MÄRKTE USA/Schwache Technologiewerte dürften Wall Street ins Minus drücken

23.06.2026 / 14:24 Uhr

DOW JONES--Kräftige Abgaben bei den Technologie-Werten dürften am Dienstag für ein deutliches Minus an der Wall Street sorgen. Hintergrund sind Bedenken, dass die US-Zinsen länger als erwartet auf einem hohen Niveau bleiben könnten. Dazu kommt die Frage, ob sich die enormen Ausgaben für KI-Infrastruktur im aktuellen Tempo fortsetzen werden. Technologie- und Halbleiteraktien gehörten zu den größten Gewinnern der Rally seit dem vergangenen Jahr, was sie besonders anfällig mache, wenn die Stimmung umschlage, heißt es. Entscheidend werde sein, ob die jüngste Schwächephase nur eine Konsolidierung im KI-Bereich darstelle oder den Beginn einer umfassenderen Neubewertung des Sektors.

Der Future auf den S&P-500 fällt um 1,3 Prozent. Für den Terminkontrakt auf den Nasdaq-100 geht es sogar 2,8 Prozent abwärts. Teilnehmer verweisen auch auf die sehr schwachen Vorgaben aus Asien, wo es vor allem für die Halbleiterwerte teils scharf nach unten ging. So knickte der technologielastige Kospi in Seoul um 10 Prozent ein. Daher stehen an der Wall Street vor allem die Chipwerte unter Abgabedruck. So büßen die Aktien von Nvidia 2,5 Prozent ein. Die Papiere von Intel und Micron Technologies, zwei der größten Gewinner des KI-Booms, fallen um 6,7 bzw. 7,4 Prozent.

Für Unsicherheit sorgen auch die jüngst massiven Abgaben bei SpaceX. Nach einem Kurseinbruch von gut 16 Prozent am Vortag erholt sich die Aktie vor der Startglocke lediglich um 0,7 Prozent. Die geplante Anleiheemission von SpaceX verstärke die allgemeinen Sorgen der Anleger über das Ausmaß der Kapitalbeschaffungsmaßnahmen von KI-Hyperscalern, meint Marktstratege Joachim Klement von Panmure Liberum.

Zudem dürften Gewinnmitnahmen nach dem fulminanten Börsendebüt die Abwärtsbewegung noch verstärkt haben, heißt es. Die Aktien schlossen am Montag bei 154,60 Dollar und damit nur knapp über ihrem Eröffnungskurs beim Börsengang am 12. Juni von 150 Dollar. Alleine zu Wochenbeginn wurden so bei SpaceX rund 400 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung eingebüßt. Im Gefolge geht es für die Aktien von Rocket Lab um 4,4 Prozent nach unten.

Ob die nach der Eröffnung anstehenden US-Konjunkturdaten für einen Impuls sorgen, bleibt abzuwarten. So werden die US-Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungsbereich, jeweils für Juni, veröffentlicht.

Die Ölpreise zeigen sich etwas leichter. Der Preis für ein Barrel Brent fällt um 0,3 Prozent auf 77,66 Dollar, hatte im Verlauf aber schon deutlicher im Minus gelegen. Die USA haben die Sanktionen gegen iranisches Rohöl und petrochemische Produkte für 60 Tage ausgesetzt, was ein Zeichen für die Fortschritte bei den Gesprächen ist. Das US-Finanzministerium kündigte am Montag eine Aussetzung der Sanktionen bis zum 21. August an, die es Teheran zum ersten Mal seit Jahrzehnten erlaubt, Öl in Dollar zu verkaufen.

Der Dollar baut seine Vortagesgewinne mit der Erwartung von Zinserhöhungen durch die US-Notenbank weiter aus - der Dollar-Index steigt um 0,3 Prozent. Der US-Dollar könnte in der zweiten Jahreshälfte jedoch nachgeben, da die Erwartung von US-Zinserhöhungen zu aggressiv erschienen, so TD Securities. Die Fed dürfte die Zinsen für einen längeren Zeitraum unverändert lassen, da sich die Geldpolitik in einem neutralen Bereich befinde, der die Wirtschaft weder stimuliere noch bremse. Selbst wenn die US-Notenbank die Zinsen bis zum Jahresende anhebe, müsste der Zinspfad aggressiver sein als die Markterwartungen, um den Dollar nach oben zu treiben, so die Strategen.

Der festere Dollar belastet den Goldpreis. Die Feinunze reduziert sich um 1,9 Prozent auf 4.112 Dollar. Auch würden die zunehmenden Erwartungen von Zinserhöhungen durch die Fed die Anzeichen für Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran überschatten, heißt es.

Die Renditen am US-Anleihemarkt büßen einen Teil der Gewinne vom Wochenbeginn wieder ein. Die Rendite zehnjähriger Papiere fällt um 2 Basispunkte auf 4,49 Prozent.

Bei den Einzelwerten geht es für IBM um 5,1 Prozent aufwärts, nachdem JP Morgan die Aktie auf "Overweight" von zuvor "Neutral" nach oben gestuft hat. IBM habe den größten Teil des vergangenen Jahrzehnts damit verbracht, sich von einem Hardware- und Dienstleistungsgeschäft zu einer softwaregeführten Plattform neu zu positionieren, die auf Hybrid-Cloud und KI basiert, so die Analysten. Software sei nun der Haupttreiber für die Aktie und mache rund 45 Prozent des Umsatzes und etwa zwei Drittel des Konzerngewinns aus.

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US-Treasuries            Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre                     4,20  -0,03       4,23            4,18 
5 Jahre                     4,26  -0,03       4,28            4,24 
10 Jahre                    4,49  -0,02       4,51            4,47 
 
DEVISEN                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mo, 17:10 
EUR/USD                   1,1386   -0,4    -0,0041          1,1427     1,1446 
EUR/JPY                   183,93   -0,4    -0,7400          184,67   184,5500 
EUR/CHF                   0,9221   -0,2    -0,0018          0,9239     0,9242 
EUR/GBP                   0,8615   -0,1    -0,0009          0,8624     0,8631 
USD/JPY                   161,52   -0,0    -0,0200          161,54   161,2200 
GBP/USD                   1,3213   -0,3    -0,0034          1,3247     1,3260 
USD/CNY                   6,7855   +0,2     0,0110          6,7745     6,7745 
USD/CNH                   6,7903   +0,2     0,0132          6,7771     6,7756 
AUS/USD                   0,6934   -0,9    -0,0065          0,6999     0,7011 
Bitcoin/USD            62.361,15   -3,1  -2.013,78       64.374,93  64.959,44 
 
ROHÖL                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                  73,54   -0,4      -0,32           73,86 
Brent/ICE                  77,66   -0,3      -0,24           77,90 
 
Metalle                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    4.111,69   -1,9     -78,74        4.190,43 
Silber                     61,81   -5,2      -3,37           65,18 
Platin                  1.635,63   -2,6     -43,07        1.678,70 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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June 23, 2026 08:23 ET (12:23 GMT)

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