MÄRKTE USA/Wall Street mit neuen Rekorden - Apple überzeugt

01.05.2026 / 22:20 Uhr

DOW JONES--Nach der Vortagesrally mit neuen Rekordständen ist die Wall Street am Freitag weiter nach oben gelaufen. Für gute Laune sorgte der Geschäftsausweis von Apple, der Kurs des Technologiegiganten stieg um 3,2 Prozent. Der iPhone-Hersteller hatte die Gewinn- und Umsatzerwartungen des Marktes für das erste Quartal übertroffen. Händler sprachen von einem Abschiedsgeschenk des scheidenden CEO Tim Cook an seinen Nachfolger John Ternus und lobten einen starken Mobiltelefonabsatz bei soliden Margen. Gestützt wurden die US-Börsen auch von leicht gesunkenen Ölpreisen, die gleichwohl auf hohem Niveau verharrten. Der Dow-Jones-Index sank um 0,3 Prozent auf 49.499 Punkte - etwas gebremst von Amgen. S&P-500 und Nasdaq-Composite legten dagegen um 0,3 bzw. 0,9 Prozent zu und markierten weitere Allzeithochs. Nach ersten Angaben gab es an der Nyse 1.332 (Donnerstag: 2.213) Kursgewinner und 1.371 (560) -verlierer. Unverändert schlossen 114 (37) Titel.

Positiv wurden die Konjunktusdaten aufgenommen, die die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft manifestierten. Das Wachstum der Aktivität in der US-Industrie hatte sich laut einer Umfrage von S&P Global im April gegenüber dem Vormonat deutlicher als veranschlagt verstärkt, wie die Zweitveröffentlichung offenbarte. Der ISM-Index zum verarbeitenden Gewerbe im gleichen Monat stagnierte, blieb damit aber klar im Wachstum anzeigenden Bereich. Der Inflationsdruck im Rahmen des Datenkranzes nahm indes stark zu, was angesichts des Ölpreisschocks wenig verwunderlich erschien.

Der solide Start in die Berichtssaison hat das Vertrauen der Anleger in die US-Wirtschaft gestärkt und die Sorgen über den Krieg im Nahen Osten, der die Ölpreise in die Höhe getrieben hat, gemildert. S&P-500 und Nasdaq-Indizes verbuchten im April ihre besten Monate seit 2020 und schlossen am Vortag auf Allzeithochs. Angesichts von Ölpreisen klar über der Marke von 100 Dollar zeigten sich Marktteilnehmer beeindruckt von Widerstandsfähigkeit der US-Börsen. "Die globalen Märkte befinden sich in einer dieser seltsamen Phasen, in denen die Nachrichten chaotisch wirken, aber der Markt selbst fast unverwundbar erscheint. (...) Wenn der Ölpreis für längere Zeit im Bereich von 100 Dollar pro Barrel bleibt, werden die gesamtwirtschaftlichen Kosten irgendwann schwerer zu ignorieren sein, aber im Moment sind die Unternehmensgewinne das größere Thema", erläuterte Analyst Matt Britzman von Hargreaves Lansdown.

Die Renditen der US-Staatsanleihen bewegten sich kaum, blieben damit aber auf erhöhtem Niveau, da der Krieg im Iran in den dritten Monat ging und es keine Anzeichen für eine Normalisierung des Ölhandels gab. Der Präsident der Minneapolis Fed, Kashkari, und sein Amtskollege aus Cleveland, Hammack, äußerten ihre Sorge über die kriegsbedingte Inflation und begründen damit, warum sie sich gegen eine Kommunikation der Zentralbank ausgesprochen hatten, die eine Zinssenkung als wahrscheinlichsten nächsten Schritt andeute.

Der Dollar legte indes leicht zu - der Dollar-Index stieg 0,2 Prozent. US-Präsident Trump machte klar, dass er keine Kongresserlaubnis für Iran-Krieg einholen werde. Die Nachfrage nach sicheren Häfen wie dem Greenback hielt an.

Die Ölpreise hielten sich im dreistelligen Bereich, nachdem sie am Vortag ein Kriegshoch erreicht hatten, da die Gespräche zwischen den USA und dem Iran weiterhin in einer Sackgasse stecken. Die Seestraße von Hormus blieb derweil geschlossen - das Angebot aus dem Persischen Golf damit sehr beschränkt. Das Fass der Rohölsorte Brent verbilligte sich um 1,9 Prozent. Der Goldpreis gab mit dem festeren Greenback leicht nach.

Unter den Einzelaktien gaben Exxon Mobil um 1 Prozent nach, Chevron um 1,4 Prozent. Handelseffekte hatten die Gewinne der beiden Mineralölkonzerne im ersten Quartal gedämpft, obwohl die Ergebnisse ansonsten die Markterwartungen übertrafen. Die Titel des Biotechnologieunternehmens Amgen ermäßigten sich nach Geschäftsausweis 4,8 Prozent.

Spirit Airlines steht offenbar kurz vor der Einstellung des Geschäftsbetriebs. Die angeschlagene Billigfluggesellschaft hatte gehofft, vor dem Auslaufen ihrer finanziellen Mittel eine staatliche Rettung von 500 Millionen Dollar zu erhalten. Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen war es dem Billigflieger jedoch nicht gelungen, ausreichend Unterstützung von Anleihegläubigern und der Regierung zu bekommen, um die Finanzierung für den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Der Kurs brach um über 26 Prozent ein. Vom Schicksal von Spirit profitierte die Konkurrenz, weil der Wettbewerb sinken dürfte. Frontier Group stiegen um 10,5 Prozent, JetBlue Airways um 4,4 Prozent. Auch Delta Air Lines, Southwest Airlines, American Airlines und United Airlines zogen an.

Sandisk kletterten um 8,3 Prozent, der Flash-Speicher-Hersteller hatte starke Drittquartalszahlen vorgelegt. Western Digital rutschten um 0,6 Prozent ab. Obwohl der Festplattenhersteller die Gewinnerwartungen für das dritte Geschäftsquartal übertroffen hatte, hatten Anleger möglicherweise noch mehr erhofft. Bis Freitag waren die Aktien in den vergangenen 12 Monaten um 152 Prozent gestiegen.

Reddit sprangen um 13,1 Prozent nach oben, das Social-Media-Unternehmen hatte im ersten Quartal mehr verdient als gedacht. Atlassian haussierten um 29,5 Prozent, nachdem das Softwareunternehmen sowohl die Gewinn- als auch die Umsatzerwartungen für das dritte Geschäftsquartal übertroffen hatte. Die Gesellschaft hob zudem ihre Prognose für das Umsatzwachstum an. Roblox sackten um 18,4 Prozent ab - das Unternehmen hatte seine Prognose gesenkt. Das Kosmetikunternehmen Estee Lauder hatte die Gewinnprognose dagegen angehoben - der Kurs zog um 3,4 Prozent an.

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INDEX          zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
DJIA         49.499,27   -0,3   -152,87       49.652,14 
S&P-500       7.230,12   +0,3    +21,11        7.209,01 
NASDAQ Comp  25.114,44   +0,9   +222,13       24.892,31 
NASDAQ 100   27.710,36   +0,9   +258,24       27.452,12 
 
US-Treasuries    Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre             3,89  +0,01       3,90            3,85 
5 Jahre             4,03  +0,01       4,04            3,97 
10 Jahre            4,39  -0,00       4,40            4,34 
 
DEVISEN          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mi, 17:29 
EUR/USD           1,1717   -0,1    -0,0013          1,1730     1,1691 
EUR/JPY           184,09   +0,2     0,3800          183,71   187,2500 
EUR/CHF           0,9159   -0,1    -0,0006          0,9165     0,9237 
EUR/GBP           0,8632   +0,1     0,0011          0,8621     0,8669 
USD/JPY           157,07   +0,3     0,5000          156,57   160,2200 
GBP/USD           1,3571   -0,2    -0,0029            1,36     1,3485 
USD/CNY           6,8273   -0,2    -0,0102          6,8273     6,8380 
USD/CNH           6,8316   +0,0     0,0005          6,8311     6,8424 
AUS/USD           0,7204   +0,1     0,0005          0,7199     0,7130 
Bitcoin/USD    78.466,06   +2,6   2.002,65       76.463,41  76.240,38 
 
ROHÖL            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex         102,12   -2,8      -2,95          105,07 
Brent/ICE         108,27   -1,9      -2,13          110,40 
 
Metalle          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold            4.608,59   -0,3     -13,00        4.621,59 
Silber             75,40   +2,3       1,67           73,74 
Platin          1.984,44   -0,1      -1,09        1.985,53 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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May 01, 2026 16:19 ET (20:19 GMT)

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