MÄRKTE ASIEN/Hoffnungsschimmer in Nahost-Konflikt stützt - Gewinnmitnahmen in Seoul

19.05.2026 / 09:30 Uhr

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--An den ostasiatischen Aktienmärkten ist es am Dienstag überwiegend nach oben gegangen mit den Kursen. Für Zuversicht sorgte, dass US-Präsident Donald Trump einen angeblich für den Berichtstag geplanten Angriff auf den Iran ausgesetzt hat, um dem Friedensprozess eine Chance zu geben. Laut Trump wurde er dazu von einigen Golfstaaten gebeten, denen zufolge ernsthafte Verhandlungen stattfänden.

Weil die für Öl- und andere Transporte so wichtige Straße von Hormus aber weiter unpassierbar ist, tat sich bei den Ölpreisen auf die Nachricht wenig. Sie waren zwar bereits am Vortag im Verlauf des US-Handels von ihren Tageshochs zurückgekommen auf unter 109 Dollar, Brent-Öl kostete in Asien zuletzt aber wieder über 110 Dollar.

Gemieden wurden in der gesamten Region ähnlich wie schon an der Wall Street Aktien aus dem Chipsektor. Im Vorfeld der am Mittwoch nach US-Börsenschluss anstehenden Quartalszahlen von Nvidia gingen viele Akteure auf Nummer sicher und nahmen Gewinne mit. Die Zahlen gelten als neuerlicher Test, ob der Hype um KI gerechtfertigt ist.

Die Schwäche der Technologieaktien machte sich insbesondere an der Börse in Seoul bemerkbar. Dort knickte der Kospi um 3,3 Prozent ein. Er hatte im Tagesverlauf aber auch schon um über 5 Prozent zurückgelegen. Hier dürften auch wieder Gewinnmitnahmen eine Rolle gespielt haben. Der stark techniklastige Index liegt seit Jahresbeginn immer noch über 70 Prozent im Plus.

In Tokio verbesserte sich der breite Topix um 0,7 Prozent zu, während der enger gefasste Nikkei-225 minimnal nachgab. Hier stützte einerseits, dass die japanische Wirtschaft im ersten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 2,1 Prozent gestiegen war und damit stärker als mit 1,7 Prozent geschätzt. Allerdings erwarten Ökonomen, dass das BIP-Wachstum im laufenden und im nächsten Quartal zum Stillstand kommen wird. Andererseits war die Inflation weiter zu hoch und dürfte die Kauflaune etwas gedämpft haben. Im Quartal stiegen die Preise im Jahresvergleich erneut um 3,4 Prozent. Das lag weit über dem Ziel der Notenbank, die rund 2 Prozent anstrebt und sprach für kommende Zinserhöhungen, die von den Notenbankern ohnehin bereits avisiert sind.

In Hongkong (Späthandel) lag der HSI 0,5 Prozent höher, in Schanghai zog der Composite-Indx im Späthandel noch an und ging 0,9 Prozent fester aus dem Tag. Noch deutlicher nach oben ging es in Sydney. Dort legte das Marktbarometer um 1,2 Prozent zu.

Im Chipsektor verbilligten sich in Seoul unter anderem SK Hynix um 5,2 und Samsung Electronics um 2,0 Prozent. In Tokio gaben Advantest um 3,3, Renesas um 5,2 und Softbank um 4,2 Prozent nach, in Hongkong SMIC um 1,6 Prozent. Bei Samsung sorgten auch die Verhandlungen des Unternehmens mit der Gewerkschaft für Zurückhaltung. Aktuell sind im Wochenverlauf weiterhin Streiks geplant, die die Halbleiterproduktion stören dürften.

In Hongkong verteuerten sich Tencent um 2,9 Prozent. Das Unternehmen hatte wissen lassen, dass seine Cloud-Plattform ab dem 27. Mai KI-Modelle kommerzialisieren werde.

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INDEX                      zuletzt  +/- %      % YTD  Handelsschluss 
S&P/ASX 200 (Sydney)      8.604,70   +1,2       -1,3           08:00 
Topix 500 (Tokio)         3.007,29   +0,7      +13,0           08:00 
Kospi (Seoul)             7.271,66   -3,3      +72,6           08:30 
Hang-Seng (Hongkong)     25.810,93   +0,5       +0,7           10:00 
Shanghai-Composite        4.169,54   +0,9       +5,1           09:00 
Straits-Times (Singapur)  5.040,47   +0,9       +8,5           11:00 
IDX Comp. (Indonesien)    6.340,17   -3,9      -26,7           10:00 
KLCI (Malaysia)           1.729,26   +0,1       +2,9           10:00 
 
DEVISEN                    zuletzt  +/- %      00:00    Mo, 9:10 Uhr  % YTD 
EUR/USD                     1,1630   -0,2     1,1655          1,1632   -1,0 
EUR/JPY                     185,05   -0,0     185,13          184,88   +0,6 
EUR/GBP                     0,8684   +0,1     0,8675          0,8711   -0,4 
USD/JPY                     159,10   +0,2     158,83          158,91   +1,6 
USD/KRW                   1.508,01   +1,3   1.489,17        1.497,94   +4,7 
USD/CNY                     6,8034   +0,1     6,8000          6,8039   -2,7 
USD/CNH                     6,8047   +0,1     6,7989          6,8062   -2,5 
USD/HKD                     7,8313   +0,0     7,8303          7,8297   +0,6 
AUD/USD                     0,7131   -0,5     0,7166          0,7146   +6,9 
NZD/USD                     0,5853   -0,4     0,5874          0,5846   +1,7 
BTC/USD                  77.039,98   +0,2  76.868,55       76.894,10  -12,2 
 
ROHÖL                      zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                   108,67   +0,0       0,01          108,66 
Brent/ICE                   110,64   -1,3      -1,46          112,10 
 
Metalle                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                      4.553,49   -0,3     -12,49        4.565,98 
Silber                       76,15   -2,0      -1,52           77,67 
Platin                    1.973,75   -0,3      -5,85        1.979,60 
(Angaben ohne Gewähr) 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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