MÄRKTE EUROPA/Kaum verändert - Keine Vorschussorbeeren für Kriegsende

29.05.2026 / 18:23 Uhr

DOW JONES--Wenig verändert sind die europäischen Börsen am Freitag aus dem Handel gegangen. Die Hoffnung auf eine baldige Einigung zwischen den USA und dem Iran stützte. Die Positionen lägen "eng beieinander", erklärte US-Vizepräsident J.D. Vance. Entsprechend kam der Brent-Ölpreis um 1,8 Prozent zurück. Aktuell würden nun beide Seiten darauf warten, dass die andere Seite einem Vertrag zustimme, berichtete CNN.

Die sich ständig ändernde Lage wurde im Handel mit Zurückhaltung aufgenommen. Man wolle erst konkrete Fakten sehen, hieß es. In den USA freuten sich hingegen die Börsen über einen deutlich besseren Einkaufsmanager-Index Chicago, der aber in Europa kaum nachhaltig für positive Impulse sorgte. "Die US-Wirtschaft brummt noch stärker als gedacht", sagte ein Händler. Vor allem die Komponente der Auftragseingänge sprang auf ein mehr als Vierjahreshoch.

Der DAX zeigte sich davon unberührt und schloss knapp im Plus bei 25.105 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 ging 0,1 Prozent tiefer bei 6.051 Zählern aus dem Handel. Auch Aufschläge im Banksektor von 0,5 Prozent halfen dem Index kaum auf die Sprünge. Leichten Druck gab es angesichts gesunkener Ölpreise auf Energiewerte, die rund 1,0 Prozent nachgaben. Der Technologiesektor stieg 0,4 Prozent. Hier stützten Geschäftszahlen von Dell. Der Computerhardware-Hersteller sprach von einem rasanten Wachstum bei KI-Servern für Rechenzentren. Die Aktien haussierten in den USA. In Deutschland zogen Branchenwerte wie Siltronic um 9,2 Prozent an, Infineon um 1,3 Prozent.

Zudem standen Inflationsdaten aus der Eurozone in Fokus: Unter anderem legten die Preise in Frankreich im Mai um 2,8 Prozent zu. Überraschend war aber in Deutschland der Rückgang auf 2,6 nach 2,9 Prozent im Vormonat binnen Jahresfrist. Volkswirtin Ulrike Kastens vom Vermögensverwalter DWS führte dies vor allem auf den Tankrabatt zurück, unter anderem sank der Dieselpreis um fast 11 Prozent. "Positiv ist, dass es auch im Euroraum bisher keine Anzeichen für zunehmende indirekte Preiseffekte gibt", sagte Kastens. Um eine erste Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent dürfte die EZB aber nicht herumkommen.

Am deutschen Markt haussierten CTS Eventim nach Erstquartalszahlen um 10,7 Prozent. Diese waren nach Einschätzung von Baader herausragend ausgefallen. Vivendi sprangen in Paris um 3,3 Prozent. Positive Gerichtssignale stützten - nach der großen Zerlegung des alten Konzerns muss den aktuellen Minderheitsaktionären wohl doch noch ein Pflichtangebot unterbreitet werden. Der ehemalige Medienkonzern war Ende 2024 zerschlagen worden in den TV-Sender Canal+, die Werbeagentur Havas, den Verlag Louis Hachette und den Restbestand Vivendi.

Siemens Energy setzen die seit Tagen andauernde Korrektur fort. Im Händler verwiesen auf die hohe Aktienbewertung, die den Energieausrüster in die Nähe von Chip-Werten gebracht habe. Die Aktien verloren 2,1 Prozent.

Mit optischen Minuszeichen zeigten sich viele Aktien wegen ihrer Dividendenausschüttung: So unter anderem Deutsche Bank, IVU Traffic, Kion und Springer Nature.

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Index               Schluss*  Entwicklung in %  Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50          6.051              -0,1                   +4,6 
Stoxx-50               5.191              +0,1                   +5,5 
Stoxx-600                626              +0,1                   +5,6 
DAX                   25.105              +0,1                   +2,5 
FTSE-100 London       10.426              -0,2                   +5,0 
CAC-40 Paris           8.189              -0,1                   +0,5 
AEX Amsterdam          1.037              -0,2                   +9,0 
ATHEX-20 Athen         5.959              +1,1                  +11,4 
BEL-20 Brüssel         5.603              -0,4                  +10,3 
BUX Budapest         131.453              +2,4                  +18,4 
OMXH-25 Helsinki       6.509              -0,6                  +14,1 
OMXC-20 Kopenhagen     1.539              +0,5                   -4,3 
PSI 20 Lissabon        9.088              -0,1                  +10,0 
IBEX-35 Madrid        18.279              +0,5                   +5,6 
FTSE-MIB Mailand      49.825              +0,4                  +10,9 
OBX Oslo               1.960              -0,9                  +22,7 
PX Prag                2.522              +1,0                   -6,1 
OMXS-30 Stockholm      3.124              +0,5                   +8,4 
WIG-20 Warschau      137.007              +0,6                  +16,2 
ATX Wien               6.042              +1,8                  +13,4 
SMI Zürich            13.505              +0,3                   +1,8 
* gerundet 
 
DEVISEN                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Do, 19:29 
EUR/USD                   1,1674   +0,2     0,0023          1,1651     1,1651 
EUR/JPY                   185,87   +0,2     0,3600          185,51   185,5300 
EUR/CHF                    0,912   -0,1    -0,0012          0,9132     0,9132 
EUR/GBP                   0,8666   +0,0     0,0002          0,8664     0,8667 
USD/JPY                   159,21   -0,0    -0,0200          159,23   159,2100 
GBP/USD                   1,3468   +0,2     0,0025          1,3443     1,3440 
USD/CNY                   6,7662   -0,2    -0,0134          6,7796     6,7796 
USD/CNH                   6,7616   -0,2    -0,0110          6,7726     6,7726 
AUS/USD                   0,7189   +0,4     0,0026          0,7163     0,7164 
Bitcoin/USD            73.761,89   +0,4     289,21       73.472,68  73.277,82 
 
ROHÖL                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                  87,76   -1,3      -1,14            88,9 
Brent/ICE                  92,03   -1,8      -1,68           93,71 
 
Metalle                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    4.567,79   +1,7      75,86        4.491,93 
Silber                     75,65   +0,0       0,01           75,64 
Platin                  1.919,26   -0,2      -3,49        1.922,75 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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