MÄRKTE USA/Anleger im Wartemodus - SpaceX-Aktie gibt erstmals etwas nach

17.06.2026 / 16:16 Uhr

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Das Warten auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank, vor allem aber deren Aussagen zum weiteren geldpolitischen Vorgehen, sorgt am Mittwoch für einen verhaltenen Start am US-Aktienmarkt. Daran dürfte sich auch bis zur Verkündung um 20.00 Uhr MESZ wenig ändern. Am Markt ist man sich nahezu sicher, dass die Zentralbank ihr Zinsniveau bestätigen wird. Mehr Spannung verspricht die erste Pressekonferenz mit dem neuen Notenbankchef Kevin Warsh. Ein bewusstes Herunterspielen oder gar das Ausbleiben eigener geldpolitischer Projektionen könnte zum neuen Stil der Fed unter Warsh gehören.

Die Anleger müssten sich an einen neuen Kommunikationsstil gewöhnen, was eine Anpassungsphase für die Märkte bedeute, heißt es. Im Handel ist auch von einer Zeitenwende die Rede, denn unter Warsh dürfte die Fed künftig auf den gewohnten Zinsausblick (Forward Guidance) verzichten und stattdessen eine maximale Freiheit von Sitzung zu Sitzung anstreben.

Der Dow-Jones-Index legt um 0,4 Prozent zu, der S&P-500 tendiert behauptet. Die Nasdaq-Indizes, die am Vortag deutlicher nachgegeben hatten, zeigen sich erneut leicht uneinheitlich, nachdem die SpaceX-Aktie bereits in den Nasdaq-Composite aufgenommen wurde, aber noch nicht in den Nasdaq-100-Index. Das hatte den Nasdaq-100 am Vortag ins Hintertreffen gebracht, einen Teil davon holt der Index nun wieder auf, weil die SPaceX leicht nachgibt. Die Renditen am Anleihemarkt bewegen sich kaum. Die Zehnjahresrendite steigt um 1 Tick auf 4,44 Prozent. Der Dollar tendiert gut behauptet, der Euro wird mit 1,1597 Dollar bewertet.

Für Zuversicht am Aktienmarkt sorgen durchgesickerte Details des US-iranischen Friedensabkommens, das am Freitag unterzeichnet werden soll. Sie stärken die Hoffnung, dass die beiden Kriegsparteien tatsächlich eine Einigung zur Beendigung des Iran-Krieges gefunden haben. Laut dem Wall Street Journal wollen die USA dem Iran im Rahmen des Abkommens erlauben, unmittelbar mit dem Verkauf von Öl und Treibstoff zu beginnen. Laut anderen Berichten könnte dem Iran Zugriff auf eingefrorene Vermögenswerte zugebilligt werden. Im Gegenzug soll das Mullah-Regime die Blockade der Straße von Hormus beenden und sich verpflichten, dauerhaft auf die Entwicklung von Atomwaffen zu verzichten.

Die Rohölpreise stabilisieren sich etwas, nachdem sie an den Vortagen aber auch massiv gefallen waren. Analyst Neil Crosby von Sparta Commodities sieht weiteres Abwärtspotenzial, sollten die USA und der Iran am Freitag das Abkommen beschlie0en. "Brent dürfte um weitere 5 bis 10 US-Dollar pro Barrel fallen", mutmaßt der Experte. Und die Internationale Energieagentur (IEA) glaubt, dass der Golf-Schock den Ölverbrauch stark senken dürfte, bis sich die Ströme durch die Straße von Hormus allmählich normalisieren. Dies könne die Voraussetzung für einen Angebotsanstieg schaffen, der das Nachfragewachstum übertreffe.

Der Goldpreis bewegt sich nach dem jüngsten Anstieg in Reaktion auf nachlassende Inflationssorgen kam, die Feinunze kostet 4.342 Dollar. Derweil sieht man bei der DWS erhebliches Aufwärtspotenzial. Erwartete Zinssenkungen in den USA, ein wahrscheinlich schwächerer Dollar und eine anhaltend starke Nachfrage der Zentralbanken dürften den Goldpreis nach oben treiben. Bis Juni 2027 prognostizieren die Experten einen Preis von 5.400 Dollar.

Zur Konjunktur: Das Umsatzwachstum des US-Einzelhandels ist im Mai stärker als erwartet ausgefallen, was aber kaum Impulse setzt, auch nicht bei Einzelhandelsaktien.

SpaceX zeigen sich nach den fulminanten ersten drei Handelstagen erstmals mit einem Minus. Es beträgt allerdings lediglich knapp 1 Prozent auf rund 200 Dollar. Zum Vergleich: Die Aktie war zu 135 Dollar ausgegeben worden. Nun dürften einige Akteure Gewinne mitnehmen, so Marktbeobachter.

Nach dem zweitschlechtesten Tag des Jahres für den PHLX-Halbleiterindex am Dienstag erholen sich die Sektortitel, aber meist nur moderat. Broadcom kommen mit 3,8 Prozent stärker voran.

La-Z-Boy schießen um 23 Prozent nach oben. Der Polstermöbelhersteller verbuchte höhere Gewinne. Micropolis AI Robotics ziehen um 12,9 Prozent an, angetrieben von einer Vereinbarung mit der Regierung von Abu Dhabi über ein KI-gestütztes, autonomes städtisches Reinigungssystem

INDEX             zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
DJIA            52.225,64   +0,4    +225,97       51.999,67 
S&P-500          7.512,95   +0,0      +1,60        7.511,35 
NASDAQ Comp     26.343,63   -0,1     -32,71       26.376,34 
NASDAQ 100      30.043,22   +0,3     +75,09       29.968,13 
 
 
US-Treasuries     Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre              4,06  +0,02       4,08            4,04 
5 Jahre              4,17  +0,01       4,18            4,15 
10 Jahre             4,43  +0,01       4,45            4,43 
 
 
DEVISEN           zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Di, 22:13 
EUR/USD            1,1594   -0,1    -0,0013          1,1607     1,1606 
EUR/JPY            185,77   -0,3    -0,4700          186,24   186,2600 
EUR/CHF            0,9191   -0,2    -0,0016          0,9207     0,9207 
EUR/GBP            0,8648   +0,1     0,0005          0,8643     0,8645 
USD/JPY            160,22   -0,1    -0,2300          160,45   160,4600 
GBP/USD              1,34   -0,2    -0,0026          1,3426     1,3422 
USD/CNY            6,7579   +0,0     0,0017          6,7562     6,7562 
USD/CNH              6,76   +0,1     0,0039          6,7561     6,7573 
AUS/USD            0,7069   +0,0     0,0003          0,7066     0,7063 
Bitcoin/USD     65.120,36   -1,0    -660,27       65.780,63  65.677,97 
 
 
ROHOEL            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex           77,22   +1,5       1,17           76,05 
Brent/ICE           80,14   +1,5       1,18           78,96 
 
 
Metalle           zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold             4.338,51   +0,2       8,38        4.330,13 
Silber              70,23   +0,1       0,06           70,17 
Platin           1.785,53   -1,0     -18,61        1.804,14 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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