MÄRKTE EUROPA/Seitwärts - Weiter abwartende Haltung
01.06.2026 / 10:16 Uhr
DOW JONES--Mit einer Fortsetzung der abwartenden Seitwärtsbewegung zeigen sich die europäischen Aktienmärkte am Montag im frühen Geschäft. Der DAX gewinnt 0,1 Prozent auf 25.130 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 verbessert sich ebenfalls um 0,1 Prozent auf 6.056 Punkte. Der Ölpreis für ein Barrel der Sorte legt zwar wieder um 3,4 Prozent auf 94,17 Dollar zu, echte Enttäuschung über eine ausgebliebene Einigung zwischen den USA und dem Iran gibt es aber nicht. Der Aktienmarkt hatte den Beteuerungen der US-Administration schon am Freitag keinen Glauben geschenkt und daher auch keine Vorschusslorbeeren verteilt.
"Die Bereitschaft ins Risiko zu gehen, dürfte diese Woche wieder sehr gering sein", sagt ein Händler. Denn mit dem Feiertag am Donnerstag und Brückentag danach sei die Woche für viele Marktteilnehmer bereits am Mittwoch vorbei.
Zum Iran sagte US-Präsident Donald Trump in einem Fox-News-Interview am Samstag, man sei "nahe an einem sehr guten Deal", deutete jedoch als Alternative eine mögliche Rückkehr zu Kampfhandlungen an. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Ghalibaf sagte allerdings am Sonntag, es werde keinen Deal geben, solange die Rechte des Iran nicht gesichert seien. Sorgen macht sich der Markt inzwischen mehr über die Ausdehnung der Angriffe Israels auf den Libanon, die die USA/Iran-Verhandlungen gefährden könnten, denn Teheran hat ein Ende der Kämpfe zwischen Israel und Libanon zu einer Bedingung für einen Deal gemacht.
"Marktteilnehmer wollen darauf setzen, dass eine Lösung für die Situation in der Straße von Hormus gefunden wird, aber ein entsprechender Deal bleibt nach sieben Wochen Verhandlungen weiterhin aus", sagt Amarpreet Singh von Barclays Commodities Research. "Die Straße von Hormus bleibt geschlossen und unterbricht mehr als 15 Millionen Barrel pro Tag der weltweiten Ölversorgung", so die Analysten von ANZ Research.
Im stehen die Revisionen der Einkaufsmanager-Indizes (PMI). Die Daten aus Asien waren klar nach oben gerichtet. In China und vor allem Südkorea sind die Erwartungen deutlich gestiegen, was auch für europäische Exportaktien gute Nachrichten sind.
Die Eurozone-Industrie ist im Mai zwar auf Wachstumskurs geblieben, aber der Aufschwung hat aufgrund der stagnierenden Nachfrage an Dynamik verloren. Der PMI für den Sektor sank auf 51,6 (Vormonat: 52,2) Punkte, wie S&P Global bei einer zweiten Veröffentlichung mitteilte. Bei der ersten Veröffentlichung war ein Wert von 51,4 Zählern ausgewiesen worden.
In Europa legt die Europäische Zentralbank (EZB) am Vormittag den Bericht über die Geldmenge M3 vor. Ein Anstieg der Geldmengenentwicklung würde als wichtiger Indikator für die Kreditnachfrage der Unternehmen gelten und damit die Investitionslaune. In den USA steht dazu der ISM-Index der Industrie am Nachmittag an.
Etwas überrascht über das Minus der globalen Rüstungswerte zeigen sich Händler. "Das zeigt, dass der Markt eine Iran-USA-Einigung spielt, auch wenn es absolut keine belastbaren Hinweise dafür gibt", sagt ein Händler. Schon in Südkorea und Japan hätten sich Branchenwerte wie Hanwha (-3%) schwächer gezeigt. In Europa setzt sich das fort, der Sektor-Index ist mit 2 Prozent der schwächste aller Branchen. Für Thales, BAE Systems sowie SAAB und Dassault Aviation geht es um bis zu 2,9 Prozent abwärts. Rheinmetall und Hensoldt fallen um jeweils 2 Prozent
Um 10,3 Prozent springen die Titel der Billigfluglinie Easyjet nach oben. Die Investmentgesellschaft Castlelake hatte am Freitag bestätigt, in frühen Gesprächen über ein Angebot für die Airline zu sein. Die Analysten von RBC heben hervor, der Investor habe nach britischem Recht nun bis zum 26.Juni Zeit, ein Angebot zu machen.
In Paris steigen Schneider Electric um 3,3 Prozent dank des Investitionsschubs der japanischen Softbank in Frankreichs KI-Unternehmen. Anders als Deutschland ist es Staatschef Macron gelungen, den japanischen Technologiekonzern als Investor zu gewinnen. Softbank will dort nun 45 Milliarden Euro in den Ausbau von KI-Rechenzentren stecken. Im Gegensatz zu Deutschland kann Frankreich Investoren mit der vorhandenen Energie aus Atomkraftwerken locken.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.055,81 +0,1 5,27 6.050,54 4,6 Stoxx-50 5.185,26 -0,1 -5,36 5.190,62 5,4 DAX 25.130,37 +0,1 25,67 25.104,70 2,6 MDAX 33.211,21 -0,4 -141,62 27.039,42 8,5 TecDAX 4.177,70 +0,4 17,62 3.091,28 15,3 SDAX 19.204,17 +0,1 11,20 13.062,07 11,8 FTSE 10.391,56 -0,2 -17,72 10.409,28 4,6 CAC 8.187,87 +0,1 4,53 8.183,34 0,5 SMI 13.453,37 -0,7 -89,29 13.542,66 1,4 ATX 6.133,48 -0,3 -15,39 6.148,87 15,1 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 18:42 EUR/USD 1,1656 -0,0 -0,0003 1,1659 1,1672 EUR/JPY 185,88 +0,1 0,2000 185,68 185,7900 EUR/CHF 0,9126 +0,3 0,0023 0,9103 0,9121 EUR/GBP 0,8658 -0,0 -0,0003 0,8661 0,8666 USD/JPY 159,45 +0,1 0,1900 159,26 159,1700 GBP/USD 1,3456 -0,0 -0,0003 1,3459 1,3468 USD/CNY 6,7652 -0,0 -0,0010 6,7662 6,7662 USD/CNH 6,7644 +0,0 0,0011 6,7630 6,7625 AUS/USD 0,7179 -0,1 -0,0004 0,7183 0,7191 Bitcoin/USD 72.717,42 -1,3 -935,67 73.653,09 73.982,23 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 90,40 +3,5 3,04 87,36 Brent/ICE 94,17 +3,4 3,05 91,12 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.499,91 -0,8 -35,91 4.535,82 Silber 75,76 +0,7 0,50 75,26 Platin 1.930,21 +0,7 13,17 1.917,04 (Angaben ohne Gewähr) ===
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