Amprion-Aufstockung soll bereits 2027 positiv zu RWE-Gewinn beitragen
23.06.2026 / 13:30 Uhr
DOW JONES--RWE-Vorstandschef Markus Krebber kalkuliert bereits ab 2027 mit einem positiven Ergebnisbeitrag für den Energiekonzern aus der am Montag angekündigten mehrheitlichen Übernahme des Übertragungsnetzbetreibers Amprion. "Am Anfang ganz leicht", sagte der Manager in einer Telefonpressekonferenz. "Wir erwarten rund zwei Cent pro Aktie in 2027, aber dann schon 15 Cent mehr in 2031" - und dies trotz der signifikanten Kapitalerhöhung, wie er betonte. Die regulierte Netzinfrastruktur stelle eine perfekte Ergänzung zum Portfolio dar.
Bei einer Transaktion dieser Größenordnung komme es nur selten vor, dass unter Hinzufügung von risikoloserem Geschäft gleichzeitig das Ergebnis über Aktien steige, so Krebber. Das Geschäft von Amprion werde zur dritten Säule von RWE neben den Investitionen in erneuerbare und flexible Erzeugung.
Bis werde 2031 werde das Übertragungsnetzgeschäft schätzungsweise 930 Millionen Euro Gewinn liefern. Zugleich werde die Verschuldung etwa beim Dreifachen des EBITDA bleiben. Mit der mehrfach überzeichneten Kapitalerhöhung im Volumen von knapp über 4 Milliarden Euro, die RWE am Montagabend über die Bühne brachte, sei der komplette Finanzierungsbedarf abgedeckt.
An der Eigentümerstruktur von RWE hat sich durch die Kapitalerhöhung wenig verändert. Norges, der norwegische Staatsfonds habe überproportional Aktien gezeichnet, sagte Krebber. Der Staatsfonds von Katar dagegen habe seine Beteiligung in etwa gehalten - bei knapp unter 10 Prozent. Und den Anteil der Kommunen schätze er nach der Kapitalerhöhung auf rund 12 Prozent.
Die Freigabe des Kartellamtes zu der Übernahme erwartet Krebber im dritten Quartal. Nach dem Vollzug kommt RWE auf 55 Prozent der Amprion-Anteile. Weitere 5 Prozent, die gegenwärtig dem Finanzinvestor Apollo gehören, kann sich RWE über eine Call-Option zu einem späteren Zeitpunkt sichern.
Amprion ist einer von vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern. Das Höchstspannungsnetz erstreckt sich über 11.000 Kilometer Länge. RWE wird bis 2031 rund 6,5 Milliarden Euro in den Ausbau investieren, 4 Milliarden mehr als bisher vorgesehen.
Kontakt zum Autor: olaf.ridder@wsj.com
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