MÄRKTE ASIEN/Nikkei kommt nach Rekorden zurück - China-Börsen hinken hinterher
16.06.2026 / 09:58 Uhr
DOW JONES--Die asiatischen Aktienmärkte haben am Dienstag kein einheitliches Bild gezeigt. Während der japanische Nikkei-225 nach der Zinsentscheidung der Notenbank erstmals über die Marke von 70.000 Punkten sprang, belasteten schwache Daten in China. In Südkorea trieb die Rally bei Halbleiterwerten den technologielastigen Kospi nach oben. Die Hoffnung auf ein Ende des Iran-Krieges hatte die regionalen Börsen bereits am Vortag beflügelt, wirkte nun aber kaum mehr stützend. "Die USA und der Iran stehen kurz vor einer Einigung, obwohl die Details noch wichtig sind", hieß es bei den OCBC-Analysten relativierend.
Der Nikkei-225 kam nach seinem Rekordsprung über die Marke von 70.000 Punkten im Anschluss zurück und stieg auf Tagessicht nur noch um 0,1 Prozent auf 69.405 Zähler, was aber noch immer einen Rekordschlussstand bedeutete. Gestützt wurde der Index vom Metallsektor. Die Bank of Japan hatte die Zinssätze auf ein 31-Jahreshoch angehoben und stemmte sich damit gegen die Inflationsrisiken, die von einem kriegsbedingten Anstieg der Energiekosten ausgehen. Die Zentralbank hob ihren Leitzins von 0,75 Prozent auf 1,00 Prozent an, womit die Kreditkosten den höchsten Stand seit 1995 erreichten. Die Entscheidung war von Anlegern und Ökonomen weithin erwartet worden und an den Märkten bereits fast vollständig eingepreist. Daher regierte der Yen kaum auf die Entscheidung.
Die Bank of Japan werde die Zinsen voraussichtlich im Dezember erneut anheben, da der Inflationsdruck trotz des Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran wahrscheinlich anhalten werde, warnte Analystin Harumi Taguchi von S&P Global Market Intelligence. "Die anhaltende Unsicherheit über die US-Geldpolitik und die anhaltende Schwäche des Yen könnten den Preisdruck ebenfalls erhöhen", sagte Taguchi. Die Entscheidung der Bank of Japan, die Reduzierung ihrer Käufe von Staatsanleihen zu unterbrechen, dürfte keinen nachhaltigen Abwärtsdruck auf die Anleiherenditen ausüben, meinte Mizuho-Ökonom Yusuke Matsuo. "Es ändert nichts an der Tatsache, dass der Bilanzabbau der BoJ in einem angemessenen Tempo voranschreiten wird."
Der südkoreanische Kospi stand erneut an der Spitze der regionalen Indizes, er stieg um 2,1 Prozent - getragen von andauernden Aufschlägen bei Technologie- und Halbleiterwerten. Der Sektor folgte den kräftigen Kursgewinnen seiner US-Pendants vom Vortag. Samsung Electronics und SK Hynix ziehen um 1,8 bzw. 4,1 Prozent an.
In China hinkten die Börsen hinterher: Der Shanghai-Composite sank um 0,1 Prozent, der HSI in Hongkong verlor im späten Handel 1,7 Prozent. Einzelhandelsumsätze und Investitionen in Sachanlagen gingen stärker als erwartet zurück. Letztere erreichten den niedrigsten Stand seit der Covid-Pandemie. Die Daten zeigten, dass die chinesische Wirtschaft angesichts einer nachlassenden Binnennachfrage weiterhin auf der Stelle tritt. Die Immobilienpreise setzten ihre Abwärtsspirale im Mai fort. Dies verschärft die Immobilienkrise, die weiterhin eine erhebliche Belastung für die Binnennachfrage darstellt. Die Industrieproduktion stellte einen Lichtblick dar und stieg dank starker Auslandsnachfrage etwas stärker als veranschlagt.
Chinas schwächer als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten könnten den kurzfristigen Wirtschaftsausblick des Landes belasten, urteilte Goldman Sachs. Die Konjunkturdaten für April und Mai spiegelten die Belastung durch den globalen Energieversorgungsschock, ungünstige Wetterbedingungen und das Ausbleiben signifikanter politischer Lockerungen wider. Dies stelle ein Abwärtsrisiko für die hauseigene Prognose für das BIP-Wachstum im zweiten Quartal dar, warnten die Experten.
Der australische S&P/ASX-200 in Sydney stagnierte. Die Reserve Bank of Australia (RBA) hatte die Zinsen nach drei aufeinanderfolgenden Anhebungen stabil gehalten. Die Zentralbank will damit mehr Klarheit über den voraussichtlichen Inflationspfad und die Auswirkungen der Volatilität an den Ölmärkten gewinnen. Dieser Schritt war allgemein erwartet worden, gleichwohl gab der australische Dollar leicht nach. Die Aussagen der RBA "erfüllen die Kriterien für ein klar falkenhaftes Festhalten an einer straffen Geldpolitik", urteilte Westpac-Analyst Richard Franulovich.
"Der Board war an einigen Stellen deutlicher (...) und bekräftigte seine Bereitschaft, die Geldpolitik bei Bedarf weiter zu straffen", merkte der Devisenanalyst an. Allerdings habe sich der Austral-Dollar bereits im Vorfeld der Entscheidung schwach gezeigt, belastet unter anderem von wenig inspirierenden chinesischen Daten. Es bleibe weiterhin die Frage, ob die Verlangsamung der australischen Wirtschaft ausreiche, um die Inflation wieder auf das Ziel der Zentralbank zu senken, oder ob eine weitere Zinserhöhung erforderlich sei, ergänzte Analystin Sunny Nguyen von Moody's Analytics.
=== INDEX zuletzt +/- % % YTD Handelsschluss S&P/ASX 200 (Sydney) 8.917,70 +0,0 +2,3 08:00 Nikkei-225 69.404,50 +0,1 - 08:00 Topix 500 (Tokio) 3.124,14 -0,2 +17,4 08:00 Kospi (Seoul) 8.726,60 +2,1 +107,1 08:30 Hang-Seng (Hongkong) 24.420,31 -1,7 -4,7 10:00 Shanghai-Composite 4.091,89 -0,1 +3,1 09:00 Straits-Times (Singapur) 5.109,03 +0,6 +9,9 11:00 IDX Comp. (Indonesien) 6.254,97 +4,1 -27,7 10:00 KLCI (Malaysia) 1.708,68 +1,0 0,0 10:00 DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Mo, 09:04 % YTD EUR/USD 1,1590 0,0 1,1590 1,1602 -1,3 EUR/JPY 185,77 -0,0 185,81 185,77 +1,0 EUR/GBP 0,8642 +0,0 0,8640 0,8632 -0,8 USD/JPY 160,27 -0,0 160,32 160,12 +2,3 USD/KRW 1.508,81 -0,3 1.513,32 1.513,20 +4,7 USD/CNY 6,7590 +0,0 6,7570 6,7581 -3,4 USD/CNH 6,7595 +0,0 6,7582 6,7591 -3,1 USD/HKD 7,8326 -0,0 7,8347 7,8355 +0,7 AUD/USD 0,7058 -0,2 0,7071 0,7071 +5,8 NZD/USD 0,5813 -0,1 0,5821 0,5846 +1,0 BTC/USD 66.302,87 -0,3 66.481,54 65.694,44 -24,4 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 79,97 -1,0 -0,78 80,75 Brent/ICE 82,47 -0,8 -0,70 83,17 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.328,19 +0,5 22,36 4.305,84 Silber 69,81 -0,3 -0,20 70,02 Platin 1.779,10 +0,7 11,85 1.767,25 (Angaben ohne Gew hr) ===
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