EZB: Zunächst kein weiterer Euro-Kandidat in Sicht

24.06.2026 / 12:00 Uhr

Von Hans Bentzien

DOW JONES--Nach dem Beitritt Bulgariens zur Eurozone in diesem Jahr zeichnet sich zunächst kein weiterer Kandidat für eine Einführung des Euro ab. Wie aus dem aktuellen Konvergenzbericht der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht, erfüllt keines der EU-Länder Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien oder Schweden die Voraussetzungen hierfür. Die Gründe dafür sind neben der nationalen Gesetzgebung vor allem wirtschaftliche, und die haben maßgeblich mit dem Ukraine-Krieg und dem Nahost-Krieg zu tun.

"Zwar haben die Sensibilität und die direkte Anfälligkeit dieser Volkswirtschaften für Energieschocks im Laufe der Zeit nachgelassen. Sie fallen derzeit geringer aus als im Jahr 2022. Die mittelfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen werden jedoch von der Intensität und Dauer des gegenwärtigen Energieschocks abhängen", heißt es in einer EZB-Mitteilung.

Keines der Länder erfüllt nach EZB-Angaben das Preisstabilitätskriterium, demzufolge die Inflation in einem Zwölfmonatszeitraum die Marke von 2,7 Prozent nicht übersteigen darf. Dieser Wert ergibt sich aus der durchschnittlichen Inflation in den drei EU-Ländern mit der niedrigsten Teuerung zuzüglich 1,5 Prozentpunkten.

Ungarn, Polen und Rumänien verzeichneten ein Haushaltsdefizit, das höher als der Referenzwert von über 3 Prozent lag. Bei der Staatsverschuldung blieben mit Ausnahme Ungarns alle Länder unter dem Referenzwert von 60 Prozent. Allerdings prognostiziert die EU-Kommission, dass diese Schwelle im laufenden Jahr in Polen und Rumänien überschritten werden dürfte.

Keines der Länder hat seine Währung im Rahmen des Wechselkursmechanismus 2 an den Euro gebunden. Drei der fünf Länder hatten Langfristzinsen, die oberhalb des Referenzsatzes von 5,1 Prozent lagen, und in Ungarn und Rumänien ist die Qualität der Institutionen nach Angaben der EZB verbesserungswürdig. In keinem der fünf Länder entspricht demnach die nationale Gesetzgebung den Anforderungen für eine Einführung des Euro.

Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/sha

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June 24, 2026 06:00 ET (10:00 GMT)

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