PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen

29.04.2026 / 06:17 Uhr

Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.

ARBEITSMARKT - Die Lage am Arbeitsmarkt in Deutschland ist im April deutlich schlechter geworden, die Unternehmen bauen verstärkt Personal ab. Das zeigt das jüngste Beschäftigungsbarometer, welches das Ifo-Institut für das Handelsblatt berechnet. Es sank im April auf einen Wert von 91,3 - niedriger war der Wert zuletzt im Dezember 2025. "Der Druck am Arbeitsmarkt nimmt spürbar zu. Viele Unternehmen reagieren mit einem verstärkten Stellenabbau", sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Befragungen. "Neueinstellungen bleiben eher die Ausnahme." Besserung erwartet der Experte vorerst nicht. "Ohne mehr Planungssicherheit wird sich der Arbeitsmarkt kaum erholen." Von Januar bis März hatte der Wert oberhalb von 93 gelegen. Werte unter 100 bedeuten generell, dass mehr Unternehmen planen, Stellen abzubauen, als Mitarbeiter einzustellen. (Handelsblatt)

SPITZENSTEUERSATZ - Zur Gegenfinanzierung einer Einkommensteuerreform sind nach Einschätzung des Ökonomen Jens Südekum höhere Steuern für Spitzenverdiener unverzichtbar. "Eine realistische Option zur Gegenfinanzierung sind höhere Spitzen- und Reichensteuersätze", schreibt Südekum in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt. Dieses Element sei "zwingend erforderlich", wenn die geplante Entlastung auf kleine und mittlere Einkommen konzentriert bleiben solle. Südekum ist Chefberater von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD). Er begründet seinen Vorstoß mit der angespannten Haushaltslage. Eine Senkung der Einkommensteuersätze in den unteren Progressionszonen werde zu geringeren Steuereinnahmen führen. "Zur Wahrheit gehört aber auch: Diese Impulse werden alleine zur Gegenfinanzierung nicht ausreichen", schreibt er mit Blick auf mögliche Wachstumswirkungen der Reform. (Handelsblatt)

HAUSHALTSLÜCKE - In der Finanzplanung von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) klaffen weiter beträchtliche Lücken. Im Finanzplanjahr 2028 beläuft sich der Handlungsbedarf demnach aktuell auf 29 Milliarden Euro. In den Jahren 2029 und 2030 beträgt er rund 51 Milliarden Euro beziehungsweise rund 60 Milliarden Euro, heißt es im Kabinettsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 und die Finanzplanung bis 2030, die dem Handelsblatt vorliegt. Auch "unter Berücksichtigung der von der Koalition vereinbarten Maßnahmen verbleibt in den Haushaltsjahren ab 2028 ein haushaltspolitischer Handlungsbedarf, den es in zukünftigen Haushaltsverfahren aufzulösen gilt", heißt es in der Kabinettsvorlage. (Handelsblatt)

INFLATION - Deutschland könnte einer neuen Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) zufolge bis Jahresende ein deutlicher Anstieg der Inflation drohen. In dem Bericht, der den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt, berechnet das IW einen Anstieg der Teuerungsrate bis Dezember dieses Jahres auf 4,6 Prozent. Die durchschnittliche Inflationsrate für das Gesamtjahr 2026 würde der Berechnung zufolge dann bei 3,5 Prozent liegen. Zuletzt war die Inflation im März auf 2,7 Prozent angestiegen. Das IW sieht laut Analyse einen "kommenden Inflationsdruck". Als Grund für den prognostizierten Anstieg nennt das IW vor allem den anhaltenden Konflikt im Persischen Golf nach dem Angriff der USA auf Iran. (Funke Mediengruppe)

KRYPTO-STEUERN - Das Europäische Parlament will Europas nächsten Billionenhaushalt auch mit einer Steuer auf Kryptogewinne finanzieren. In seiner am Dienstag beschlossenen Verhandlungsposition für den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) von 2028 bis 2034 fordert das Parlament neue EU-Einnahmequellen - darunter eine Digitalabgabe, eine Abgabe auf Online-Glücksspiele und eine Abgabe auf Gewinne aus Kryptotransaktionen. Der Vorschlag ist Teil einer deutlich breiteren Debatte um die Frage, wofür Europa in den kommenden Jahren Geld ausgeben will - und woher es kommen soll. Auch die Regierungen in Berlin und Paris sprechen sich nach Handelsblatt-Informationen für eine neue Abgabe auf Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen aus. (Handelsblatt)

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April 29, 2026 00:16 ET (04:16 GMT)

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