PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen

01.07.2026 / 06:41 Uhr

Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.

STEUERREFORM - Mit zwei unterschiedlichen Modellen für eine umfangreiche Steuerreform geht Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) in die entscheidenden Verhandlungen der Koalitionsspitzen am morgigen Mittwoch im Kanzleramt. Beide Modelle liegen dem Magazin Stern vor. Klingbeils erster Vorschlag verknüpft eine deutlich höhere Steuerentlastung in Höhe von 28 Milliarden Euro mit einer stärkeren Gegenfinanzierung, etwa durch eine höhere Erbschaftsteuer. Sein zweites Modell fällt mit einem Steuerentlastungsvolumen von etwa 17 Milliarden Euro bescheidener aus, verzichtet dafür aber auch auf eine Gegenfinanzierung über die Erbschaftsteuer. (Stern)

KI - Bundesbankvorständin Fritzi Köhler-Geib warnt im Interview mit der Süddeutschen Zeitung wegen des Einsatzes von KI-Modellen vor möglichen Risiken für die globale Finanzstabilität. "Das algorithmische Trading ohne künstliche Intelligenz ist seit Langem etabliert. Neu ist jedoch, dass die KI die Grenze verschiebt, bis zu der wir Menschen direkten Einfluss auf die Handelsentscheidungen nehmen", sagt Köhler-Geib der SZ. "Mit sogenannter 'agentischer' KI, die auch immer leistungsfähiger wird, treffen Systeme immer häufiger eigenständig Entscheidungen - ohne dass ein Mensch im Einzelfall eingreift", so die Ökonomin weiter. Derzeit führe die Europäische Bankenaufsichtsbehörde eine Umfrage unter den beaufsichtigten Banken durch, um ein besseres Bild zu erhalten, wo KI genutzt wird und welche Modelle zum Einsatz kommen. (Süddeutsche)

KRANKENVERSICHERUNG - Allianz-Chef Oliver Bäte lobt im Handelsblatt-Interview den Reformkurs der Bundesregierung, mahnt aber weitere Reformen in den Sozialsystemen an. "Das Umlagesystem der Krankenversicherung wird so auf Dauer nicht finanzierbar sein", sagte er. Nicht nur die Renten-, sondern auch die gesetzliche Krankenversicherung brauche eine kapitalgedeckte Säule. Finanziert werden solle die Kapitaldeckung durch "drastische Einsparungen, bessere Steuerung und weniger Missbrauch im Gesundheitswesen". Er fordert außerdem mehr Eigenverantwortung bei den Versicherten. Es müsse einen Unterschied machen, "ob jemand regelmäßig zur Vorsorge geht oder nicht". Bäte spricht sich zudem für eine Lockerung des Kündigungsschutzes aus. (Handelsblatt)

WELTBANK - Die Weltbank wird ihre Kreditvergabe an China bis 2031 auslaufen lassen. Dies geht aus einem Plan hervor, der am Dienstag dem Vorstand der multilateralen Kreditinstitution vorgelegt wurde und der Pekings Status als Kreditnehmer der in Washington ansässigen Institution beenden würde. Der Vorschlag, der in der Woche vom 20. Juli vom Weltbank-Vorstand erörtert werden soll, folgt auf jahrelangen Druck seitens der Trump-Regierung und anderer Länder, die Kreditvergabe an China angesichts dessen wirtschaftlichen Aufstiegs einzustellen. Laut einer Zusammenfassung des Vorschlags, die der FT vorliegt, würden die Kredite der Weltbank an Peking bis 2031 2 Milliarden US-Dollar nicht überschreiten und nach diesem Zeitraum auslaufen. (Financial Times)

NATO - Deutschland drängt die USA darauf, den Bau weiterer US-Waffen auf deutschem Boden zuzulassen, um die militärischen Lücken Europas zu schließen und US-Präsident Donald Trump gleichzeitig einen Grund zu geben, sich weiterhin für die Verteidigung des Kontinents zu engagieren. Deutsche Regierungsvertreter würden ihre US-Amtskollegen noch vor dem Nato-Gipfel in Ankara in der kommenden Woche bitten, eine Vereinbarung über eine Co-Produktion zu treffen, verlautete aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen. Diese Initiative ist Teil umfassenderer Bemühungen der europäischen Staaten, ihre verteidigungsindustriellen Kapazitäten zu nutzen, um ihre angespannten Beziehungen zu Washington zu stabilisieren. Gespräche über "gemeinsame Produktionskonzepte", die die deutsche und die US-amerikanische Industrie zusammenbringen sollen, seien bereits im Gange, sagte eine der informierten Personen. (Financial Times)

NATO - Europas Aufrüstungsbemühungen sichern laut Nato-Generalsekretär Mark Rutte durch Rüstungsaufträge im Wert von 300 Milliarden US-Dollar 195.000 Arbeitsplätze im US-Verteidigungssektor. Rutte lieferte im Gespräch mit der Financial Times damit ein wirtschaftliches Argument dafür, dass US-Präsident Donald Trump sich im Vorfeld des Nato-Treffens in der kommenden Woche weiterhin für das Bündnis engagieren sollte. (Financial Times)

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July 01, 2026 00:40 ET (04:40 GMT)

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