XETRA-SCHLUSS/Schwach nach neuen Trump-Drohungen
10.06.2026 / 17:53 Uhr
DOW JONES--Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch mit Verlusten geschlossen. Der DAX gab 1 Prozent auf 24.195 Punkte nach. Belastend wirkten neue Drohungen von US-Präsident Donald Trump. Dieser erklärte, der Iran habe sich für die Aushandlung eines Friedensabkommens zu viel Zeit gelassen und müsse nun "den Preis dafür bezahlen". Die Anleger dürften aber Zweifel haben, dass die USA tatsächlich eine neue Großoffensive gegen den Iran starten werden. Eine solche dürfte noch weniger Aussicht auf Erfolg haben als die zu Beginn des Irankriegs. Der Preis von Brent zog zwar an, blieb mit 92,54 Dollar aber klar unter den kritischen Niveaus.
Etwas Unterstützung kam von den US-Verbraucherpreisen. Im Mai sind diese zwar deutlich um 0,5 Prozent gegenüber April gestiegen wegen der Verteuerung von Benzin. "Ansonsten hält sich der Inflationsdruck im Rahmen, wie die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel von 0,2 Prozent belegt. Die US-Notenbank dürfte daher durch den Inflationsanstieg hindurchschauen und die Leitzinsen nicht anheben", so die Commerzbank.
Am Donnerstag entscheidet die EZB über ihre Geldpolitik. Es wird erwartet, dass sie die Leitzinsen um 25 Basispunkte anheben wird. Im Fokus dürfte daher der Ausblick stehen.
Unter Abgabedruck standen Softwaretitel. Weiterhin scheint bei den Anlegern die Sorge umzugehen, dass das traditionelle Geschäftsmodell durch die KI-Disruption bedroht ist, die sogenannte "SaaSpocalypse". Für SAP ging es 3,2 Prozent nach unten, Nemetschek verloren 1,9 Prozent.
Aber auch Aktien aus dem Chipsektor hatten es schwer. Aixtron verloren 2,3 Prozent, Suss Microtec 2,6 Prozent und Infineon 0,7 Prozent. Für den KI-Ausstatter Siemens Energy ging es gleich um 6,5 Prozent nach unten. Der starke Liquiditätsentzug durch den 80 Milliarden schweren Börsengang von SpaceX am Freitag und die Kapitalerhöhung bei Alphabet - ebenfalls im Umfang von rund 80 Milliarden Dollar hatten zuletzt belastet. Der Börsengang von SpaceX dürfte Signalwirkung weit über den Techsektor hinaus haben.
Der am Mittwoch erfolgte erweiterte Start von Amazons Teilladungsverkehr könnte für ein härteres Wettbewerbsumfeld in der Frachtbranche sorgen, so Raymond James. Allerdings merkten die Analysten an, dass etablierte Spediteure in Bereichen wie der Terminaldichte und der Abholungs- und Zustellungsabwicklung weiterhin die Oberhand hätten. Dennoch zeigte sich der Sektor belastet: Im DAX gaben Deutsche Post um 1,8 Prozent nach.
Heidelberger Druckmaschinen will die im abgelaufenen Geschäftsjahr verfehlte Margenverbesserung nun im neuen Jahr schaffen und peilt bei einem stabilen Konzernumsatz eine "spürbare Verbesserung" der bereinigten Marge zum Vorjahr an. Der Kurs legte um 6 Prozent zu.
Am übrigen Markt zeigten sich Krones 2,7 Prozent schwächer, nachdem der Hersteller von Getränkeabfüllmaschinen die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 sowie die bis 2028 angestrebten Mittelfristziele bestätigt hatte. Das war den Anlegern offenbar nicht genug.
Die am Vortag schon festeren Adidas kamen um weitere 2,8 Prozent voran, nachdem die Analysten von RBC die Aktie auf "Outperform" erhöht hatten. Zugleich entzogen sie der Aktie des Konkurrenten Nike die "Overweight"-Empfehlung.
Index zuletzt* +/- % +/- % YTD DAX 24.195 -1,0 -1,1 DAX-Future 24.249 -1,2 -1,0 XDAX 24.229 -1,1 -1,4 MDAX 31.293 -1,1 2,4 TecDAX 3.979 -0,7 10,0 SDAX 17.864 -0,9 4,3 zuletzt +/- Ticks Bund-Future 125,19 -15,0 *gerundet
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