MARKT USA/Weiter auf Rekordkurs - AMD vorbörslich mit Kurssprung von 18%
06.05.2026 / 11:55 Uhr
Angesichts teils deutlich steigender Indizes an den Börsen in Asien und Europa, deuten sich für den Start an der Wall Street ebenfalls feste Kurse an. Der S&P-500 und die Nasdaq-Indizes dürften somit die Rekordstände vom Vortag übertreffen. Dem eng gefassten Dow-Jones-Index fehlen zu seinem Rekordstand noch gut 2 Prozent bzw. rund 1.200 Punkte.
Der Hauptimpuls kommt von deutlich sinkenden Ölpreisen, nachdem US-Präsident Donald Trump wieder einmal Hoffnungen auf eine Beilegung des Nahost-Konflikts geschürt hat. "Es wurden große Fortschritte auf dem Weg zu einer vollständigen und endgültigen Einigung mit Vertretern des Iran erzielt", so Trump. Zugleich teilte er mit, das "Project Freedom" kurz zu unterbrechen, bei dem es sich um die Bemühungen der Regierung handelte, Handelsschiffe durch die Straße von Hormus zu schleusen. Dies hatte zuletzt wieder für Gewaltausbrüche gesorgt.
Brent-Öl verbilligt sich um gut 5 Prozent auf rund 104 Dollar, wenngleich die Straße von Hormus aktuell weiter blockiert ist. Mit den sinkenden Ölpreisen ebben Inflationssorgen ab. Am Anleihemarkt sinken die Renditen deutlich. Im Zehnjahresbereich geht es um 7 Basispunkte auf 4,35 Prozent nach unten.
Die Konjunkturdaten des Tages dürften eher in den Hintergrund treten. Noch vor Handelsbeginn wird die Zahl der neu geschaffenen Stellen in der US-Privatwirtschaft im April berichtet. Im Blick haben die Akteure angesichts der Relevanz für die Marktzinsen die Mitteilung des US-Finanzministeriums über den Finanzbedarf im nächsten Quartal. Die Befürchtung ist, dass dieser deutlich höher ausfallen könnte angesichts der Kriegskosten, aber auch im Hinblick auf mögliche Rückforderungen von Importzöllen durch Unternehmen, nachdem der Oberste Gerichtshof die Zölle als unrechtmäßig bezeichnet hatte.
Am Aktienmarkt deutet sich eine Fortsetzung der Rally bei Chipaktien an. Nachdem zuletzt bereits angesichts weiter hoher Investitionen wieder verstärkte KI-Fantasie für Rückenwind in der Branche sorgte, wartete nun der Chipriese AMD mit starken Geschäftszahlen und einem Umsatzausblick auf, der über den kursierenden Analystenschätzungen liegt. Treiber ist die anhaltend starke KI-Nachfrage in Rechenzentren. Die Aktie schießt vorbörslich um 18 Prozent nach oben. Nvidia liegen 1,1 Prozent höher, Broadcom 1,2 Prozent. Intel, die bereits am Vortag stark gestiegen waren, werden weitere 7 Prozent höher gesehen.
Super Micro Computer meldete derweil mehr als eine Verdoppelung des Umsatzes, ebenfalls getrieben durch das boomende Rechenzentrumsgeschäft. Für die Aktie geht es gut 17 Prozent nach oben.
Arista Networks sacken dagegen um 8,8 Prozent ab. Der Spezialist für Netzwerktechnik berichtete zwar von einem höheren Gewinn und einem Umsatzanstieg, die die Konsensschätzungen übertrafen, allerdings hatten einige Analysten noch mehr erwartet, unter anderem eine Anhebung des Umsatzausblicks. Nach einem Plus von 30 Prozent der Aktie seit Jahresbeginn, könnten daneben auch Gewinnmitnahmen drücken.
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