MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

15.05.2026 / 07:44 Uhr

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+++++ FEIERTAGSHINWEIS +++++

FREITAG: In Dänemark ruht der Handel am Tag nach Christi Himmelfahrt.

+++++ TAGESTHEMA +++++

Der von US-Präsident Donald Trump für das Amt nominierte Kevin Warsh übernimmt an diesem Freitag den Chefposten bei der US-Notenbank. Warsh löst Jerome Powell ab, der ins Board der US-Notenbank wechselt, was ein eher ungewöhnlicher Schritt für einen scheidenden Fed-Chef ist. Hintergrund sind frühere Attacken von Präsident Trump gegen Powell, der den immer wieder von Trump vorgebrachten Forderungen nach niedrigeren Zinsen nicht nachkam. Trump hatte darauf neben anderen Attacken Richtung Powell auch die Unabhängigkeit der Notenbank zum Thema gemacht.

Als letzter Schritt der Neuordnung an der Spitze trat nun Stephen Miran aus dem Gouverneursrat der US-Notenbank zurück und hat damit einen Sitz in dem siebenköpfigen Gremium für Kevin Warsh freigemacht. Miran, ehemaliger Wirtschaftsberater der Trump-Regierung, war der Fed am 16. September beigetreten und füllte die letzten Monate einer Amtszeit aus, die durch den Rücktritt einer anderen Gouverneurin vakant geworden war. In der ersten Phase seiner Amtszeit ließ sich Miran von seiner Funktion im Weißen Haus beurlauben, anstatt zurückzutreten. Das unkonventionelle Arrangement hatte Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Fed geweckt angesichts der Kampagne des Weißen Hauses zur Beeinflussung der Geldpolitik.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++

FREENET (07:45)

Nachfolgend die Konsensschätzungen für das erste Quartal (in Millionen Euro, Ergebnis je Aktie in Euro):

                         PROG  PROG  PROG 
1. QUARTAL               1Q26  ggVj  Zahl   1Q25 
Umsatz                    759  +26%     7    604 
EBITDA bereinigt          119   -6%     7    126 
Free Cashflow bereinigt    64  -15%     7     76 
 

Weitere Termine:

07:00 DE/Fraport AG, Verkehrszahlen April

07:30 DE/Nagarro SE, Ergebnis 1Q

11:00 DE/Borussia Dortmund GmbH & Co KGaA, ausführliches Ergebnis 3Q

14:00 DE/Biontech SE, HV

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

- US 
    14:30 Empire State Manufacturing Index Mai 
          PROGNOSE:     +7,0 
          zuvor:       +11,0 
 
    15:15 Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung April 
          Industrieproduktion 
          PROGNOSE:     +0,2% gg Vm 
          zuvor:        -0,5% gg Vm 
          Kapazitätsauslastung 
          PROGNOSE:     75,8% 
          zuvor:        75,7% 
 

+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++

Aktuell: 
                            zuletzt  +/- % 
DAX Futures               24.149,00   -1,5 
E-Mini-Future S&P-500      7.479,50   -0,6 
E-Mini-Future Nasdaq-100  29.371,00   -1,1 
Topix (Tokio)              3.848,23   -0,8 
Hang-Seng (Hongk.)        26.036,81   -1,3 
Shanghai-Comp.             4.146,32   -0,8 
 
 
Donnerstag: 
INDEX               zuletzt  +/- % 
DAX               24.456,26   +1,3 
DAX-Future        24.389,00   +1,0 
XDAX              24.342,76   -0,5 
MDAX              31.893,88   +1,6 
TecDAX             3.856,96   +2,5 
SDAX              18.604,36   +2,1 
Euro-Stoxx-50      5.934,96   +1,3 
Stoxx-50           5.125,52   +0,9 
Dow-Jones         50.063,46   +0,8 
S&P-500            7.501,24   +0,8 
Nasdaq Composite  26.635,22   +0,9 
 

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

EUROPA

Ausblick: Nach der zweitägigen Aufwärtsbewegung an den europäischen Aktienmärkten zeichnen sich für den Start am Freitag Verluste ab. Marktteilnehmer sprechen von weichender Zuversicht der Anleger angesichts bislang wenig konkreter Ergebnisse beim US-chinesischen Gipfel in Peking. Unter anderem belaste, dass mit dem Ende des Besuchs von US-Präsident Donald Trump in China der Konflikt um Taiwan weiter ein Belastungsfaktor für die Beziehungen der beiden größten Volkswirtschaften der Welt ist. Der von einer CEO-Entourage begleitete Trump verkündete zwar den Abschluss wichtiger Deals für die USA, konkret beschlossen scheint bislang aber wenig.

Rückblick: Fest - Ermutigende Signale vom US-chinesischen Gipfeltreffen in Peking sorgten für Zuversicht und Kauflaune. Der Markt setzte auf verbesserte Wirtschaftsbeziehungen und eine Ausweitung des Handels zwischen den beiden Supermächten. Technologiewerte gehörten wieder einmal zu den Tagesfavoriten, der Subindex stieg um 2,4 Prozent. Im Sektor gewannen STMicro, Infineon, Aixtron oder BE Semiconductor bis zu 7,2 Prozent. Stark unter Druck stand in London die Burberry-Aktie. Sie verlor 6,8 Prozent, trotz besser als erwartet ausgefallener Quartalszahlen. Der Luxuswarenhersteller warnte aber auch, dass der Krieg eine Bedrohung für die erwartete Erholung darstelle. Sowohl Touristen aus dem Nahen Osten als auch aus Asien seien zurückhaltender beim Reisen geworden. Telefonica verteuerten sich in Madrid um 5,8 Prozent. Das Unternehmen ist auf Kurs seine Erwartungen für das Gesamtjahr zu erfüllen. Umsatz und operatives Ergebnis übertrafen jeweils die Erwartungen knapp. Den Ausblick bestätigte der Telekommunikationskonzern.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Fest - SAP erholten sich in einer Gegenbewegung von starken Vortagesverlusten um 3,6 Prozent. Siemens schlossen 2,6 Prozent höher, nachdem den Quartalszahlen vom Mittwoch positive Analystenkommentare gefolgt waren. Allianz verteuerten sich um 2,2 Prozent. Die Entscheidung des Versicherers, den Großteil der Erlöse aus dem Verkauf ihres Bajaj-Joint-Ventures in Künstliche Intelligenz zu reinvestieren, werde zu höheren Umsätzen führen, erwarten die Analysten von Berenberg. Im MDAX schlossen CTS Eventim 3,8 Prozent höher mim Gefolge guter Geschäftszahlen und Prognosen des US-Wettbewerbers StubHub. Nach der Schwäche der Aktie am Vortag schossen SMA Solar um 15,9 Prozent auf 64,70 Euro nach oben. Jefferies bestätigte die Kaufempfehlung für die Aktie, schraubt aber das Kursziel auf 71 Euro nach oben. Verbio setzten mit einem Plus von 7,8 Prozent die Rally vom Vortag fort, ausgelöst von stark ausgefallenen Quartalszahlen.

XETRA-NACHBÖRSE

Auffällige Bewegungen in Einzelwerten wurden nicht beobachtet.

USA - AKTIEN

Fester - Positive Signale vom US-chinesischen Gipfeltreffen hievten die US-Börsen auf neue Rekordstände. Vom chinesischen Außenministerium hieß es, die USA und China hätten sich darauf geeinigt, eine "konstruktive, strategische Stabilität" zu etablieren. Neben der Geopolitik mussten Konjunkturdaten verarbeitet werden. Die US-Einzelhandelsumsätze blieben stabil und deuteten trotz höherer Benzinpreise auf eine weiterhin robuste US-Konsumnachfrage hin. Am Aktienmarkt bewegte weiter KI-Fantasie: Cisco Systems sprangen um 13,4 Prozent nach oben, nachdem der Netzwerkausrüster mit Umsatz und Ergebnis im jüngsten Quartal die Erwartungen übertroffen und die Prognosen erhöht hatte. Dazu kündigte Cisco an, Tausende von Arbeitsplätzen abzubauen, um mehr Raum für Künstliche Intelligenz im Unternehmen zu schaffen. Ein fulminantes Börsendebüt feierte die Aktie des KI-Chipherstellers Cerebras. Der erste Kurs war mit 350 Dollar fast doppelt so hoch wie der Ausgabekurs, der mit 185 Dollar schon deutlich über den Erwartungen des Markts gelegen hatte. Zum Handelsschluss notierte die Aktie 69 Prozent höher bei 312,66 Dollar. Nvidia stiegen um 4,4 Prozent auf ein neues Rekordniveau. Stützend wirkte, dass die USA rund zehn chinesischen Unternehmen den Kauf von H200-Chips genehmigen. Doximity knickten um 23 Prozent ein. Die digitale Plattform für US-Gesundheitsfachkräfte verzeichnete einen geringeren Gewinn und verfehlte auch die Erwartungen. StubHub erzielte im ersten Quartal bei einem anziehenden Umsatz einen Gewinn, der Kurs schnellte um 13,5 Prozent nach oben.

USA - ANLEIHEN

US-Treasuries    Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre             4,01  +0,02       4,02            3,95 
5 Jahre             4,14  +0,01       4,15            4,08 
10 Jahre            4,48  +0,00       4,48            4,44 
 

Die US-Marktzinsen zeigten sich nach ihrem jüngsten Anstieg wenig verändert. Höher ausgefallene Importpreise, die für eine straffe Geldpolitik der US-Notenbank sprachen, bewegten nicht. Derweil wurde Trump-Kandidat Kevin Warsh vom Senat als neuer Vorsitzender der US-Notenbank bestätigt. Warsh sprach sich zuletzt tendenziell für niedrigere Zinsen aus. Er übernimmt das Amt vom scheidenden Fed-Chef Jerome Powell, der im Board bleibt, am Freitag.

+++++ DEVISENMARKT +++++

               zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mi, 17:05 
EUR/USD         1,1646   -0,2    -0,0022          1,1668     1,1709 
EUR/JPY         184,67   -0,1    -0,1300        184,8000   184,8400 
EUR/CHF         0,9148   +0,0     0,0004          0,9144     0,9161 
EUR/GBP         0,8718   +0,1     0,0011          0,8707     0,8662 
USD/JPY         158,53   +0,1     0,1800        158,3500   157,8600 
GBP/USD         1,3355   -0,3    -0,0044          1,3399     1,3514 
USD/CNY         6,8002   +0,2     0,0151          6,7851     6,7908 
USD/CNH         6,8009   +0,2     0,0145          6,7864     6,7876 
AUS/USD         0,7171   -0,7    -0,0049          0,7220     0,7256 
Bitcoin/USD  80.238,21   -1,4  -1.141,61       81.379,82  79.780,76 
 

Die überraschend stark gestiegenen Importpreise ließen den Dollar aufwerten. Der Dollarindex stieg um 0,4 Prozent. Der Euro fiel auf 1,1670 Dollar.

+++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold       4.573,73   -1,6     -75,75        4.649,48 
Silber        77,99   -6,6      -5,49           83,48 
Platin     1.994,02   -3,0     -61,66        2.055,68 
 

Der Goldpreis gab um 0,7 Prozent auf 4.656 Dollar nach. Auf dem Edelmetall hätten der festere Dollar und das geringere Sicherheitsbedürfnis der Anleger angesichts der steigenden Aktienmärkte gelastet, hieß es.

ÖL

              zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex      102,98   +1,8       1,81          101,17 
Brent/ICE      107,15   +1,4       1,43          105,72 
 

Die Ölpreise zeigten sich in engen Grenzen volatil und notierten im späten US-Handel höher. Das Barrel Brentöl kostete 106,30 Dollar, 0,6 Prozent mehr als am Vortag. Dass die USA und China auf ihrem Gipfel die Bedeutung einer Öffnung der Straße von Hormus betonten, bewegte kaum. "Der Markt könnte zu viel Hoffnung darauf setzen, dass die Gespräche zwischen den USA und China einige positive Ergebnisse in Bezug auf den Iran bringen", hieß es von Analysten.

+++++ MELDUNGEN SEIT DONNERSTAG 17.30 UHR +++++

USA / CHINA

Beim Gipfel von US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping ist nach Aussage der chinesischen Regierung "eine Reihe neuer gemeinsamer Übereinkünfte" mit den USA erzielt worden. "Die beiden Präsidenten einigten sich auf eine neue Vision für den Aufbau einer konstruktiven Beziehung zwischen China und den USA von strategischer Stabilität", die als Richtschnur für die Beziehungen "in den nächsten drei Jahren und darüber hinaus" dienen soll, teilte das chinesische Außenministerium mit. In der Erklärung wurden aber keine Einzelheiten zu den "neuen gemeinsamen Übereinkünften".

US-Präsident Trump hob unterdessen in einem Interview wirtschaftlichen Vereinbarungen hervor. Bei einem früheren Treffen mit Xi seien drei Dutzend Vereinbarungen unterzeichnet worden, und "dieses Mal ist es viel größer als das", sagte er. Bislang gab es jedoch nur Ankündigungen über den Kauf von 200 Boeing-Flugzeugen durch die Chinesen, weit weniger als die erwarteten 500. Trump deutete an, dass es weitere Neuigkeiten in Form von Käufen von Sojabohnen und Agrarprodukten geben werde. Trump sagte zudem, dass China dem Kauf von US-Öl zugestimmt habe.

FRAPORT

Die Streiks bei der Lufthansa haben das Passagieraufkommen am Frankfurter Flughafen im April erheblich geschmälert. Die Zahl der abgefertigten Fluggäste sank um 11 Prozent auf 4,8 Millionen. Von den insgesamt sechs Streiktagen durch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit und die Flugbegleitergewerkschaft Ufo im April waren rund 500.000 Fluggäste betroffen. Das Frachtvolumen sank ebenfalls streikbedingt um 0,6 Prozent auf 168.526 Tonnen. Das Gesamtaufkommen der von Fraport aktiv gemanagten Flughäfen lag im Berichtsmonat bei rund 12,2 Millionen Passagieren und damit um 6,2 Prozent niedriger als in der Vorjahresperiode.

APPLIED MATERIALS

erwartet nach besser als gedacht ausgefallenen Quartalszahlen für sein Geschäft mit Halbleiterausrüstung in diesem Jahr höhere Umsätze als bisher prognostiziert, weil die Nachfrage nach Rechenleistung für Künstliche Intelligenz (KI) weiter stark steigt. Für das laufende dritte Geschäftsquartal prognostiziert das Unternehmen einen bereinigten Gewinn je Aktie von 3,16 bis 3,56 Dollar und einen Umsatz von 8,45 bis 9,45 Milliarden Dollar. Analysten kalkulierten bislang mit 2,89 Dollar bzw. 8,14 Milliarden Dollar. Applied Materials prognostiziert nun, dass sein Geschäft mit Halbleiterausrüstung in diesem Kalenderjahr um mehr als 30 Prozent wachsen wird. Zuvor hatte das Unternehmen ein Wachstum von mehr als 20 Prozent angekündigt.

LVMH

verkauft die Marke Marc Jacobs an WHP Global und die G-III Apparel Group für 850 Millionen Dollar. G-III, zu der Karl Lagerfeld und Dutzende Lizenzen für mehrere andere Modemarken gehören, soll das operative Geschäft von Marc Jacobs führen. WHP wird die Lizenzvergabe überwachen. Im Juli 2025 hatte das Wall Street Journal berichtet, dass LVMH Gespräche über den Verkauf von Marc Jacobs führe, wobei der Wert des Deals auf 1 Milliarde Dollar geschätzt wurde.

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HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln/gos

(END) Dow Jones Newswires

May 15, 2026 01:43 ET (05:43 GMT)

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