US-Beschäftigungswachstum im Mai weit über den Prognosen
05.06.2026 / 15:15 Uhr
Von Andreas Plecko
DOW JONES--Die US-Wirtschaft hat im Mai viel mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet und verzeichnete damit den dritten Monat in Folge einen starken Beschäftigungszuwachs - ein Zeichen dafür, dass sich der US-Arbeitsmarkt stetig von der Schwächephase im vergangenen Herbst und Winter erholt. Wie das US-Arbeitsministerium berichtete, entstanden in der Privatwirtschaft und beim Staat 172.000 zusätzliche Stellen. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Zuwachs um 80.000 erwartet.
Die Angaben für die beiden Vormonate wurden kumuliert um 93.000 Jobs nach oben revidiert: Das Ministerium meldete für April nun ein Stellenplus von 179.000 (vorläufig: 115.000) und für März von 214.000 (vorläufig: 185.000).
Obwohl der Krieg im Iran - der nun bereits im vierten Monat andauert - zu einem starken Anstieg der Energiepreise geführt hat, der die Kosten für die meisten Unternehmen in die Höhe treibt, haben amerikanische Arbeitgeber mehr offene Stellen ausgeschrieben. Daten des Personalberatungsunternehmens ADP in dieser Woche zeigten, dass der Gesundheits- und Bildungssektor weiterhin der wichtigste Motor für die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Wirtschaft ist.
Für die Fed unter ihrem neuen Chairman Kevin Warsh, die ihren Leitzins zuletzt bei 3,50 bis 3,75 Prozent stabil gehalten hat, kommt der Bericht zu einem kritischen Zeitpunkt. Die Juni-Sitzung ist die erste Sitzung unter der Leitung von Warsh, der eigentlich zu Zinssenkungen neigt.
Der Markt ist angesichts der hartnäckigen Inflation aber skeptisch und preist derzeit kaum noch Chancen für Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf ein. Im Gegenteil: Für September ist sogar eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte zu 74 Prozent eingepreist.
Die separat erhobene Arbeitslosenquote verharrte im Mai - wie von Ökonomen erwartet - bei 4,3 Prozent. Für diese Statistik werden private Haushalte befragt, für die Beschäftigtenzahl hingegen Unternehmen und Behörden.
Die sogenannte Erwerbsquote - also der Anteil der Erwerbspersonen an der Gesamtheit der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter - stagnierte bei 61,8 Prozent.
Die US-Stundenlöhne stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent auf 37,53 Dollar. Im Jahresvergleich lagen die Löhne um 3,5 (3,6) Prozent höher. Ökonomen hatten ein monatliches Plus von 0,3 Prozent und eine Jahresrate von 3,4 Prozent erwartet.
Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com
DJG/apo/kla
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