MÄRKTE USA/Wall Street von Nahost-Hoffnungen gestützt

18.06.2026 / 22:14 Uhr

DOW JONES--Die US-Börsen haben am Donnerstag den Schrecken über überraschend falkenhafte Ausführungen des neuen US-Notenbankgouverneurs Kevin Warsh vom Vorabend überwunden. Gestützt wurde die Wall Street durch die Absichtserklärung zur Beendigung des Iran-Kriegs. Denn der Iran und die USA unterzeichneten - zwei Tage früher als geplant - die Grundsatzvereinbarung. Die Details der Vereinbarung zeigten allerdings, dass einige der früheren roten Linien der Regierung von US-Präsident Donald Trump ignoriert wurden, wie die Analysten von Jefferies anmerkten. Das lasse Zweifel an der Lebensdauer der Vereinbarung aufkommen. Doch sahen Händler in der Bereitschaft zu Kompromissen auch eine Chance auf eine dauerhafte Einigung, denn die eigentlichen Verhandlungen beginnen nun erst.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,1 Prozent auf 51.565 Punkte - etwas gebremst von IBM (-5%), S&P-500 und Nasdaq-Composite zogen um 1,0 bzw. 1,9 Prozent an. Nach ersten Zählungen gab es an der Nyse 1.736 (Donnerstag 739) Kursgewinner und 1.030 (2.029) Kursverlierer. Unverändert schlossen 49 (56) Titel. Zur guten Stimmung passten positive Daten: Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe war in der vergangenen Woche gesunken - in etwa im prognostizierten Rahmen. Darüber hinaus hatte sich die Industrieaktivität in der von der Philadelphia Fed abgedeckten Region im Juni ausgeweitet. Der "Philly-Fed-Index" stieg deutlich und dazu auch stärker als gedacht. Und die US-Frühindikatoren legten im Mai zumindest leicht zu.

Anleger hofften, dass der 14-Punkteplan zur zügigen Wiedereröffnung der Straße von Hormus führen wird. Erste Hoffnungsschimmer gab es bereits: Drei saudische Öltanker passierten die Straße von Hormus ohne Zwischenfälle. Daher gaben die Ölpreise zunächst nach, machten ihre Abschläge im späten Geschäft aber fast komplett wieder wett. Brent verbilligte sich je Fass nur noch um 0,1 Prozent. Die Euphorie über die Vereinbarung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus ließ nach. Denn Marktakteure gingen davon aus, dass eine vollständige Wiederherstellung des Angebots aus dem Persischen Golf Zeit brauchen werde, hieß es bei Gelber & Associates.

Am Anleihemarkt erholten sich die Renditen mit der Erholung bei Öl. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen sank nur noch um 1 Tick auf 4,46 Prozent - am kürzeren Ende des Marktes drehten die Renditen zum Teil ins Plus. Gefallene Ölpreise dämpften zunächst die Inflationssorgen und damit auch den Zinserhöhungsdruck auf die Fed. Doch nach den falkenhaften Äußerungen von US-Notenbankpräsident Warsh preisten die Märkte eine Zinserhöhung nun bis Oktober ein, zuvor war erst für März ein voller Zinsschritt an den Märkten erwartet worden.

Diese Annahme beeinflusste vor allem den Devisenmarkt, wo die falkenhaften Worte von Warsh noch deutlich nachhallten. der Dollarindex stieg um 0,7 Prozent auf ein 11-Wochenhoch. Der sehr feste Greenback drückte den Goldpreis um 1,0 Prozent.

Am Aktienmarkt sprangen Intel um 10,4 Prozent nach oben. Laut US-Präsident Donald Trump hatte der Chiphersteller einen Deal mit Apple gewonnen. Apple stiegen um 0,7 Prozent - der scheidende CEO Tim Cook erklärte, der iPhone-Hersteller müsse die Preise erhöhen, um die steigenden Kosten für Speicherchips auszugleichen. Micron Technology kletterten in der Folge um 8,7 Prozent auf Rekordhoch.

Accenture stürzten um 17,8 Prozent ab, nachdem der Beratungskonzern durchwachsene Dittquartalszahlen vorgelegt hatte. Die Wachstumserwartungen für das Geschäftsjahr wurden gesenkt. Das Unternehmen kündigte außerdem drei Übernahmen an. Rumble zogen um 1,0 Prozent an, die Video-Plattform ändert ihren Namen und passt ihre Unternehmensstruktur im Zuge einer KI-Neuausrichtung an. Kroger büßten 8,4 Prozent ein, die Supermarktkette verdiente weniger als erwartet. Smith & Wesson Brands schnellten um 17,1 Prozent nach oben. Der Schusswaffenhersteller hatte dank neuer Produkte den Umsatz im vierten Geschäftsquartal um 27 Prozent gesteigert und auch einen höheren Gewinn verzeichnet.

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INDEX          zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
DJIA         51.564,70   +0,1    +72,15       51.492,55 
S&P-500       7.500,58   +1,1    +80,48        7.420,10 
NASDAQ Comp  26.517,93   +1,9   +496,28       26.021,66 
NASDAQ 100   30.406,19   +2,5   +735,25       29.670,95 
 
US-Treasuries            Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre                     4,18  +0,02       4,22            4,14 
5 Jahre                     4,23  +0,00       4,27            4,19 
10 Jahre                    4,46  -0,01       4,48            4,42 
 
DEVISEN                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mi, 18:24 
EUR/USD                   1,1458   -0,4    -0,0041          1,1499     1,1590 
EUR/JPY                   184,94   +0,1     0,1900          184,75   185,7100 
EUR/CHF                   0,9224   +0,3     0,0027          0,9197     0,9192 
EUR/GBP                   0,8676   +0,3     0,0025          0,8651     0,8653 
USD/JPY                   161,38   +0,5     0,7500          160,63   160,2200 
GBP/USD                   1,3201   -0,7    -0,0090          1,3291     1,3391 
USD/CNY                   6,7686   +0,2     0,0109          6,7577     6,7577 
USD/CNH                   6,7787   +0,0     0,0027          6,7760     6,7594 
AUS/USD                   0,7014    0,0     0,0000          0,7014     0,7069 
Bitcoin/USD            62.860,14   -2,3  -1.501,98       64.362,12  65.847,36 
 
ROHÖL                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                  76,59   -0,3      -0,20           76,79 
Brent/ICE                  79,49   -0,1      -0,06           79,55 
 
Metalle                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    4.213,30   -1,0     -44,38        4.257,68 
Silber                     65,63   -3,5      -2,35           67,99 
Platin                  1.695,73   -2,4     -41,09        1.736,81 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt: maerkte.de@dowjones.com

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June 18, 2026 16:13 ET (20:13 GMT)

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