. Hintergrund seien unterschiedliche Auffassungen über wesentliche Fragen der zukünftigen strategischen Ausrichtung und Positionierung des Unternehmens. Das kommt an der Börse nicht gut an.
=== Index zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.312,85 +0,7 43,88 6.268,97 9,0 Stoxx-50 5.338,90 +0,7 38,67 5.300,23 8,6 DAX 25.524,00 +0,6 162,85 25.361,15 4,2 MDAX 31.614,31 +0,1 17,89 27.039,42 3,3 TecDAX 3.954,07 +0,3 13,36 3.091,28 9,2 SDAX 18.398,13 -0,1 -16,66 13.062,07 7,1 FTSE 10.672,85 +0,6 63,93 10.608,92 7,5 CAC 8.167,68 +0,6 50,92 8.116,76 0,2 SMI 13.833,13 +0,7 93,03 13.740,10 4,3 ATX 6.891,89 +0,3 22,08 6.869,81 29,4 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:57 Uhr EUR/USD 1,1592 -0,2 -0,0018 1,1610 1,1627 EUR/JPY 178,58 -0,4 -0,7200 179,3 179,1300 EUR/CHF 0,9453 +0,2 0,0018 0,9435 0,9431 EUR/GBP 0,858 -0,2 -0,0013 0,8593 0,8591 USD/JPY 154,05 -0,2 -0,3700 154,42 154,0400 GBP/USD 1,3505 -0,0 -0,0003 1,3508 1,3530 USD/CNY 6,708 +0,0 0,0019 6,7061 6,7061 USD/CNH 6,709 -0,1 -0,0055 6,7145 6,7128 AUS/USD 0,7173 +0,3 0,0019 0,7154 0,7168 Bitcoin/USD 76.790,97 -0,6 -473,18 77.264,15 77.168,97 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 99,24 -3,2 -3,24 102,48 Brent/ICE 103,67 -3,7 -3,96 107,63 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.337,69 +0,5 22,00 4.315,69 Silber 63,80 +0,4 0,25 63,55 Platin 1.792,97 +0,9 16,29 1.776,68 (Angaben ohne Gewähr) ===
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