MÄRKTE EUROPA/Freundlich - DAX vorneweg
18.05.2026 / 18:34 Uhr
DOW JONES--Mit überwiegend moderaten Kursgewinnen sind die europäischen Aktienmärkte in die neue Woche gestartet. Tagesfavoriten waren deutsche Aktien. Der Euro-Stoxx-50 schloss 0,4 Prozent höher, für den DAX ging es aber um 1,5 Prozent deutlich stärker nach oben auf 24.308 Stellen.
Die kräftigere Erholung des DAX erklärten Marktteilnehmer mit starken Kursgewinnen bei Indexschwergewichten. So verbesserten sich die zuletzt schwächeren SAP um 2,6 und Rheinmetall um 4,6 Prozent. Rheinmetall erhielten Rückenwind von einer Kaufempfehlung der Citigroup. Die Analysten sprachen von zuletzt übertriebenen Verlusten der Aktie vor dem Hintergrund von Friedenshoffnungen und Bedenken zur Finanzierung höherer Verteidigungsausgaben. Deutsche Telekom verteuerten sich um 4,0 Prozent.
Stimmungsaufhellend an den Börsen wirkten iranische Medienberichte, laut denen die USA dem Iran eine temporäre Aufhebung der Ölsanktionen angeboten haben sollen als Teil der laufenden Friedensverhandlungen beider Länder. Dazu gab es Nachrichten, wonach der Iran über den Vermittler Pakistan den USA ein neues Angebot unterbreitet haben soll. Im Handel gab es gleichwohl skeptische Stimmen. Zu häufig sei man in den vergangenen Wochen auf dem falschen Fuß erwischt worden, hieß es. Das spiegelten auch die Ölpreise wider. Zunächst gaben sie mit der Nachrichtenlage etwas nach, im späten Handel zogen die Preise dann wieder an. Brent-Öl kostete zuletzt 1,7 Prozent mehr, gut 111 Dollar. Am Anleihemarkt kamen die Renditen nach den kräftigen Aufschlägen in der Vorwoche leicht zurück.
Die Berichtssaison setzte kaum noch Akzente, aus dem Euro-Stoxx-600 legen im Verlauf der Woche noch 33 Unternehmen ihre Geschäftszahlen für die ersten drei Monate des Jahres vor. Die Berichtssaison ist insgesamt erfreulich verlaufen, ein wichtiger Grund, warum die Börsen trotz des Iran-Kriegs nicht eingebrochen sind. Die DAX-Unternehmen konnten die Gewinne laut der Deutschen Bank im ersten Quartal um 5 Prozent steigern. Das sei der stärkste Zuwachs seit mehr als zwei Jahren.
Für Ryanair ging es nach Zahlen um 4,9 Prozent nach oben, in einer ersten Reaktion war die Aktie noch kräftig gefallen, nachdem die irische Billigfluggesellschaft vor schwächeren Preisen in der wichtigen Sommersaison, kurzfristigen Buchungen und einem starken Anstieg der Treibstoffkosten gewarnt hatte.
Mit einem Plus von 4,8 Prozent waren Deutsche Börse Tagesgewinner im DAX. Die Jefferies-Analysten werteten es als positiv, dass The Children's Investment Fund (TCI) mit einer offen gelegten Beteiligung von 5,15 Prozent den Weg zurück in den Aktionärskreis der Börse gefunden habe. Das Motiv ist bislang nicht bekannt. Die Analysten vermuten jedoch, dass sich TCI nicht mit der Rolle des bloßen Passagiers zufriedengeben wird. Die Deutsche Börse befindet sich gerade im Übernahmeprozess der Allfunds Group.
Für die Aktie von Sartorius ging es im MDAX um 5,5 Prozent nach oben. Hier trieb eine Kreise-Meldung vom Wochenende, wonach der aktivistische Investor Elliott Investment Management eine beträchtliche Beteiligung an Bio-Rad Laboratories aufgebaut haben soll. Das Unternehmen hält eine Beteiligung an Sartorius von rund 5 Milliarden Dollar. Elliott ist der Meldung zufolge der Ansicht, dass Sartorius ein qualitativ hochwertiges Unternehmen mit starken Wachstumsaussichten ist.
Mit einem Plus von 6 Prozent bei Publicis begrüßte der Markt den Kauf von LiveRamp durch die Franzosen. Die Übernahme werde Publicis neue Technologien verschaffen, um Kunden beim Aufbau von KI-Agenten zu helfen und dem Unternehmen einen neuen Markt zu eröffnen, so der Unternehmenschef. Die Sorge vor KI-Disruptionen hatte der Publicis-Aktie und dem gesamten Sektor in den vergangenen Monaten stark zugesetzt. Entsprechend positiv kam die Übernahme an.
Delivery Hero schlossen 5,6 Prozent fester. Wie das Unternehmen mitteilte, hat der US-Fahrdienstleister Uber seine Beteiligung an dem Essenlieferdienst kräftig aufgestockt auf nun 19,5 Prozent des ausgegebenen Kapitals, sowie weitere 5,6 Prozent in Form von Optionen. Zuletzt hatte Uber seine Beteiligung schon von gut 7 Prozent auf fast 18 Prozent aufgestockt.
Die Unicredit baute derweil ihre Beteiligung an der Commerzbank weiter aus, was am Markt aber nicht überraschte. Commerzbank gaben um 1,5 Prozent nach. Die Italiener haben sich über Finanzinstrumente Zugriff auf weitere Commerzbank-Titel gesichert und sind aktuell direkt und indirekt mit 38,87 Prozent beteiligt - nach zuvor 32,64 Prozent. Der Commerzbank-Vorstand empfiehlt den eigenen Aktionären auch weiterhin, das Übernahmeangebot der italienischen Bank auszuschlagen. Unicredit schlossen 0,3 Prozent höher.
Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 5.849 0,4 0,63 Stoxx-50 5.068 0,4 2,63 Stoxx-600 610 0,5 2,49 DAX 24.308 1,5 -2,20 FTSE-100 London 10.195 1,3 2,66 CAC-40 Paris 7.953 0,4 -2,42 AEX Amsterdam 1.010 0,5 6,22 ATHEX-20 Athen 5.695 -0,4 6,43 BEL-20 Br ssel 5.467 -0,8 7,66 BUX Budapest 131.696 0,3 18,61 OMXH-25 Helsinki 6.273 1,0 9,98 OMXC-20 Kopenhagen 1.544 -1,5 -3,96 PSI 20 Lissabon 9.033 1,2 9,31 IBEX-35 Madrid 17.623 0,8 1,82 FTSE-MIB Mailand 49.116 -0,9 9,28 OBX Oslo 1.963 1,2 22,85 PX Prag 2.536 0,4 -5,58 OMXS-30 Stockholm 3.036 0,6 5,32 WIG-20 Warschau 133.357 1,5 12,06 ATX Wien 5.860 0,3 10,02 SMI Zürich 13.220 0,2 -0,36 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:01 EUR/USD 1,1648 +0,2 0,0023 1,1625 1,1628 EUR/JPY 185,01 +0,3 0,4900 184,52 184,4000 EUR/CHF 0,9149 +0,0 0,0004 0,9145 0,9143 EUR/GBP 0,8673 -0,6 -0,0049 0,8722 0,8713 USD/JPY 158,81 +0,0 0,0500 158,76 158,5900 GBP/USD 1,3426 +0,8 0,0105 1,3321 1,3343 USD/CNY 6,8 -0,1 -0,0092 6,8092 6,8092 USD/CNH 6,8011 -0,2 -0,0115 6,8126 6,8118 AUS/USD 0,7158 +0,1 0,0010 0,7148 0,7155 Bitcoin/USD 76.277,82 -2,5 -1.980,66 78.258,48 79.139,91 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 106,95 +1,5 1,53 105,42 Brent/ICE 110,81 +1,4 1,55 109,26 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.541,82 +0,1 3,80 4.538,02 Silber 76,66 +0,9 0,71 75,95 Platin 1.970,04 -0,2 -3,41 1.973,45
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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