MÄRKTE EUROPA/Behauptet - Berichtssaison gibt den Takt vor

28.07.2026 / 18:15 Uhr

DOW JONES--Mit leichten Aufschlägen haben die europäischen Aktienmärkte am Dienstag geschlossen. Der DAX kletterte um 0,4 Prozent auf 25.464 Punkte, der Euro-Stoxx-50 legte um 0,1 Prozent auf 6.290 Punkte zu. Mit Blick auf die Branchen stieg der Sub-Index der Konsumgüter in Europa um 2,4 Prozent und profitierte dabei von einem Plus von 8,0 Prozent bei Unilever nach der Bekanntgabe von Zahlen. Im Sektor der Technologiewerte fand weiter der Wechsel aus Hard- in Software statt. In Deutschland war das am deutlichen Plus bei SAP von 5,3 Prozent abzulesen, während Infineon 6,1 Prozent tiefer schlossen. Der europäische Technologie-Index verlor 0,5 Prozent.

Der Ölpreis gab derweil deutlich nach. Ein Barrel der Sorte Brent verlor 4,4 Prozent auf 84,50 Dollar. Dies unterstützte die Risikobereitschaft der Anleger. Zudem dürften die Erwartungen an Zinserhöhungen der großen Notenbanken aus dem Markt weichen.

Rund ein Drittel der im breiten Stoxx-600 gelisteten Unternehmen legen diese Woche ihre Zahlen vor. Dabei mussten am Berichtstag die Ergebnisse von Schwergewichten aus allen Branchen verarbeitet werden wie Mercedes-Benz, Unilever, Kering, GSK, Barclays, Safran und viele andere. Dies sorgte für teilweise heftige Ausschläge bei den Einzelwerten in beide Richtungen.

In der zweiten Wochenhälfte bekommen die Notenbanker mehr Aufmerksamkeit. Am Mittwoch nach Handelsschluss in Europa gibt die US-Notenbank ihren Zinsbeschluss bekannt. Die Sitzung ist eine der am wenigsten vorhersehbaren seit Jahren. Ein erneuter Ölpreisschock und eine falkenhafte Fraktion unter den Notenbankern, die auf Zinserhöhungen drängt, prallen auf verhaltenere Inflationsdaten, die eher für eine Zinspause sprechen. Und an der Fed-Spitze steht ein neuer Vorsitzender, der bislang keinerlei Hinweise darauf gegeben hat, zu welcher Seite er neigt.

Zu den Kursgewinnern in Europa gehörten Unilever. Der Hersteller von Lebensmitteln und Haushaltsgütern hat den Ausblick für das Jahr angehoben, nachdem das vierteljährliche Absatzvolumenwachstum auf den höchsten Stand seit mehr als 16 Jahren gestiegen ist. Eine Beschleunigung in Indien, Brasilien sowie in den Bereichen Wellbeing und Home Care sei zwar erwartet worden, das Ausmaß des Gesamtwachstums sei jedoch sehr hoch gewesen, hieß es von Barclays.

Als positiv für die Aktien von Safran (+2,9%) und auch MTU (+2,4%) im DAX werteten Händler die Quartalszahlen der Franzosen. Der Luft- und Raumfahrtzulieferer hat ein weiteres hervorragendes Quartal abgeliefert, und seine Antriebssparte war einmal mehr der Motor für die besser als erwartet ausgefallene Leistung, schrieben die Analysten von Bernstein. MTU wird am Donnerstag die Ergebnisse für das erste Halbjahr vorlegen.

Die Zweitquartalszahlen von Mercedes-Banz (+2,9%) hätten über dem vom Unternehmen zusammengestellten Konsens gelegen, so Bernstein. Die Analysten heben die Marge im Segment Car hervor, die mit 4 Prozent über dem Konsens von 3,5 und in der Mitte des Prognosekorridors von 3 bis 5 Prozent ausgefallen sei. Das Management habe kürzlich schon angedeutet, dass die Zahlen durch die chinesischen Gemeinschaftsunternehmen belastet werden könnten. Mercedes-Benz hat in den vergangenen Monaten zudem seinen Anteil am Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck (+3,8%) schrittweise reduziert und dadurch rund 1 Milliarde Euro erlöst.

Für die Aktien von Philips ging es dagegen um 4,8 Prozent nach unten. Hier belastete zum einen der Ausblick. So soll das Ergebnis im dritten Quartal wahrscheinlich am unteren Ende der zuvor genannten Spanne liegen. Zudem kam es bei den Anlegern nicht gut an, dass das Medizintechnikunternehmen für das zweite Quartal einen Rückgang des Auftragseingangs gemeldet hat. Der Auftragseingang ist nach Aussage der Analysten von Jefferies nach sechs Quartalen mit soliden Trends in den negativen Bereich gerutscht.

Auch aus der Schweiz gab es Zahlen. Für die Aktie von SIG ging es um 8,4 Prozent nach oben, nachdem für das erste Halbjahr operativ starke Zahlen vorgelegt wurden. Bei Sulzer (+7,6%) kam die Profitabilität in den ersten sechs Monaten des Jahres an der Börse gut an. Die Aktien von Sika legten um 9,8 Prozent zu. Das Unternehmen hat für das erste Halbjahr Umsätze über den Schätzungen gemeldet und die Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben.

Nach dem bereits soliden Auftakt beschleunigte sich bei Bechtle (+14,8%) die Auftragsdynamik im zweiten Quartal weiter. Die Befürchtungen einer nachlassenden Kundennachfrage infolge rasch steigender Hardwarekosten haben sich nicht bewahrheitet. Der lang ersehnte Erneuerungszyklus ist in vollem Gange.

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Index               Schluss*  Entwicklung in %  Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50          6.290              +0,1                   +8,5 
Stoxx-50               5.439              +0,3                  +10,2 
Stoxx-600                647              +0,4                   +8,9 
DAX                   25.464              +0,4                   +3,6 
FTSE-100 London       10.782              +0,8                   +8,6 
CAC-40 Paris           8.406              +0,6                   +3,2 
AEX Amsterdam          1.081              +1,1                  +13,7 
ATHEX-20 Athen         6.412              +0,2                  +19,8 
BEL-20 Brüssel         5.707              +0,7                  +12,4 
BUX Budapest         144.473              -0,1                  +30,1 
OMXH-25 Helsinki       6.176              +0,0                   +8,3 
OMXC-20 Kopenhagen     1.622              +1,4                   +0,9 
PSI 20 Lissabon        9.122              +0,1                  +10,4 
IBEX-35 Madrid        19.741              -0,1                  +14,1 
FTSE-MIB Mailand      52.055              -0,7                  +15,8 
OBX Oslo               1.930              +0,4                  +20,8 
PX Prag                2.686              -0,5                   +0,0 
OMXS-30 Stockholm      3.218              +0,2                  +11,6 
WIG-20 Warschau      144.132              -0,1                  +23,1 
ATX Wien               6.354              -0,3                  +19,3 
SMI Zürich            14.422              +1,0                   +8,7 
* gerundet 
 
DEVISEN                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mo, 17:42 
EUR/USD                   1,1401   +0,3     0,0034          1,1367     1,1374 
EUR/JPY                   186,57   +0,2     0,4400          186,13   186,1900 
EUR/CHF                   0,9312   +0,0     0,0001          0,9311     0,9311 
EUR/GBP                   0,8565   +0,1     0,0011          0,8554     0,8548 
USD/JPY                   163,65   -0,1    -0,0900          163,74   163,6700 
GBP/USD                   1,3308   +0,2     0,0021          1,3287     1,3301 
USD/CNY                    6,771   +0,1     0,0053          6,7657     6,7657 
USD/CNH                   6,7672   +0,0     0,0020          6,7652     6,7648 
AUS/USD                   0,6983   -0,1    -0,0006          0,6989     0,6989 
Bitcoin/USD            63.867,27   -1,6  -1.049,33       64.916,60  64.511,74 
 
ROHÖL                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                  78,46   -5,0      -4,15           82,61 
Brent/ICE                   84,5   -4,4      -3,86           88,36 
 
Metalle                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    4.046,04   -0,7     -29,12        4.075,16 
Silber                     57,47   -1,6      -0,94           58,41 
Platin                  1.621,51   +0,0       0,26        1.621,25 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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