MÄRKTE EUROPA/Fest - Börsianer setzen auf Diplomatieerfolg in Nahost

22.05.2026 / 18:30 Uhr

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte haben sich mit Gewinnen ins Wochenende verabschiedet. Für Rückenwind sorgte die Nachrichtenlage zum Nahost-Konflikt - trotz mancher Verworrenheit. Unter anderem sieht US-Außenminister Marco Rubio "gute Anzeichen" für eine Einigung.

Dazu gesellte sich Konjunkturzuversicht, nachdem sich das Geschäftsklima in Deutschland im Mai wider Erwarten etwas aufgehellt hat. Dabei hatten Lagebeurteilung und Geschäftserwartungen der Unternehmen gleichermaßen Anteil daran, dass der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex im Mai auf 84,9 von revidiert: 84,5 Punkten zulegte.

Relative Ruhe bei den Ölpreisen - ungeachtet der weiter kaum passierbaren Straße von Hormus - und in der Folge sinkende Renditen am Anleihemarkt animierten ebenfalls zu Aktienkäufen, ebenso wie die global weiter intakte KI-Rally.

Der DAX ging mit einem Plus von 1,2 Prozent auf 24.889 Punkte ins Pfingstwochenende, auf dem höchsten Niveau seit rund zwei Wochen. Der Euro-Stoxx-50 legte um 1,0 Prozent auf 6.019 Punkte zu. Während an manchen Börsen in Europa am Pfingstmontag das Geschäft ruht, unter anderem in London und Zürich, wird in Deutschland regulär gehandelt.

Weiter aufwärts ging es im Chipsektor nach den starken Nvidia-Rekordzahlen unter der Woche. Daneben sorgten die avisierten Mega-Börsengänge von SpaceX und OpenAI für Fantasie. Infineon machten einen Satz um 8,0 Prozent. Im TecDAX zogen Aixtron um 2,6, Suss um 4,0 und Elmos um 3,7 Prozent an. In Amsterdam legten ASML um 4,7 Prozent zu, in Paris STMicro um 5,2 Prozent. Der Stoxx-Subindex Technologie war mit einem Plus von 2,7 Prozent klarer Tagessieger vor den zyklischen Industriewerten (+1,1%).

Hinter Infineon waren im DAX DHL mit einem Zugewinn von 4,1 Prozent der größte Gewinner. Treiber war eine Hochstufung auf Kaufen durch die Analysten der Deutschen Bank. Das Unternehmen profitiere von Selbsthilfemaßnahmen, einschließlich erwarteter Einsparungen von 1 Milliarde Euro, hieß es.

Nach einer Kaufempfehlung durch Jefferies ging es für Adidas um 3,0 Prozent nach oben. Im MDAX machten Puma einen Satz um 5,5 Prozent. Börsianer sprachen von einem Turnaround und plangemäß laufender Restrukturierung bei dem Sportartikelhersteller. Daneben wurde auf die anstehende Fußballweltmeisterschaft verwiesen, die bei beiden Aktien für Fantasie sorge.

In Madrid brachen Puig um 13,4 Prozent ein, während Estee Lauder an der Wall Street deutlich stiegen, nachdem Estee Lauder und Puig die Gespräche über einen potenziellen Zusammenschluss zu einem der größten Kosmetikkonzerne der Welt beendet hatten.

In Zürich verbilligten sich Julius Bär um 6,9 Prozent. Bei der Bank schwächte sich die Kundenaktivität nach einem starken Jahresauftakt im April merklich ab. Julius Bär erwartet nicht, dass das hohe Niveau in den kommenden Monaten anhalten wird.

In Kopenhagen verteuerten sich Novo Nordisk um 1,7 Prozent mit der Nachricht, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur die Zulassung der Abnehmpille Wegovy empfohlen und damit den Weg geebnet hat, dass sie als erste Tablette zur Behandlung von Fettleibigkeit in der EU zugelassen wird.

Index               Schluss*  Entwicklung in %  Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50          6.019              +1,0                   +3,2 
Stoxx-50               5.198              +0,8                   +5,0 
Stoxx-600                625              +0,7                   +4,8 
DAX                   24.889              +1,2                   +1,0 
FTSE-100 London       10.432              +0,2                   +5,0 
CAC-40 Paris           8.117              +0,4                   -0,4 
AEX Amsterdam          1.034              +1,0                   +8,7 
ATHEX-20 Athen         5.629              +2,2                   +5,2 
BEL-20 Brüssel         5.502              +0,7                   +8,3 
BUX Budapest         131.460              -0,6                  +18,4 
OMXH-25 Helsinki       6.386              +0,3                  +12,0 
OMXC-20 Kopenhagen     1.533              +0,2                   -4,7 
PSI 20 Lissabon        9.248              -0,7                  +11,9 
IBEX-35 Madrid        18.052              +0,1                   +4,3 
FTSE-MIB Mailand      49.182              +0,7                   +9,4 
OBX Oslo               2.003              -0,1                  +25,4 
PX Prag                2.564              +0,3                   -4,5 
OMXS-30 Stockholm      3.100              +0,5                   +7,5 
WIG-20 Warschau      133.337              -0,3                  +14,0 
ATX Wien               5.904              +1,2                  +10,9 
SMI Zürich            13.399              +0,4                   +1,0 
* gerundet 
 
 
DEVISEN        zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag  Do, 18:29 
EUR/USD         1,1607   -0,1   -0,0011          1,1618     1,1593 
EUR/JPY         184,77   +0,1    0,1000          184,67   184,5100 
EUR/CHF         0,9106   -0,4   -0,0032          0,9138     0,9146 
EUR/GBP         0,8635   -0,2   -0,0013          0,8648     0,8646 
USD/JPY         159,18   +0,1    0,2200          158,96   159,1400 
GBP/USD         1,3439   +0,1    0,0010          1,3429     1,3406 
USD/CNY         6,7945   -0,1   -0,0080          6,8025     6,8025 
USD/CNH         6,7954   -0,1   -0,0042          6,7996     6,8032 
AUS/USD         0,7132   -0,2   -0,0015          0,7147     0,7136 
Bitcoin/USD  76.836,44   -1,0   -809,89       77.646,33  77.124,77 
 
 
ROHOEL         zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex        97,17   +0,9      0,82           96,35 
Brent/ICE       103,48   +0,9      0,90          102,58 
 
 
Metalle        zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold          4.518,08   -0,5    -23,42        4.541,50 
Silber           75,87   -1,1     -0,83           76,70 
Platin        1.927,51   -2,0    -38,40        1.965,91 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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