MÄRKTE EUROPA/Knapp behauptet - Ölpreis zieht weiter an

29.04.2026 / 13:49 Uhr

DOW JONES--Mit leichten Abgaben präsentieren sich Europas Börsen am Mittwochmittag. Etwas auf das Sentiment drückt der scheinbar unaufhaltsame Anstieg des Ölpreises. Brent zieht um 2,8 Prozent auf 114,42 Dolllar das Fass an und liegt damit nur noch knapp unter dem seit Ausbruch des Iran-Kriegs erreichten Hochs bei rund 120 Dollar. Marktteilnehmer sehen den Anstieg im Zusammenhang mit einem Hinweis von US-Präsident Donald Trump an Verbündete, dass man sich auf eine verlängerte Blockade Irans vorbereite. Der Präsident bevorzuge zwar entschiedene Siege, aber keine der verfügbaren Optionen biete ihm einen schnellen Ausstieg aus dem Konflikt.

Daneben warten Anleger auf die anstehenden geldpolitischen Entscheidungen verschiedener Zentralbanken. Am Abend steht zunächst die Zinsentscheidung der US-Notenbank an, am Donnerstag folgen dann die Bank of England (BoE) sowie die EZB, wobei insgesamt im Umfeld steigender Inflationsdaten und sich abschwächendem Wirtschaftswachstum mit keinen Zinsänderungen gerechnet wird. Spannend wird in dem Zusammenhang die Veröffentlichung der deutschen Verbraucherpreise für April, die um 14:00 Uhr veröffentlicht werden sollen. Prognostiziert wird ein Anstieg von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der DAX verliert 0,1 Prozent auf 23.988 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,3 Prozent auf 5.820 nach unten. Am Devisenmarkt geht der Euro kaum verändert bei 1,1706 Dollar um, an den Anleihemärkten tut sich wenig. Akzente setzt eine Flut an Quartalszahlen der Unternehmen.

Im DAX geht es für Adidas um 6,9 Prozent nach oben. Adidas hat im ersten Quartal trotz eines herausfordernden Konsumumfelds zweistellige Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn erreicht und dabei die viel beachtete Marge für den operativen Gewinn verbessert. Scout24 legen um 3,6 Prozent zu. Das Digitalunternehmen habe ein solides Ergebnis für das erste Quartal vorgelegt, meinen die Analysten von Metzler. Die Analysten heben zudem das beschleunigte Aktienrückkaufprogramm als positiven Faktor hervor.

Airbus hat im ersten Quartal 2026 weniger verdient und umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Der Konzern konnte wegen fehlender Triebwerke außerdem weniger Flugzeuge ausliefern. Dagegen lief es in der Rüstungssparte gut und Airbus bestätigte die Jahresprognose. Der Markt quittiert das mit einem Plus von 2,1 Prozent.

Als durchwachsen werden die Geschäftszahlen von Mercedes-Benz gesehen. Das China-Geschäft laufe noch schlechter als erwartet. Überraschend hoch sei dagegen die Profitabilität. Mut mache auch der bestätigte Jahresausblick, heißt es im Handel. Der Kurs gibt um 0,2 Prozent nach. Traton (+1%) sei schwach in das Jahr 2026 gestartet, urteilt MWB mit Blick auf das erste Quartal. Umsatz und Absatz seien von einem bereits niedrigen Niveau weiter zurückgegangen. Der Auftragseingang liefere den Hauptlichtblick.

Symrise ziehen um 6,1 Prozent an. Der Aromenhersteller hat zum Auftakt des laufenden Geschäftsjahres nach teils hohen Vorjahreswerten wie erwartet Umsatz verloren, allerdings weniger deutlich als prognostiziert. Symrise bestätigte außerdem die Jahresprognose, die ein Umsatzwachstum von 2 bis 4 Prozent vorsieht.

Deutsche Bank verlieren 3,1 Prozent, trotz eines Gewinnanstiegs im Auftaktquartal. Die Bank übertraf trotz einer deutlich erhöhten Risikovorsorge die Erwartungen der Analysten. Die Analysten der UBS sprechen aber von einem schwachen Ergebnismix und bemängeln die Kernkapitalquote als schwach. Nach Zahlen der Vermögensverwaltungstochter der Deutschen Bank, DWS, geht es für das Papier um 0,5 Prozent südwärts. In Zürich geht es in der Branche für UBS um 4,6 Prozent aufwärts. Das Geldinstitut habe im ersten Quartal in den Geschäftsbereichen Vermögensverwaltung, Investmentbanking und Schweizer Bankgeschäft hervorragende Ergebnisse erzielt, so die Analysten von Jefferies.

Der Schmierstoffhersteller Fuchs ist auf der Ertragsseite überraschend stark ins Jahr gestartet. Das wird mit einem Plus von 8,3 Prozent honoriert. Mit einem Kursplus von 8,1 Prozent reagieren Thyssenkrupp auf die Übernahme von TK Elevator durch den Aufzugs- und Fahrtreppenhersteller Kone. In der Transaktion wird TK Elevator mit 29,4 Milliarden Euro bewertet. Thyssenkrupp hält 16,5 Prozent an TK Elevator, der Verkauf spült also Geld in die Kasse der Düsseldorfer. Die Kone-Aktie gibt um 4 Prozent nach.

Pernod Ricard habe eine vernünftige Entscheidung getroffen, das Werben um eine Fusion mit dem Jack-Daniel's-Hersteller Brown Forman nicht fortzusetzen, urteilt Analyst Edward Mundy von Jefferies. Der französische Spirituosenhersteller, der hinter Absolut Wodka und Martell Cognac steht, habe mitgeteilt, dass die beiden Unternehmen vereinbart hätten, den Verhandlungstisch endgültig zu verlassen, und habe dabei auf Probleme im Zusammenhang mit der Struktur und der Wirtschaftlichkeit verwiesen. Pernod Ricard verlieren in Paris 3,2 Prozent.

In London fallen Astrazeneca um 1,6 Prozent. Der Pharmariese meldete für das erste Quartal steigende Umsätze und Kerngewinne und bestätigte die kurz- und mittelfristigen Ziele. Doch der Fokus liegt nach Meinung der Analysten der Bank of America auf einer geschäftigen zweiten Jahreshälfte zur Medikamentenpipeline. Beim Konkurrenten GSK (-4,2%) stieg der Gewinn dank höherer Verkäufe von Spezialmedikamenten. Auch GSK bestätigte den Ausblick. Die Analysten von JP Morgan weisen derweil auf einen möglichen ungünstigen Lagerbestandseffekt hin.

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INDEX            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50   5.820,19   -0,3     -15,91        5.836,10        0,5 
Stoxx-50        5.007,05   -0,4     -19,28        5.026,33        1,8 
DAX            23.988,10   -0,1     -30,16       24.018,26       -2,1 
MDAX           30.130,03   +0,2      72,57       27.039,42       -1,6 
TecDAX          3.619,91   +0,7      23,26        3.091,28       -0,1 
SDAX           17.680,39   +0,5      89,78       13.062,07        2,9 
CAC             8.072,40   -0,4     -31,69        8.104,09       -0,9 
SMI            13.092,95   -0,4     -54,99       13.147,94       -1,3 
ATX             5.855,85   +1,3      76,42        5.779,43        9,9 
 
DEVISEN          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Di, 17:30 
EUR/USD           1,1704   -0,1    -0,0007          1,1711     1,1710 
EUR/JPY           187,02   +0,1     0,1300          186,89   186,8600 
EUR/CHF           0,9234   -0,1    -0,0007          0,9241     0,9242 
EUR/GBP           0,8665   +0,0     0,0002          0,8663     0,8669 
USD/JPY           159,84   +0,1     0,2300          159,61   159,5900 
GBP/USD           1,3503   -0,1    -0,0013          1,3516     1,3505 
USD/CNY           6,8327   -0,1    -0,0047          6,8374     6,8374 
USD/CNH           6,8362   -0,1    -0,0031          6,8393     6,8387 
AUS/USD           0,7156   -0,3    -0,0024           0,718     0,7173 
Bitcoin/USD    77.609,83   +1,5   1.140,42       76.469,41  76.022,22 
 
ROHÖL            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex         103,27   +3,3       3,34           99,93 
Brent/ICE         114,49   +2,9       3,23          111,26 
 
Metalle          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold            4.563,27   -0,7     -31,24        4.594,51 
Silber             72,55   -0,7      -0,53           73,08 
Platin          1.912,80   -1,4     -27,28        1.940,08 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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April 29, 2026 07:48 ET (11:48 GMT)

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