MORNING BRIEFING - USA/Asien

29.07.2026 / 07:56 Uhr

=== 

+++++ TAGESTHEMA +++++

Die Sitzung der US-Notenbank ist eine der am wenigsten vorhersehbaren seit Jahren. Ein neuerlicher Ölpreisschock und eine falkenhafte Fraktion unter den Notenbankern, die auf Zinserhöhungen drängt, prallen auf verhaltenere Inflationsdaten, die eher für eine Zinspause sprechen. Und an der Spitze der Behörde steht ein neuer Vorsitzender, der bislang keinerlei Hinweise darauf gegeben hat, zu welcher Seite er neigt. Kevin Warsh hat in den vergangenen zwei Monaten wiederholt zugesagt, die Preisstabilität wiederherzustellen. Wie das aktuelle Zinsniveau dieses Ziel erreichen soll, hat er jedoch nicht erläutert. Die Notenbanker, die für eine Zinserhöhung plädieren, treten besonders nachdrücklich auf. Einige von ihnen gelten als Kandidaten für eine Gegenstimme, sollte die Fed die Zinsen unverändert belassen. Einige einflussreiche Währungshüter deuteten bereits an, dass sie zwar zu einer Zinspause neigten, eine straffere Geldpolitik im weiteren Jahresverlauf jedoch unterstützen könnten.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN ++++++

12:30 US/GE Healthcare Technologies Inc, Ergebnis 2Q

13:00 US/Procter & Gamble Co, Ergebnis 4Q

22:00 US/Meta Platforms Inc, Ergebnis 2Q

22:00 US/Starbucks Corp, Ergebnis 3Q

22:05 US/Microsoft Corp, Ergebnis 4Q

22:05 US/Qualcomm Inc, Ergebnis 3Q

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

- US 
    16:30 Rohöllagerbestandsdaten (Woche) der staatlichen Energy 
          Information Administration (EIA) 
 
    20:00 Fed, Ergebnis der FOMC-Sitzung 
          Fed-Funds-Zielsatz 
          PROGNOSE: 3,50% bis 3,75% 
          zuvor:    3,50% bis 3,75% 
 

+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++

Index                         zuletzt  +/- % 
E-Mini-Future S&P-500        7.458,75   -0,1 
E-Mini-Future Nasdaq-100    27.813,25   -0,4 
S&P/ASX 200 (Sydney)         9.036,60   +1,0 
Nikkei-225                  61.281,41   -1,7 
Topix-500 (Tokio)            3.966,21   +0,1 
Kospi (Seoul)                5.611,04   -6,9 
Shanghai-Composite           3.835,36   +0,6 
Hang-Seng-Index (Hongkong)  25.628,64   +1,3 
 

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

OSTASIEN (VERLAUF)

Während sich an den Aktienbörsen meist schwächere Trends durchsetzen, bleibt es beim Ausverkauf im Halbleitersektor wie schon am Vortag. Der Kospi bricht erneut ein, Händler sprechen von panikartigen Verkäufen im Halbleitersektor. Wie schon am Vortag wächst die Skepsis, ob die enormen KI-Investitionen tatsächlich ausreichende Renditen erwirtschaften werden. Belastet werden die Börsen zudem von steigenden Ölpreisen, nachdem im Nahen Osten erneut Kämpfe und wechselseitige Attacken ausgebrochen sind. Die Verunsicherung am Markt wird durch die am Abend anstehende Leitzinsentscheidung in den USA verschärft. Zwar dürfte die Fed das Zinsniveau bestätigen. Doch warnt CBA-Analystin Carol Kong vor einer möglichen Zinsanhebung. Höhere Zinsen wären auch für den Technologiesektor mit seinen hohen Kosten ein zusätzliches Problem. In Südkorea rauschen die Chititel SK Hynix m weitere 18,5 Prozent südwärts, nachdem selbst ein Gewinnanstieg um das 13-fache Anleger nicht zufrieden gestellt hat. Sowohl Umsatz als auch Betriebsgewinn lagen jedoch unter Konsens. Samsung Electronics, die am Donnerstag berichten wird, stürzen um 11,5 Prozent ab. Auch der technologielastige Taiex in Taiwan gibt über 4 Prozent nach. In Japan dreht der Markt im Verlauf ins Minus. In China beweist der Markt einmal mehr seine Eigenständigkeit und die Konzentration auf heimische Aspekte. Auch in Australien, wo Technologiewerte im Leitindex keine Rolle spielen, beweist der Leitindex Stärke. Daten zu den Verbraucherpreisen stellten kein Alarmsignal für eine Zinserhöhung im August dar, heißt es. Gestützt wird der Markt von Rio Tinto (+4,4%). Der Bergbaukonzern hat seine Zwischendividende nach positiven Geschäftszahlen erhöht. Im Fahrwasser steigen BHP um 1,2 Prozent.

WALL STREET

Dow-Jones         52.747,32   +1,0 
S&P-500            7.428,78   +0,2 
Nasdaq Composite  24.876,91   -0,2 
 
                     Dienstag   Montag 
Umsatz NYSE (Aktien) 1,25 Mrd   1,20 Mrd 
Gewinner                1.743      1.729 
Verlierer               1.018      1.022 
Unverändert                 85        82 
 

Uneinheitlich - Zweigeteilt hat sich die Wall Street am Dienstag gezeigt. Für den Dow-Jones-Index ging es deutlicher nach oben. Hier trieben vor allem die deutlichen Kursgewinne von Sherwin-Williams und Coca-Cola nach Quartalszahlen. Für die technologielastigen Nasdaq-Indizes ging es dagegen weiter nach unten. Die Verluste bei den Chip-Werten setzten sich fort. Marktteilnehmer verwiesen aber auch auf die im Wochenverlauf anstehenden Quartalsergebnisse von wichtigen Tech-Konzernen wie Meta Platforms, Qualcomm, Microsoft, Amazon und Apple. Hier dürften vor allem die Investitionen in den KI-Bereich im Fokus stehen, deren immer gewaltigere Ausmaße für zunehmende Bedenken am Markt sorgen. Es habe aber auch Zurückhaltung vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank geherrscht, die am Mittwoch veröffentlicht wird. Die Aktien von Nvidia erholten sich von anfänglichen Verlusten und stiegen um 0,3 Prozent. Dagegen ging es für die Titel von Advanced Micro Devices und Intel um 8,2 und 5,9 Prozent abwärts. Boeing verbesserten sich um 4,8 Prozent. Der Flugzeugbauer hat im zweiten Quartal einen Umsatz von 24,56 Milliarden US-Dollar erzielt, 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz ist dabei in allen Sparten gestiegen. Die Paypal-Aktie gewann 4 Prozent. Die Ergebnisse für das zweite Quartal lagen über den Erwartungen der Analysten. Coca-Cola (+5%) hat im zweiten Quartal einen höheren Gewinn und Umsatz verzeichnet. Sherwin-Williams (+8,3%) hat seine Jahresprognose angehoben, nachdem das Unternehmen im zweiten Quartal höhere Gewinne und Umsätze verzeichnete. Der Farbenhersteller gewann Marktanteile hinzu und erhöhte die Preise.

US-ANLEIHEN

US-Treasuries  Rendite    +/-  Tageshoch  Tagestief 
2 Jahre           4,28  -0,05       4,32      4,26 
10 Jahre          4,60  -0,04       4,64      4,58 
 

Die Renditen gaben mit gesunkenen Ölpreisen erneut nach.

DEVISEN

DEVISEN                  zuletzt  +/- %      00:00    Di, 9:39 Uhr  % YTD 
EUR/USD                   1,1400   +0,1     1,1385          1,1370   -2,9 
EUR/JPY                   186,32   -0,1     186,56          186,19   +1,3 
EUR/GBP                   0,8570   +0,0     0,8568          0,8547   -1,7 
USD/JPY                   163,40   -0,3     163,82          163,73   +4,3 
USD/KRW                 1.447,10   -0,4   1.452,69        1.459,98   +0,5 
USD/CNY                   6,7702   -0,0     6,7710          6,7680   -3,2 
USD/CNH                   6,7707   +0,0     6,7701          6,7685   -2,9 
USD/HKD                   7,8432   +0,0     7,8407          7,8417   +0,8 
AUD/USD                   0,6955   -0,3     0,6973          0,6971   +4,2 
NZD/USD                   0,5791   +0,1     0,5786          0,5772   +0,6 
BTC/USD                64.002,83   +0,2  63.854,58       63.480,63  -27,0 
 

Der Dollar fiel zurück. Der Dollar-Index reduzierte sich um 0,3 Prozent. Der Fokus des Marktes liege vor allem auf der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch, hieß es. Der Dollar könnte eine reflexartige Schwäche erleiden, falls die US-Notenbank die Zinsen unverändert lässt, schrieben die Strategen von TD Securities.

++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

Metalle                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    4.033,62   +0,2       6,50        4.027,12 
Silber                     57,76   +1,1       0,62           57,15 
Platin                  1.597,45   -0,5      -7,49        1.604,94 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Der Goldpreis gab seine Vortagesgewinne wieder ab. Die Feinunze reduzierte sich um 0,8 Prozent auf 4.044 Dollar und fiel wieder unter die Marke von 4.100 Dollar. Der Markt schaue vor allem auf die Aussagen des neuen Fed-Präsidenten Kevin Warsh zur weiteren geldpolitischen Strategie der Notenbank, hieß es.

ÖL

ROHÖL                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                  81,97   +3,4       2,71           79,26 
Brent/ICE                  87,14   +3,6       3,05           84,09 
 

Die Ölpreise gaben weiter nach. Ein Barrel der Sorte Brent reduzierte sich mit der andauernden Feuerpause im Iran-Krieg um 5,2 Prozent auf 83,77 Dollar. US-Präsident Donald Trump hatte Axios am Montag gesagt, er habe die Angriffe auf den Iran ausgesetzt, um Verhandlungen zu ermöglichen, könnte aber wieder zu erweiterten Militäraktionen zurückkehren, falls die Gespräche scheitern. Damit bleibe die Unsicherheit hoch, hieß es.

Im asiatisch dominierten frühen Handel am Mittwoch ziehen die Preise wieder kräftig an, nachdem der Iran im Nahen Osten stationierte US-Streitkräfte angegriffen hat. Die iranischen Raketen seien jedoch abgewehrt worden, so die US-Armee.

+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG, 20.00 UHR +++++

INFLATION AUSTRALIEN

2Q Verbraucherpreise +3,8% gg Vorjahr (PROGNOSE: +4,0%)

2Q Verbraucherpreise +0,6% gg Vorquartal (PROGNOSE: +0,7%)

MEDIENMARKT KANADA

Kanada wird die Bemühungen aufgeben, ausländische Streamingdienste zu verpflichtenden finanziellen Beiträgen für die heimische Unterhaltungsindustrie zu zwingen. Dies geht aus einem Gerichtsdokument hervor. Die Enthüllung stellt das jüngste Anzeichen für eine Kehrtwende in der kanadischen Politik dar. Seit fast einem Jahrzehnt war diese darauf ausgerichtet, große ausländische digitale Plattformen zu finanziellen Beiträgen zu verpflichten. Damit sollte das System der heimischen Fernseh- und Filmprogramme am Leben erhalten werden.

FORD

hat ihren Ausblick angehoben, da der Konzern nun für dieses Jahr mit leicht höheren Preisen rechnet. Die angehobene Prognose erfolgt, nachdem Ford für das zweite Quartal einen Verlust von 1,33 Milliarden Dollar oder 33 Cent je Aktie gemeldet hat, verglichen mit einem Verlust von 36 Millionen Dollar oder 1 Cent je Aktie im Vorjahr. Der Verlust beinhaltet eine Belastung von 3,6 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit der Beendigung des Joint Ventures für Elektrofahrzeug-Batterien mit der SK Group sowie Belastungen von rund 500 Millionen Dollar im Zusammenhang mit der Einstellung von Elektrofahrzeug-Programmen. Ohne Berücksichtigung bestimmter Sondereffekte wies das Unternehmen einen bereinigten Gewinn von 42 Cent je Aktie aus. Analysten hatten einen bereinigten Gewinn von 36 Cent je Aktie erwartet.

KLA

hat im jüngsten Quartal Gewinn und Umsatz gesteigert. Das Unternehmen erwartet, dass sich die positive Entwicklung weiter beschleunigen wird, angetrieben vom anhaltenden Ausbau der KI-Infrastruktur. Der Anbieter von Halbleiterausrüstung meldete am Dienstag für das vierte Quartal, das am 30. Juni endete, einen Gewinn von 1,36 Milliarden US-Dollar oder 1,04 US-Dollar je Aktie. Im Vorjahresquartal hatte der Gewinn 1,2 Milliarden Dollar bzw. 91 Cent je Aktie betragen. Der bereinigte Gewinn lag bei 1,05 Dollar je Aktie. Analysten hatten 1 Dollar je Aktie erwartet.

MONDELEZ

meldete für das dritte Geschäftsquartal einen Gewinn von 1,55 Milliarden US-Dollar oder 1,20 Dollar je Aktie. Im Vorjahr hatte der Gewinn 641 Millionen Dollar oder 49 Cent je Aktie betragen. Bereinigt um bestimmte Sondereffekte wies das Unternehmen einen bereinigten Gewinn von 73 Cent je Aktie aus. Analysten hatten mit 68 Cent je Aktie gerechnet. Der Umsatz stieg auf 9,36 Milliarden Dollar von 8,98 Milliarden Dollar im Vorjahr. Analysten hatten mit 9,21 Milliarden Dollar Umsatz gerechnet.

RIO TINTO

hat ihre Zwischendividende erhöht, nachdem das Unternehmen für das erste Halbjahr einen Gewinnsprung von 47 Prozent gemeldet hatte. Gründe dafür waren höhere Rohstoffpreise, eine gesteigerte Produktion und Produktivitätszuwächse. Der Bergbaukonzern teilte mit, er habe in den sechs Monaten bis Ende Juni einen Nettogewinn von 6,66 Milliarden US-Dollar erzielt, nach 4,53 Milliarden Dollar im Vorjahr. Dies ist der höchste Nettogewinn des Unternehmens in einem ersten Halbjahr seit 2022. Das bereinigte Ergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr um 43 Prozent auf 6,85 Milliarden Dollar und übertraf damit die Konsenserwartung von 6,61 Milliarden Dollar.

SEAGATE

hat im vierten Quartal dank eines KI-getriebenen Nachfrageschubs bei Datenspeichern einen höheren Gewinn erzielt. Der auf Massenspeicherlösungen spezialisierte Konzern meldete einen Nettogewinn von 1,29 Milliarden US-Dollar oder 5,58 Dollar je Aktie. Im Vorjahr hatte dieser noch bei 488 Millionen Dollar oder 2,24 Dollar je Aktie gelegen. Der bereinigte Gewinn belief sich auf 5,71 Dollar je Aktie. Analysten hatten mit 5,10 Dollar je Aktie gerechnet.

SK HYNIX

Der Nettogewinn ist im zweiten Quartal dank der starken Nachfrage nach hochentwickelten Chips um das 13-fache in die Höhe geschnellt. Die Gesamtergebnisse des Unternehmens blieben jedoch hinter den hohen Markterwartungen zurück und konnten die Sorgen über die Ausgaben für die Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) kaum zerstreuen. Das südkoreanische Unternehmen schlug einen optimistischen Ton an und hielt an seinem bullischen Ausblick für die zweite Hälfte des Jahres 2026 fest. Der Nettogewinn schnellte auf einen Rekordwert von 93,923 Billionen Won in die Höhe. Das ist ein Anstieg von mehr als 1.200 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit wurde die Analystenerwartung von 50,785 Billionen Won übertroffen. Der Umsatz hat sich auf 79,319 Billionen Won mehr als verdreifacht und der Betriebsgewinn stieg um mehr als das Sechsfache auf 60,543 Billionen Won. Beide Werte erreichten Allzeithochs, verfehlten aber die Markterwartungen. Analysten hatten mit 84,170 Billionen Won bzw. 64,311 Billionen Won gerechnet.

VISA

Im dritten Geschäftsquartal belief sich der Gewinn auf 5,63 Milliarden US-Dollar oder 2,97 Dollar je Aktie, verglichen mit 5,27 Milliarden Dollar oder 2,69 Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 3,32 Dollar. Von Factset befragte Analysten hatten mit 3,23 Dollar je Aktie gerechnet. Der Umsatz kletterte um 14 Prozent auf 11,63 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 11,4 Milliarden Dollar.

=== 

HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/flf

(END) Dow Jones Newswires

July 29, 2026 01:56 ET (05:56 GMT)

zur Übersicht mit allen Meldungen

ein Service von
DOW JONES

Copyright © 2026 Tradegate Exchange GmbH
Bitte beachten Sie das Regelwerk

DAX®, MDAX®, TecDAX® und SDAX® sind eingetragene Markenzeichen der ISS STOXX Index GmbH
EURO STOXX®-Werte bezeichnet Werte der Marke „EURO STOXX“ der STOXX Limited und/oder ihrer Lizenzgeber
TRADEGATE® ist eine eingetragene Marke der Tradegate AG

Kurse in EUR; Fremdwährungsanleihen in der jeweiligen Währung
Zeitangaben in CEST (UTC+2)