MÄRKTE EUROPA/Sehr fest - Ölpreise und Nvidia-Spekulation sorgen für Rückenwind
20.05.2026 / 18:27 Uhr
DOW JONES--Der europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch überwiegend mit kräftigen Aufschlägen geschlossen. Für Rückenwind sorgten im späten Handel in erster Linie deutlicher fallende Ölpreise. Das dämpfte Inflationssorgen, worauf die Marktzinsen, die zuletzt auf Mehrjahreshochs gestiegen waren, spürbar zurückkamen. Der Ölpreis der Sorte Brent rutschte um gut 5 Prozent auf gut 105 Dollar ab. Die deutsche Zehnjahresrendite sank um 9 Basispunkte auf 3,09 Prozent.
"Die trügerische Ruhe im weiter schwelenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran werten Anleger als positives Signal und steigen ein", kommentierten die Marktexperten bei CMC das Geschehen. Daneben hätten möglicherweise einige Anleger auf starke Geschäftszahlen des Chipganten Nvidia gesetzt. Das Flaggschiff der gesamten KI-Branche öffnet nachbörslich in den USA seine Bücher. Den Zahlen wird eine enorme Bedeutung für die Märkte insgesamt beigemessen.
Der DAX gewann 1,4 Prozent auf 24.737 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 ging es sogar um 2,1 Prozent auf 5.976 nach oben.
Mit Blick auf die Nvidia-Spekulation waren Chipaktien stark gesucht. Infineon waren DAX-Tagesgewinner mit einem Plus von 5,1 Prozent. Im TecDAX ging es für Aixtron um 5,0 Prozent aufwärts, für Suss Microtec um 2,2 und für Elmos Semiconductor um 5,3 Prozent. In Paris sprangen STMicroelectronics um 6,0 und in Amsterdam ASML um 6,7 Prozent nach oben.
Nach den Erholungsgewinnen vom Vortag wurden Softwareaktien dagegen wieder verkauft. Starke Nvidia-Zahlen könnten wieder die Sorgen vor disruptiven Wirkungen von KI-Modellen auf die Geschäftsmodelle der Softwareunternehmen befeuern, hieß es. Für SAP ging es um 2,1 und für Nemetschek im TecDAX um 1,1 Prozent südwärts. In London verloren Sage 1,2 und in Paris Capgemini 3,2 Prozent.
BASF verbilligten sich im festen Gesamtmarkt um 2,3 Prozent. Der Chemieriese teilte mit, bis 2029 im Kerngeschäft bis zu 20 Prozent gegenüber dem Jahr 2024 einsparen zu wollen. Hier habe man möglicherweise mehr erwartet, sagten Marktteilnehmer. Andererseits ist die Aktie seit Jahresbeginn bereits um mehr als 15 Prozent gestiegen, viel Positives dürfte als schon eingepreist sein.
Hochtief gingen 4,1 Prozent fester aus dem Markt. Die Deutsche Bank hält es für möglich, dass die Aktie nach der nächsten Indexüberprüfung am 3. Juni erstmals Mitglied im DAX werden könnte. Die Aktie ist in den vergangenen 12 Monaten um 190 Prozent gestiegen dank höherer Infrastrukturinvestitionen im Baugewerbe sowie der gestiegenen Nachfrage nach Serverparks.
Renk gewannen 3,3 Prozent auf 47,77 Euro - trotz einer größeren Platzierung durch KNDS zum Stückpreis von 44,95 Euro. Im Handel hieß es, mittelfristig sei die Platzierung positiv zu werten, unter anderem weil damit der Streubesitz steige. Rüstungsaktien waren aber europaweit erneut gesucht, wozu auch auf gute Zahlen des Rüstungsunternehmen CSG verwiesen wurde. CSG legten um 8,7 Prozent zu, Leonardo um 2,4, Hensoldt um 10,3 oder TKMS um 5,4 Prozent zu. Im DAX ging es für Rheinmetall um 2,2 Prozent aufwärts.
In Paris machten Euronext einen Satz um 5,2 Prozent nach dem Quartalsausweis. Die Analysten von Jefferies sprachen von einer meisterhaften Leistung des Börsenbetreibers.
Bei den deutschen Nebenwerten gewannen Ottobock trotz des Dividendenabschlags 2,6 Prozent. Die Aktie war am Dienstag stark gefallen nach einem kritischen Bericht des Leerverkäufers Grizzly. Der Prothesenhersteller erwägt nun rechtliche Schritte gegen Grizzly. Der Bericht sei "verleumderisch und in hohem Maße irreführend". Grizzly hatte Ottobock eine "aggressive Bilanzierungsmetrik" vorgeworfen.
Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 5.976 2,1 1,03 Stoxx-50 5.164 1,6 3,37 Stoxx-600 620 1,5 3,23 DAX 24.737 1,4 -0,37 FTSE-100 London 10.331 1,0 4,02 CAC-40 Paris 7.982 1,7 -2,06 AEX Amsterdam 1.019 1,5 7,10 ATHEX-20 Athen 5.606 0,4 4,76 BEL-20 Brüssel 5.428 1,4 6,88 BUX Budapest 131.773 -0,2 18,68 OMXH-25 Helsinki 6.345 0,6 11,25 OMXC-20 Kopenhagen 1.518 0,9 -5,58 PSI 20 Lissabon 9.160 1,0 10,85 IBEX-35 Madrid 17.670 2,2 2,09 FTSE-MIB Mailand 48.355 1,7 7,59 OBX Oslo 2.005 -0,1 25,50 PX Prag 2.552 0,5 -4,97 OMXS-30 Stockholm 3.061 1,2 6,19 WIG-20 Warschau 133.685 1,5 12,36 ATX Wien 5.837 1,2 9,59 SMI Zürich 13.365 0,3 0,73 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag markt sap.xe EUR/USD 1,1625 +0,2 0,0021 1,1604 1,1594 EUR/JPY 184,6 +0,0 0,0100 184,59 184,4700 EUR/CHF 0,915 -0,1 -0,0006 0,9156 0,9161 EUR/GBP 0,8642 -0,2 -0,0020 0,8662 0,8657 USD/JPY 158,78 -0,2 -0,2600 159,04 159,1000 GBP/USD 1,3449 +0,4 0,0056 1,3393 1,3390 USD/CNY 6,8005 -0,2 -0,0139 6,8144 6,8158 USD/CNH 6,8005 -0,2 -0,0153 6,8158 6,8190 AUS/USD 0,7156 +0,7 0,0047 0,7109 0,7084 Bitcoin/USD 77.451,86 +0,6 472,32 76.979,54 76.592,27 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 98,62 -5,3 -5,53 104,15 Brent/ICE 105,68 -5,0 -5,60 111,28 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.532,65 +1,1 51,37 4.481,28 Silber 75,89 +2,8 2,07 73,83 Platin 1.951,45 +1,5 29,10 1.922,35 (Angaben ohne Gewähr)
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