MÄRKTE USA/Etwas leichter - Renditen erholen sich von Vortagesrückgang
20.08.2026 / 15:48 Uhr
DOW JONES--Mit Abgaben ist die Wall Street am Donnerstag in den Handel gestartet. Der Dow-Jones-Index fällt um 0,7 Prozent auf 53.084 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gibt um 0,3 Prozent nach und die technologielastigen Nasdaq-Indizes büßen bis zu 0,4 Prozent ein. Hauptthema sind weiter die Entwicklungen am US-Anleihemarkt, nachdem das US-Finanzministerium am Vortag angekündigt hatte, künftig mehr langlaufende Anleihen zurückzukaufen. Konkret sollen Rückkaufoperationen für Anleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren oder mehr mit Wirkung zum 9. September von derzeit 2 auf mindestens 4 Milliarden Dollar pro Operation verdoppelt werden.
Der Schritt wurde an der Wall Street als Signal gewertet, dass Finanzminister Scott Bessent über den Ausverkauf bei Anleihen beunruhigt ist. In der Folge ging es für die Renditen 10- und 30-jähriger steil nach unten. Doch die Renditen holen die Abgaben vom Vortag wieder fast vollständig auf. Analysten begründen dies damit, dass ein nachhaltiger Rückgang der Kreditkosten unwahrscheinlich sei, da es keine Anzeichen dafür gebe, dass die USA ihr Defizit eindämmen würden. So steigt die Rendite im Zehnjahresbereich um 5 Basispunkte auf 4,70 Prozent, bei den Langläufern geht es ebenfalls um 5 Basispunkte auf 5,24 Prozent nach oben.
Der Dollar baut seine Vortagesverluste noch leicht aus - der Dollar-Index fällt um weitere 0,1 Prozent. Der Dollar sei nach der Entscheidung des US-Finanzministeriums anfälliger für eine Abwertung, so die Analysten der MUFG Bank. Es sei unwahrscheinlich, dass die USA das stetig wachsende Haushaltsdefizit angehen werden. Daher bestehe die Gefahr, dass sich der Rückkauf als kontraproduktiv erweise und die Nachfrage nach US-Anlagen verringere, was potenziell zum Verkauf von Staatsanleihen und des Dollar führen könnte, so die Analysten.
Der Goldpreis gibt einen Großteil seiner Vortagesgewinne wieder ab. Die Feinunze fällt um 1,1 Prozent auf 4.472 Dollar, nach einem Hoch von rund 4.580 Dollar zur Wochenmitte in Folge der stark gefallenen Renditen. Teilnehmer verweisen nun auf die Erholung der Renditen.
Die Ölpreise legen weiter zu. Für Brent geht es um 2,3 Prozent auf 93,76 Dollar nach oben. "Die USA haben keine Gespräche mit dem Iran geplant, während die Lage in der Straße von Hormus weiter angespannt bleibt, mit eingeschränktem Schiffsverkehr und anhaltenden Meinungsverschiedenheiten über die Bedingungen für eine Wiedereröffnung", heißt es von Sucden Financial. Zudem hat US-Präsident Donald Trump damit gedroht, die USA würden beispiellose wirtschaftliche Maßnahmen gegen den Iran verhängen.
Die Konjunkturdaten des Tages liefern bislang keinen Impuls. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der vergangenen Woche gesunken, nachdem sie fast einen Monat lang gestiegen war. Der Philadelphia-Fed-Index für August fiel mit 47,4 über der Prognose von 41,1 aus, die dem Wert aus dem Vormonat entsprochen hat. Nach der Startglocke folgt noch der Index der Frühindikatoren für Juli.
Bei den Einzelwerten fallen die Aktien von Walmart um 8 Prozent. Der Einzelhandelskonzern hebt nach höheren Umsätzen im zweiten Quartal den Ausblick für das Gesamtjahr an. Er rechnet mit einem Anstieg des Nettoumsatzes um 4 bis 5 Prozent, verglichen mit einer früheren Prognose von plus 3,5 bis 4,5 Prozent. Die Prognose liegt allerdings unter den Erwartungen der Analysten. Die Investitionsausgaben sollen zudem etwa 4 Prozent des Nettoumsatzes betragen, nach einer früheren Prognose von rund 3,5 Prozent des Nettoumsatzes.
Für die Aktien von Krypto-Handelsplattformen geht es kräftig nach oben. US-Präsident Trump hat den Kongress aufgefordert, ein Kryptowährungsgesetz zu verabschieden. Dies schob den Bitcoin zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit Juni. Aktuell geht es für die Kryptowährung um 3,6 Prozent auf 71.578 Dollar aufwärts. Am Aktienmarkt steigen Coinbase um 5,1 Prozent, Robinhood um 0,9 Prozent und Strategy um 6 Prozent.
Die Papiere von Wolfspeed knicken um 7,4 Prozent ein. Der Chip-Hersteller verzeichnete im vierten Geschäftsquartal einen deutlichen Umsatzrückgang. Zudem enttäuschte der Ausblick.
Die Aktien von Coty büßen 11,4 Prozent ein. Das Kosmetikunternehmen meldete einen höheren Verlust und prognostizierte für das laufende Quartal einen Umsatzrückgang, da die Verbraucher zunehmend wählerischer werden. Deere (+2,9%) übertraf im dritten Quartal die Erwartungen, obwohl das Geschäft mit großen Landmaschinen weiterhin schwach war. Der Konzern profitierte allerdings von Zollrückerstattungen.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 53.084,22 -0,7 -378,83 53.463,05 S&P-500 7.685,74 -0,3 -22,24 7.707,98 NASDAQ Comp 26.223,39 -0,4 -107,70 26.331,09 NASDAQ 100 29.317,83 -0,4 -108,19 29.426,02 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,20 +0,02 4,20 4,16 5 Jahre 4,40 +0,04 4,40 4,33 10 Jahre 4,70 +0,05 4,71 4,63 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 18:12 EUR/USD 1,1684 +0,1 0,0007 1,1677 1,1669 EUR/JPY 185,4 +0,4 0,7200 184,68 184,8500 EUR/CHF 0,9326 +0,2 0,0016 0,9310 0,9326 EUR/GBP 0,8565 -0,2 -0,0014 0,8579 0,8574 USD/JPY 158,67 +0,3 0,5100 158,16 158,3900 GBP/USD 1,3639 +0,3 0,0036 1,3603 1,3608 USD/CNY 6,7225 -0,1 -0,0070 6,7295 6,7295 USD/CNH 6,7236 -0,1 -0,0076 6,7312 6,7298 AUS/USD 0,712 -0,0 -0,0003 0,7123 0,7125 Bitcoin/USD 71.578,00 +3,6 2.510,14 69.067,86 68.588,13 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 88,30 +2,9 2,47 85,83 Brent/ICE 93,76 +2,3 2,14 91,62 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.472,23 -1,1 -48,86 4.521,09 Silber 66,86 -0,1 -0,06 66,92 Platin 1.802,74 -1,2 -21,76 1.824,50 (Angaben ohne Gewähr) ===
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