MÄRKTE EUROPA/Schwach nach Warsh und wieder steigendem Ölpreis

31.08.2026 / 18:06 Uhr

DOW JONES--Der europäische Aktienmarkt ist mit deutlichen Abschlägen in die neue Woche gestartet. Belastend wirkten wieder steigenden Ölpreise nach einem militärischen Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran sowie die falkenhaft aufgenommene Rede von Fed-Chairman Kevin Warsh am Freitag. Der Öpreis zog daraufhin an - Brent stieg um 2,8 Prozent auf 90,54 Dollar das Fass. Daneben stiegen die Renditen an den Anleihemärkten in vielen Fällen auf neue Jahreshochs.

Der DAX verlor 1,2 Prozent auf 26.258 Punkte, bei 26.618 hatte der Index am Freitag noch ein neues Rekordhoch markiert. Für den Euro-Stoxx-50 ging es 1 Prozent nach unten. Hier stützten die Aufschläge bei Energiewerten leicht: Eni gewannen 2,3 Prozent oder Totalenergies 1,2 Prozent. Wegen des Feiertages in Großbritannien fehlten allerdings die wichtigen Marktteilnehmer aus London.

Die viel beachtete Rede von Fed-Chef Kevin Warsh auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole fiel nach allgemeiner Wahrnehmung falkenhaft aus, wenngleich mit Einschränkungen. Warsh zeigte sich mit den Fortschritten bei der Inflation unzufrieden, die US-Notenbank habe "einiges zu tun". Die an den Märkten eingepreiste Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank im September die Zinsen anheben wird, stieg auf 60 von zuvor 30 Prozent.

"Dies deutet darauf hin, dass er Zinserhöhungen offener gegenüberstehen könnte, zumal er die aktuellen Finanzierungsbedingungen nicht als restriktiv einstuft. Allerdings bleiben ähnlich wie nach seinen bisherigen Äußerungen Zweifel, ob er diesen Politikschwenk auch durchzieht. So wiederholte er, dass die Inflation nun schon 65 Monate zu hoch sei. Aber warum wurden dann die Zinsen nicht auf der letzten Sitzung angehoben?", hieß es bei der Commerzbank.

Die gesamtdeutschen Inflationszahlen setzten dagegen keine Akzente an den Märkten. Die Preise sind im August wie erwartet um 2,9 Prozent gestiegen, harmonisiert fiel der Preisanstieg mit ebenfalls 2,9 Prozent sogar unter der Prognose von 3,2 Prozent aus. Damit bewegt sich die Inflation aber weit über dem EZB-Ziel von 2,0 Prozent. Eine EZB-Zinserhöhung im September gilt an den Märkten als ausgemacht.

Das Sentiment für Rüstungsaktien bleibt angeschlagen. Im Sommerinterview mit der ARD hat Bundeskanzler Friedrich Merz die höheren Rüstungsausgaben zwar verteidigt, zugleich aber eine sehr viel höhere Kosteneffizienz gefordert. Die Aussagen kommen für Anleger prinzipiell nicht überraschend. In den vergangenen Monaten sind angesichts der Entwicklungen im Ukrainekrieg die Zweifel an der Sinnhaftigkeit von Investitionen in traditionelle Waffensysteme wie etwa gepanzerte Fahrzeuge oder Panzer stark gestiegen.

Der Ukrainekrieg gilt als der erste Drohnenkrieg der Geschichte, daneben spielen Raketen und Raketenabwehrsysteme eine große Rolle. Rheinmetall verloren 3,8 Prozent, Hensoldt 1,7 Prozent oder Leonardo 2,2 Prozent.

Tagesverlierer und im DAX waren Siemens Energy. Die inzwischen mit knapp 6 Prozent im DAX gewichtete Aktie büßte 5 Prozent ein. Ein Händler verwies auf Aussagen von Elon Musk, wonach SpaceX Turbinenblätter herstellen will wegen der extrem langen Wartezeiten bedingt durch die hohe Nachfrage nach Gasturbinen. Dies verzögere den Ausbau seiner Datencenter. Nordex gaben um 2 Prozent nach.

Chemieaktien legten dagegen weiter zu, nachdem der Ifo-Geschäftsklimaindex für die Branche am Freitag positive Signale gesendet hatte. BASF stiegen um 0,9 und Brenntag um 1,8 Prozent. Im MDAX kamen Lanxess um 3,2 Prozent voran und Wacker Chemie um 0,8 Prozent.

Aroundtown rutschten um 3,1 Prozent ab, nachdem Goldman Sachs das Kursziel deutlich gesenkt hatte. Aber auch andere Immobilienaktien gaben mit der Aussicht auf höhere Zinsen nach; Vonovia um 3, TAG Immobilien um 3,6 und LEG Immobilien um 2 Prozent.

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Index               Schluss*  Entwicklung in %  Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50          6.420              -1,0                  +12,0 
Stoxx-50               5.429              -0,9                  +11,4 
Stoxx-600                651              -0,6                  +10,6 
DAX                   26.258              -1,2                   +8,5 
FTSE-100 London       10.793              +0,3                   +8,7 
CAC-40 Paris           8.401              -0,8                   +3,1 
AEX Amsterdam          1.112              -0,6                  +16,9 
ATHEX-20 Athen         6.854              -0,1                  +28,1 
BEL-20 Brüssel         5.869              -0,6                  +15,6 
BUX Budapest         150.666              -1,0                  +35,7 
OMXH-25 Helsinki       6.515              -1,1                  +14,2 
OMXC-20 Kopenhagen     1.639              -0,7                   +1,9 
PSI 20 Lissabon        9.431              +0,1                  +14,1 
IBEX-35 Madrid        20.042              -0,3                  +15,8 
FTSE-MIB Mailand      52.616              -0,0                  +17,1 
OBX Oslo               2.024              +0,9                  +26,7 
PX Prag                2.807              -0,4                   +4,5 
OMXS-30 Stockholm      3.331              -0,7                  +15,6 
WIG-20 Warschau      152.553              +0,4                  +29,6 
ATX Wien               6.787              -0,3                  +27,4 
SMI Zürich            14.400              -0,8                   +8,5 
* gerundet 
 
DEVISEN                  zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag  Fr, 18:12 
EUR/USD                   1,1617   +0,3    0,0033          1,1584     1,1591 
EUR/JPY                   185,52   +0,1    0,1500          185,37   185,5500 
EUR/CHF                   0,9388   +0,2    0,0014          0,9374     0,9376 
EUR/GBP                   0,8572   +0,2    0,0017          0,8555     0,8555 
USD/JPY                   159,69   -0,2   -0,3500          160,04   160,0500 
GBP/USD                   1,3549   +0,1    0,0015          1,3534     1,3546 
USD/CNY                   6,7197   -0,1   -0,0063          6,7260     6,7260 
USD/CNH                   6,7192   -0,2   -0,0110          6,7302     6,7301 
AUS/USD                   0,7165   +0,1    0,0006          0,7159     0,7163 
Bitcoin/USD            78.586,58   -0,0    -13,78       78.600,36  77.931,68 
 
ROHOEL                   zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                  85,56   +2,6      2,16            83,4 
Brent/ICE                  90,54   +2,8      2,44           88,10 
 
Metalle                  zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    4.429,38   -0,5    -23,29        4.452,67 
Silber                     66,19   -0,2     -0,16           66,35 
Platin                  1.780,41   -2,2    -39,74        1.820,15 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

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